Sonntag, 25. Januar 2026

Geldanlagen im 4. Quartal 2025 - US-Zollpolitik aus dem Fokus und Geopolitik bleibt im Fokus

 Die US-Zollpolitik verschwand im Laufe des 4. Quartals 2025 aus dem Fokus der Finanzmärkte, da die USA keine nennenswerten weiteren Eskalationen betrieben. Die Wirtschaft stellte sich auf die durch die USA forcierten Veränderungen zu Gunsten der USA ein. Die Spaltung der Welt zwischen dem Westen und dem Globalen Süden bleibt bestehen. Entsprechend ergeben sich für das Potentialwachstum der Weltwirtschaft daraus Belastungen. Die aktuelle Ruhe ist kein Garant für einen stabilen Status Quo, da die USA dieses Instrument nach Belieben zum Erreichen ihrer geopolitischen Ziele einsetzen.

Das 4. Quartal 2025 war gekennzeichnet von geopolitischen Verwerfungen, aber auch Hoffnungswerten

Die Geopolitik blieb und bleibt in der Gesamtheit ein Belastungsfaktor für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte. Im 4. Quartal ergaben sich Hoffnungswerte auf eine Befriedung des Ukraine-Kriegs. Die USA waren und sind erkennbar engagiert, durch die Kunst der Diplomatie den Konflikt zu beenden. Die EU und NATO verweigern sich fortgesetzt der Kunst der Diplomatie und wählen den Weg der Verweigerung des Gesprächs. Diese Verweigerung kann als ein Untergraben der US-Friedensinitiativen gewertet werden.

Der Gaza-Konflikt wabert trotz des angenommenen US-Friedensplans weiter

Die Weltgemeinschaft ignoriert weit überwiegend die Verletzungen des US-Friedensplans. Das Bild vor Ort bleibt fragil. Ein neuer Hotspot tat sich mit Venezuela auf. Die USA gehen gegen das Land militärisch vor. Auch im Jemen spitzte sich die Lage zum Ende des Quartals zu. Der Taiwan-Konflikt war in der Wahrnehmung in Medien, in Politik und an den Finanzmärkten weniger präsent, bleibt aber ein Risiko.

Als Konsequenz dieser Gemengelage konnte die nicht korrelierte Anlageklasse der Edelmetalle im 4. Quartal 2025 deutlich reüssieren. Silber lieferte einem Anstieg auf USD-Basis um 53,41 Prozent, während Gold um 11,92 Prozent zulegte. Dagegen verlor Bitcoin, ebenfalls eine nicht korrelierte Anlage markant um 23,34 Prozent. Diese Divergenzen sind beachtlich. Silber profitiert einerseits von dem verstärkten industriellen Verbrauch durch KI und Robotik. Entscheidender hinsichtlich der Preisbewegung waren Probleme/Sorgen ob der Belieferungsfähigkeit der Kontrakte an den US-Märkten.

Auch die Tatsache, dass der Globale Süden eine Verrechnungseinheit (ansatzweise vergleichbar mit dem ECU) zur Umgehung der Nutzung des USD plant, die von Rohstoffen, insbesondere Edelmetalle unterlegt wird, impliziert dauerhaft eine solide Nachfrage nach Edelmetallen seitens Länder des Globalen Südens. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen erhöhte der Internationale Währungsfonds (IWF) die globale Wachstumsprognose im World Economic Outlook per Oktober 2025 für das Jahr 2025 von bisher 3,0 Prozent auf 3,2 Prozent. Für die Industrieländer wurde die Prognose per 2025 um 0,1 Prozent auf 1,6 Prozent hochgesetzt, für den Globalen Süden lag die Revision bei 0,1 Prozent auf 4,2 Prozent.

Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose für die USA um 0,1 Prozent auf jetzt 2,0 Prozent erhöht. Für die Eurozone ging es um 0,2 Prozent auf 1,2 Prozent nach oben. Die deutsche BIP-Prognose erfuhr eine Anpassung um 0,1 Prozent auf jetzt 0,2 Prozent Wachstum per 2025. Unter den bedeutenden Ländern nimmt Deutschland bezüglich des Wachstums den letzten Rang ein.

Die IWF-Prognosen per 2026 waren gegenüber der Prognose im Juli wenig verändert

Das Welt-BIP soll um 3,1 Prozent zulegen. Während Industrienationen ein BIP-Wachstum von erneut 1,6 Prozent erreichen sollen, werde das BIP-Wachstum des Globalen Südens sich auf 4,0 Prozent stellen. Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, Frühindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 4. Quartals 2025 ein positives Gesamtbild.

Die USA führen im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezüglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen mit 53,0 Zählern vor dem UK mit 52,1 Zählern, der Eurozone mit 51,9 Zählern und Japan mit 51,5 Punkten. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem ersten Rang mit 58,9 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,7 Zähler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 4. Quartal 2025 weltweit ein überwiegend entspannteres Bild. Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) von 66,08 USD auf 61,74 USD. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Rückgang um gut 10 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA dagegen ein Anstieg um rund 12 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten steigende Preise. Kupferpreise legten im Quartalsvergleich auf USD-Basis um 16,9 Prozent zu. Bei Nickel lag das Plus auf USD-Basis bei rund 9,6 Prozent. Bei Aluminium kam es auf USD-Basis zu einem Anstieg in Höhe von circa 11,7 Prozent.

Inflationsrückgang in der Euro-Zone besser als in den USA

In der Eurozone ergab sich bei den Verbraucherpreisen seit September ausgehend von 2,2 Prozent ein Rückgang auf 2,1 Prozent per November. In den USA kam es in diesem Zeitraum zu einem Rückgang von 2,9 Prozent auf 2,7 Prozent und in Großbritannien zu einer Reduktion von 3,8 Prozent auf 3,2 Prozent. In Japan verharrte der Verbraucherpreisanstieg in diesem Zeitfenster bei 2,9 Prozent. Im 4. Quartal 2025 stellte sich bei den Verbraucherpreisen in China im Verlauf ausgehend von -0,3 Prozent im September ein Anstieg auf 0,7 Prozent per November 2025 ein. In Indien, das grundsätzlich von höheren Inflationsraten geprägt war, sank der Anstieg der Verbraucherpreise von 1,54 Prozent per September auf 0,71 Prozent per November 2025.

Das 4. Quartal 2025 war bezüglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von zwei Zinssenkungen in den USA um jeweils um 0,25 Prozent auf 3,625 Prozent. Die britische Notenbank reduzierte den Leitzins einmalig um 0,25Prozent auf aktuell 3,75 Prozent. Die EZB pausierte im 4. Quartal in ihrem Zinssenkungszyklus (Anlagezins 2,00 Prozent). Japans Notenbank erhöhte den Leitzins von 0,50 Prozent auf 0,75 Prozent. In China wurden die Zinssätze für die „Loan Prime Rates“ unverändert belassen (1-jährige Kredite 3,00 Prozent, 5-jährige Kredite 3,50 Prozent).

Entwicklung der Inflation im Quartalsverlauf

Fazit zum 4. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde und der disruptivem US-Zoll- als auch Standortpolitik, aber auch wegen mangelnder Reformbereitschaft in Frankreich und Deutschland Potentialwachstumskräfte, hält aber aktuell ein Wachstumstempo real oberhalb der 3 Prozent Marke. Die Konjunkturverläufe zwischen den Wirtschaftsräumen des Westens und des Globalen Südens blieben und bleiben pro Globalem Süden ausgerichtet, wie die Anpassungen der IWF-Prognosen im Oktober belegten.

Während sich der „Globale Süden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, läuft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusätzlich durch die Akzeptanz des „US-Zolldiktats“ und Verweigerung überfälliger Reformen unterproportional zu wachsen. Die erwarteten Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik sind nicht eingetreten. Das moderate Inflationsbild erlaubt fortgesetzt Zinssenkungen der US-Notenbank, da die USA derzeit einen positiven Realzins (Leitzins abzüglich des Verbraucherpreisanstiegs) von +0,925 Prozent ausweisen (Eurozone -0,10 Prozent).

Die Perspektive: Geopolitische Risiken bleiben, Wirtschaft weiter zuversichtlich

Die von den USA ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen werden sich grundsätzlich auf die globale Wirtschaftsaktivität weiter belastend auswirken. Ein nachhaltiger Lastwechsel in Richtung verstärkten globalen Wachstums ist vor dem aktuell verfügbaren Nachrichten- und Datenhintergrund unwahrscheinlich, auch wenn sich die globale Wirtschaft resilient, erkennbar an harten Daten, und zuversichtlich, erkennbar an Sentiment-Indikatoren, zeigt.

Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich. Der Angriff der USA auf Venezuela liefert zum Jahresbeginn 2026 einen Vorgeschmack. Ob die Friedensbemühungen der USA in der Ukraine-Krise erfolgreich sein werden, ist vor dem Hintergrund der Opposition der EU und der Nato offen. Das Risiko einer Eskalation des Konflikts mit der Möglichkeit einer geografischen Ausweitung ist weiter gegeben mit entsprechend belastenden Folgen für Real- und Finanzwirtschaft. Eine möglich erscheinende Friedenslösung im Gaza-Konflikt kann ein Aufheller der Stimmung werden, sofern die Verletzungen der Vereinbarungen ein Ende finden.

Im 1. Quartal 2026 werden das derzeitig milde globale Inflationsszenario und das daraus resultierende Potential für US-Zinssenkungen entlastend wirken. Zudem werden im Jahresverlauf Basiseffekte bezüglich der Inflation aus den US-Zollerhöhungen (exogene Einflüsse) rückläufig sein. Auf der Rohstoffseite drohen andererseits erhöhte Inflationsimpulse, da der globale Wettbewerb um Energieressourcen und Energieproduktion (Kraftwerke) ob des Wandels der Ökonomien hin zu mehr KI und Robotik markant erweiterte Energiemäntel erfordert.

Die US-Politik unter Präsident Trump zeigte und zeigt in der US-Wirtschaft Wirkung

Durch die Reformen, die das Leistungspotential der Ökonomie erhöhen, wirken sich die US-Disruptionen zu Gunsten der US-Wirtschaft aus. In den ersten 11 Monaten seiner Präsidentschaft erhielt Trump Investitions- und Geschäftszusagen in der Größenordnung von rund 7 Billionen USD. Das ist eine historisch einmalige Größe. Die US-Wirtschaft ist und bleibt der Profiteur der „US-Wirtschaftskriege“.

Das US-Wachstum per 3. Quartal 2025 stellte sich in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung auf 4,3 Prozent nach zuvor 3,8 Prozent per 2. Quartal 2025. Marktauguren, die gar von Rezession in den USA fabulierten, wurden vollständig auf dem falschen Fuß erwischt. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich per Oktober um 2,16 Prozent und per November um 2,52 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze verzeichneten in den letzten drei Monaten im Jahresvergleich solide Zuwachsraten.

Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft zeigt mit den Zinssenkungen Anzeichen einer zarten Erholung. Der NAHB Housing Market Index markierte per Dezember 2025 mit 39 Punkten den höchsten Indexstand seit April 2025. Trumps massive Erfolge, Investitionen in die USA zu leiten, spielen auf kurze Sicht eine untergeordnete Rolle, sie haben mittel- und langfristig positiven Charakter. Unterschwellig unterstützend wirken in den USA die Themen Energieversorgungssicherheit und insbesondere im Vergleich zu Europa günstige Energiepreise. Die USA werden auch im vierten Quartal 2025 (GDP Now Fed Atlanta Prognose 3,0 Prozent trotz „Shutdown“) und im ersten Quartal 2026 mit Abstand der „Outperformer“ unter den westlichen Nationen sein.

Deutschland und Frankreich entwickeln sich zu Problemfällen

Deutschland und Frankreich waren mangels umfassender Reformpolitik im 4. Quartal 2025 Belastungsfaktoren in der Eurozone. In Frankreich spitzt sich die Lage zu. Nothaushalte begleiten Frankreich in das neue Jahr. Das Thema Unregierbarkeit ist real. Damit steht eine Fortsetzung der verfehlten Politikansätze an. Die deutsche Regierung bewegt sich zwischen Wortbrüchen und Reformankündigungen, ohne bisher ausreichend belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch großer Teile der Wirtschaft verloren. Die ehemaligen Problemländer, allen voran Spanien und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone. Ihre Kraft und ihr Einfluss reichen jedoch nicht aus, das Blatt der Eurozone zum Guten zu wenden.

Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen im 1. Quartal 2026 weiter nach unten ziehen, nimmt zu. Fehlende Konkurrenzfähigkeit der beiden Kernländer bei den Rahmendaten wird durch die US-Reform- und Zollpolitik, jüngst aber auch durch das UK durch Hinwendung zur Atomkraft und starke US-Investitionen in Zukunftsindustrien, weiter zunehmen. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben. Zudem ist Kontinentaleuropa bei Ausweitung des Ukraine-Konflikts potentielles „Theatre of war“.

Indien liefert unverändert in Asien die stärksten Datensätze

Das US-Zollregime gegen Indien zeigt bisher nur geringe Wirkung. Indien geht auch im 1. Quartal 2026 Wege im eigenen Interesse. Die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. Weitere Zinssenkungen zur stärkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich.

Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von Stabilität mit positivem Grundton geprägt sein. Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer soliden Dynamik der Weltkonjunktur. Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per November 2025 mit 52,7 Punkten einen hohen Indexwert Der Dienstleistungssektor trug dazu wesentlich bei.

JP Morgan - ermittelter Einkaufsmanagerindex für die Gesamtweltwirtschaft (Global Composite PMI)

Einkaufsmanagerindex - Unterschiedliche Entwicklungen in den Weltregionen

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die USA mit 51,8 Punkten (S&P Index) Expansion. Dagegen implizieren die PMIs für die Eurozone mit 48,8 Punkten (Deutschland 47,0), für Japan mit 49,7 Zählern Kontraktion. Der PMI des UK impliziert mit 50,6 Zählern Wachstum. Die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor belegen für Indien mit 55,0 Zählern starke Expansion (Industrieproduktion +6,7 Prozent) und für China mit 50,1 Punkten (Industrieproduktion +4,8 Prozent) moderates Wachstum. Russland verzeichnete mit 48,1 Zählern (Industrieproduktion -0,7 Prozent) Kontraktion. Gleiches gilt für Brasilien mit 47,6 Punkten (Industrieproduktion -0,5 Prozent).

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 4. Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung (Ausnahmen USA, Japan, Indien) im erhöhten Wachstumsmodus und sorgte für die gute Performance der Einkaufsmanagerindices bezüglich der Gesamtwirtschaft (Composite Indices).

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft

Mit einem Anteil zwischen 60 Prozent-70 Prozent der Gesamtwirtschaft ist der bedeutendste Sektor. Dieser Sektor war im 4. Quartal 2025 der entscheidende Katalysator des Wachstums. Das wird sich im 1. Quartal 2026 fortsetzen. Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer US-Zinssenkungen liefern für die Verstetigung der Wirtschaftsaktivität grundsätzlich Unterstützung. Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische Unterstützung für die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen.

Die im 4. Quartal 2025 verfügten Leitzinssenkung seitens der Federal Reserve (insgesamt 0,50 Prozent) hatte keine Traktion am Rentenmarkt. Dagegen kam es zu einem Renditerückgang im UK nahezu analog zur Leitzinssenkung (0,23 Prozent, 4,47 Prozent nach 4,70 Prozent). Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg im Quartalsvergleich von 2,72 Prozent auf aktuell 2,86 Prozent. Die Rendite bewegt sich auf den höchsten Niveaus seit 2011.

Dagegen kam es im gestressten Frankreich (Staatsdefizit) nur zu einem leichten Anstieg um 0,02 Prozent auf 3,56 Prozent. Auch hier ist das höchste Renditeniveau seit 2011 zu verzeichnen. Kritischer war es in Japan. Trotz der Zinserhöhung um 0,25 Prozent auf 0,75 Prozent, die auch das Ziel hatte, Zuversicht am Kapitalmarkt zu schüren, ergab sich ein Renditeanstieg von 1,65 Prozent auf 2,08 Prozent. In den USA kam es im Quartalsvergleich zu einem Anstieg um 0,03 Prozent auf 4,18 Prozent.

Nach vorne schauend werden bezüglich der Renditen heterogene Entwicklungen dominieren, die das inflationäre Bild, die Staatsdefizitsituation, die Reformfähigkeit und das konjunkturelle Erwartungsbild spiegeln. Diesbezüglich (Defizite, Wachstum, Reformmangel) sieht es insbesondere für die Rentenmärkte in Deutschland und Frankreich perspektivisch kritisch aus. Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte ultimativ keine belastenden Auswirkungen. Ölpreise gaben signifikant nach, Gaspreise waren in Europa rückläufig, dagegen legten sie in den USA zu.

Die Industriemetallpreise nahmen partiell deutlich zu

Dagegen ergaben sich im Sektor Agrarrohstoffe bei Weizen (-0,2 Prozent), Kaffee (-7,0 Prozent), Orangensaft (-15,7 Prozent), Zucker (-6,8 Prozent) und Kakao (-10,1 Prozent) im Quartalsvergleich zum Teil deutliche Preisrückgänge. Bezüglich der Entwicklungen im 1. Quartal 2026 ist Sensibilität ob der Energiepreise angemessen, da in drei Hotspots der Förderung (Ukraine/Russland, Naher Osten, Venezuela) geopolitische Instabilität dominiert. Die Entwicklung der Weltwirtschaft hängt an der internationalen Politik (Zoll- und Geopolitik), aber auch an den Notenbanken bezüglich der Zinspolitik. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten positives Potential.

Die Spreizung bezüglich der potentiellen Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen und den Schwellenländern setzt sich 2026 fort. Das Gewicht des Globalen Südens nimmt zu, das Gewicht des Westens ab.

Innerhalb der Gruppe der Industrienationen läuft Kontinentaleuropa ein hohes Risiko fortgesetzt an Boden zu verlieren. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen. Frankreich ist gefordert, erscheint aber politisch gelähmt. Die Vorzeichen für die Eurozone und die EU waren und bleiben kritisch.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft - Teilweise starke Neubewertungen

An den Finanzmärkten ergaben sich im Herbstquartal 2025 teilweise starke Neubewertungen. Die stabile bis leicht freundliche globale Konjunkturlage war neben den Zinssenkungen der Federal Reserve und der Bank of England als auch dem Verzicht der USA, die Zollkonflikte weiter zu eskalieren, wesentlich verantwortlich für die überwiegend freundliche Performance der Aktienmärkte ex China und Hongkong. Die geopolitischen Herausforderungen und/oder Eskalationen stellten neben dem „US-Shutdown“ im 4. Quartal 2025 nur kurzfristige Belastungen für die Aktienmärkte dar.

Am Rentenmarkt waren die Reaktionen ob der Risikocluster nachhaltiger. Hier ergaben sich heterogene Entwicklungen. Bemerkenswert waren die Bewertungen der nicht korrelierten Anlageklassen Gold und Silber. Sie legten markant zu, allen voran Silber. Dagegen stand Bitcoin unter starkem Abgabedruck.

Aktienmärkte: Aktienmärkte weiter überwiegend freundlich im Quartalsverlauf Q4-2025

Das Herbstquartal war an den Aktienmärkten weit überwiegend von einer positiven Grundtendenz geprägt. Der MSCI-World Index konnte im Quartalsvergleich um 2,86 Prozent zulegen. Der DAX stieg um 2,55 Prozent und der EuroStoxx 50 legte um 4,70 Prozent zu. US-Märkte gewannen an Boden. So verzeichnete der S&P 500 ein Plus in Höhe von 2,38 Prozent. Tech-Werte waren gefragt. Der US-Tech 100 stieg um 3,20 Prozent. Treiber des Anstiegs waren die Märkte in Japan (+12,39 Prozent) und Indien (+6,17 Prozent). Nach der starken Performance im Vorquartal standen die Märkte in China (-0,23 Prozent nach zuvor +17,9 Prozent) und Hongkong (-4,65 Prozent nach zuvor +11,56 Prozent) unter Abgabedruck.

Vergleich der Aktienmärkte im Quartalsverlauf

Im 4. Quartal 2025 wirkten unterschiedliche Katalysatoren auf die Aktienmärkte. Grundsätzlich unterstützte eine Hinwendung der Marktakteure zu Sachwerten, zu denen Aktien gehören. Die stabile bis freundliche Konjunkturlage lieferte keinen Gegenwind. Ebenso generierten Unternehmensdaten keine nachhaltigen negativen Überraschungen. Das gilt insbesondere für den KI-Sektor, der zwischenzeitlich wegen Bewertungssorgen unter Druck stand. Befürchtungen starker Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik bestätigten sich im Quartalsverlauf fortgesetzt nicht. Der Zinssenkungszyklus in den USA wirkte unterstützend. Zum Quartalsende notierten die westlichen Aktienmärkte in Schlagdistanz zu den historischen Höchstmarken.

Für das Winterquartal liegt der Fokus der Märkte auf Geopolitik, auf Entwicklungen in der US-Zoll- und Sanktionspolitik, auf Unternehmensdaten als auch auf der US-Zinspolitik. Die Voraussetzungen für weiter stabile bis freundliche Märkte ist grundsätzlich gegeben.

Rentenmärkte: Individuelle Renditebewegungen im Quartalsverlauf Q4-2025

Die Rentenmärkte lieferten im 4. Quartal 2025 keine einheitliche Linie. Immer stärker bestimmen divergente Entwicklungen bei den Themen Staatsdefizite, Konjunkturlagen, Strukturlagen und voraussichtliche Inflationsszenarien die Bewertung an den Rentenmärkten. Während in den USA im Quartalsvergleich ein zarter Renditeanstieg (0,03 Prozent) verzeichnet wurde, kam es in der Eurozone zu Zinsversteifungen (Deutschland +0,14 Prozent, Frankreich +0,02 Prozent). Im UK ergab sich ein nennenswerter Renditerückgang (-0,23 Prozent). Japans Märkte standen unter deutlichem Druck Rendite (+0,43 Prozent). In China wurde eine Seitwärtsbewegung verzeichnet.

Zur Einwertung hilft ein Blick auf den Jahresverlauf der Renditeentwicklungen

In den USA lag die Bandbreite der Renditen zwischen 4,76 Prozent und 3,99 Prozent. Ergo bewegt sich die Rendite derzeit mit 4,18 Prozent im unteren Viertel der Bandbreite. In Deutschland stellte sich die Bandbreite auf 2,35 Prozent - 2,89 Prozent. Aktuell bewegt sich die Rendite mit 2,86 Prozent nahe dem Jahreshöchstniveau und den höchsten Niveaus seit 2011. In Frankreich sieht es ähnlich aus. Die Bandbreite lag bei 3,06 Prozent - 3,61 Prozent, zum Jahresschluss bei 3,56 Prozent, ebenfalls auf den höchsten Niveaus seit 11 Jahren.

Im UK stellte sich die Bandbreite auf 4,39 Prozent bis 4,84 Prozent. Mit 4,47 Prozent lag die Rendite zum Jahresschluss im unteren Sektor. Japans Bandbreite der Renditen lag zwischen 1,10 Prozent - 2,08 Prozent und schloss am Jahreshoch. Japans Politik jetzt mit neuen fremdfinanzierten Wirtschaftsprogrammen wird an den Kapitalmärkten bei einer Staatsverschuldung in Höhe von rund 230 Prozent des BIP nicht mit Zuversicht begleitet. Die Reformunfähigkeit Frankreichs und Deutschlands hat die höchsten Renditeniveaus seit 14 Jahren zur Folge. Im UK wird der Schulterschluss der USA und des UK in den Feldern der Zukunftstechnologien (Volumen circa 300 Mrd. USD) und der Ausweitung des britischen Energiemantels (Atomenergie) goutiert.

Bezüglich der USA hat sich die Bewertung im Jahresverlauf zu Gunsten der US-Kapitalmärkte gewandelt. Hintergrund sind starke Wachstumszahlen, rückläufige Handelsbilanzdefizite und erste zarte Ansätze einer Reduktion der Staatsverschuldung. Mit den verbesserten Rahmendaten in den USA und den sich verschlechternden Rahmendaten für die Eurozone sollte sich das Vertrauen in die US-Kapitalmärkte fortsetzen. Japan, Deutschland und Frankreich waren zuletzt die Risikokandidaten und werden es ohne Neuausrichtungen bleiben.

Vergleich der Rendite-Entwicklungen an den Rentenmärkten

Devisenmärkte: Eurostärke bemerkenswert, Gold und Silber stehlen die Show im Quartalsverlauf Q4-2025

Der Euro konnte im 4. Quartal 2025 weitgehend die vorherige Stärke gegenüber dem USD verteidigen und sogar gegenüber dem JPY ausbauen. Hinsichtlich der unterproportionalen Performance der europäischen Rentenmärkte gegenüber den USA als auch der Tatsache, dass Produktionskapazitäten aus der Eurozone in die USA verlagert werden, stellt sich die Frage, welche Kapitalströme zu dieser Euro-Performance führen. Das gilt umso mehr, als dass sich die geowirtschaftlichen Bedingungen durch die US-Zollpolitik für die Eurozone markant verschlechterten und die Leistungsertüchtigung der USA, messbar an den starken und unerwarteten Wachstumsdaten, bemerkenswert war und ist. Gegenüber dem GBP und CHF kam es zu insignifikanten Rückgängen.

Silber und Gold waren im 4. Quartal 2025 die klaren Gewinner als faktische „Währungen ohne Fehl und Tadel“. Der Zerfall des globalen Organigramms und die US-Abkehr vom rechtsbasierten System erhöhte markant die Attraktivität dieser korrelierten Anlageklassen. Jede weitere Eskalation seitens der USA in Geopolitik (aktuell Venezuela), bei widerrechtlichen Sanktionen oder in der rechtsbefreiten Zollpolitik (nicht WTO-konform) erhöht die Attraktivität der Edelmetalle.

Bitcoin war im 4. Quartal 2025 der große Verlierer. Bitcoin ist keine „Quasi-Währung“, sondern als Krypto-Anlage eine Anlageklasse. Krypto-Anlagen spielen bei der Verrechnungseinheit des Globalen Südens, die Ende 2026 oder 2027 kommen wird, soweit bekannt eine untergeordnete Rolle.

Devisenmärkten im Quartalsverlauf

Fazit für die Devisenmärkte im vierten Quartal 2025

Die Stärke und Resilienz des Euros stach im 4. Quartal 2025 hervor und verdient sich den Begriff „bemerkenswert“. Belastende Daten und Fakten perlten weiter ohne Wirkung ab. Die Performance von Gold und Silber belegten die Nachfrage nach nicht korrelierten Anlagen mit Versicherungscharakter und historisch positiven Trackrecord in Krisenzeiten.

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Externe Quellen:

  • Netfonds AG

Geldanlagen im vierten Quartal 2025 als ePaper lesen

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Mittwoch, 14. Januar 2026

Vorabpauschale für 2025 – Anstieg vom Basiszins auf 2,53 Prozent und die Folgen für ETF & Fonds

 Da sich im Kalenderjahr 2025 der Basiszinssatz im positiven Bereich befindet, rückt für Kapitalanleger, die in ETFs und Investmentfonds investiert sind, die Vorabpauschale wieder in den Fokus. Nachfolgend soll verdeutlicht werden, was es damit auf sich hat und welche Folgen daraus resultieren. Anhand einer Beispielkalkulation, wird die gegebenenfalls zu zahlende Vorabpauschale für das Jahr 2025 berechnet. Die Zahlung, beziehungsweise Belastung durch das Anlageinstitut erfolgt Anfang 2026.

Positiver Basiszins für 2025 kann eine vorzeitige Steuerbelastung auslösen

Bei der Prüfung, ob es durch die Vorabpauschale zu einer Steuerbelastung kommt oder nicht und wie hoch eine etwaige Steuerbelastung ausfällt, ist ein sehr komplexes Verfahren. Hierbei spielt der sogenannte Basiszinssatz eine wichtige Rolle. Der Basiszinssatz leitet sich aus der langfristig erzielbaren Rendite für öffentliche Anleihen ab und wird jeweils vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) zum Beginn eines jeden Kalenderjahres veröffentlicht.

Basiszinssätze für die Berechnung der Vorabpauschale für die Kalenderjahre 2018 bis 2025:

Jahr Basiszinssatz
20180,87 %
20190,52 %
20200,07 %
2021-0,45 %
2022-0,05 %
20232,55 %
20242,29 %
20252,53 %

Nachdem der Basiszinssatz in den vergangenen Jahren jeweils positiv war, wurde der Basiszinssatz für das Jahr 2025 vor kurzem mit +2,53 Prozent festgelegt. Mit einem solchen positiven Basiszinssatz ist eine Steuervorabbelastung (Vorabpauschale) für Fonds für das Kalenderjahr 2025 gegeben. Eine monetäre Belastung erfolgt dann zum Jahresbeginn 2026.

Ermittlung der Vorabpauschale 2023 für ETF und Fonds

Ob eine Steuerbelastung 2025 erfolgt oder nicht, hängt aber noch von weiteren Faktoren ab

Zur Verdeutlichung bietet sich eine Beispielrechnung zur Ermittlung der Vorabpauschale bzw. der sich daraus ergebenden möglichen Steuerlast an.

Beispielrechnung zur Vorabpauschale 2025: Thesaurierender Aktienfonds, Fondsrücknahmepreis Anfang 2025 1.000 Euro

Es werden nacheinander nachstehende Rechnungen angestellt:

  • Rechnung 1: Es wird der Rücknahmepreis des Fonds zum Jahresbeginn mit 70 % des Basiszinssatzes multipliziert. Von dem Ergebnis werden ggf. im Kalenderjahr getätigte Ausschüttungen abgezogen. Wenn der Fonds teilfreigestellt ist, wird dieses ebenfalls berücksichtigt.
    • 1.000,00 Euro (Rücknahmepreis) * 2,53 % * 70 % (anteiliger Basiszinssatz) - 0,00 Euro (Ausschüttung) = 17,71 Euro
    • 17,71 Euro * 70 % (Teilfreistellung) = 12,397 Euro vorläufige Vorabpauschale
  • Rechnung 2: Als zweite Berechnung wird geprüft, welchen Wertzuwachs der Fonds im Kalenderjahr aufweist.
    Beispiel A: Wertzuwachs 100 Euro vom 01.01.25 - 31.12.2025
    100 Euro Wertzuwachs * 70 % (Teilfreistellung) = 70,00 Euro vorläufige Vorabpauschale
    Beispiel B: Wertzuwachs 10 Euro vom 01.01.25 - 31.12.2025
    10,0 Euro Wertzuwachs * 70 % (Teilfreistellung) = 7,00 Euro vorläufige Vorabpauschale
    Anmerkung: Ist die Wertentwicklung des Fonds im Kalenderjahr negativ, wird keine Vorabpauschale erhoben.
  • Rechnung 3: Die Ergebnisse der Rechnung 1 und der Rechnung 2 werden verglichen. Das niedrigere der beiden Ergebnisse stellt die endgültige Vorabpauschale dar.
    • Vergleich vorläufige Vorabpauschale 12,397 Euro aus Rechnung 1 versus vorläufige Vorabpauschale 70,00 Euro aus Rechnung 2, Beispiel 2 a: 12,397 Euro ist niedriger. In der Folge wäre im Beispiel 2 a die endgültige Vorabpauschale 12,397 Euro.
    • Vergleich vorläufige Vorabpauschale 12,397 Euro aus Rechnung 1 versus 7,00 Euro vorläufige Vorabpauschale aus Rechnung 2, Beispiel 2 b: 7,00 Euro ist niedriger. In der Folge wäre in der Variante 2 b die endgültige Vorabpauschale 7,00 Euro.

So errechnet sich die Abgeltungssteuer auf die Vorabpauschale 2025

Die so ermittelte endgültige Vorabpauschale stellt die Grundlage für die Berechnung der Steuerlast dar. Sind Verlustvorträge vorhanden oder liegt ein Freistellungsauftrag vor, so erfolgt hier eine Gegenrechnung und eine Berechnung der Abgeltungssteuer entfällt. Andernfalls erfolgt eine Belastung der Abgeltungsteuer.

Nachstehend die Belastungshöhe der Abgeltungsteuer aus den vorherigen Beispielen:

  • endgültige Vorabpauschale 12,397 Euro * 25 % Abgeltungssteuer = 3,10 Euro Abgeltungssteuer (zzgl. Soli und ggf. KiSt)
  • endgültige Vorabpauschale 7,00 Euro * 25 % Abgeltungssteuer = 1,75 Euro Abgeltungssteuer (zzgl. Soli und ggf. KiSt)

Folgende Dinge sind für Anleger auch wichtig:

  • Die Belastung der Vorabpauschale erfolgt immer rückwirkend.
  • Durch die Gegenrechnung von Ausschüttungen sind insbesondere thesaurierende und teilthesaurierende Fonds von der Vorabpauschale betroffen.
  • Die vorab gezahlte Steuer ist nicht verloren, sondern wird bei einem späteren Fondsverkauf steuermindernd berücksichtigt. Dies erhöht jedoch nochmals die Komplexität der Vorausberechnung der zu erwartenden Steuern bei einem späteren Fondsverkauf. Soll der Erlös aus Fondsverkäufen wieder reinvestiert werden, sollte daher entweder:
    a) eine leicht zeitversetzte Wiederanlage erfolgen, damit bereits die Verkaufsabrechnung vorliegt
    b) eine Voranfrage zur Ermittlung der voraussichtlichen Steuerlast an die depotführende Stelle gestellt werden
    c) ausreichend zusätzlicher Liquiditätspuffer auf dem Konto vorhanden sein.
  • Grundsätzlich erfolgt der Einzug der Steuer durch die depotführende Stelle. Ist ein Einzug nicht möglich, wird dies dem Finanzamt gemeldet.

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Montag, 29. Dezember 2025

Sicherheit als Investmentchance: Denn die Investitionen in die Gefahrenabwehr werden tendenziell steigen

 Investitionen in Verteidigungs- und Sicherheitsunternehmen galten noch vor wenigen Jahren für viele Privatanleger als ein Tabuthema. Rüstungswerte standen häufig auf Ausschlusslisten von Fonds oder ETFs. Das Image der Unternehmen war negativ besetzt und ethische Bedenken dominierten die Wahrnehmung. Inzwischen hat sich diese Sichtweise grundlegend gewandelt. Die geopolitische Lage, massive Budgetsteigerungen und technologische Fortschritte haben den europäischen Verteidigungssektor in den Fokus von Anlegern gerückt.

Weltweit stiegen die Militärausgaben 2024 auf rund 2,7 Billionen US-Dollar, ein Plus von 9,4 Prozent. Europa legte mit etwa 17 Prozent deutlich stärker zu als andere Regionen. Hinzu kommt die politische Verpflichtung der NATO-Mitglieder bis 2035 bis zu fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren. Die EU unterstützt diesen Trend mit Programmen zur Stabilisierung von Lieferketten und der Förderung gemeinsamer Beschaffungsvorhaben. Für Anleger eröffnen sich damit klare, langfristige Chancen in einem Markt, der zuvor als Nische galt.

Staatliche Programme werden langfristig kalkuliert - Stabilität für Investoren

Staatliche Programme für Luft- und Raumfahrt, Munition, Panzer und technische Geräte laufen über mehrjährige Zyklen, wodurch Auftragsbücher für Unternehmen verlässlich gefüllt sind. Das schafft für Investoren eine Stabilität, die in klassischen konjunkturabhängigen Branchen selten ist. Gleichzeitig umfasst der Sektor heute deutlich mehr als klassische Rüstungsgüter: Sensorik, Software, Kommunikationssysteme, Wartung und Cyberabwehr sind zentrale Bestandteile. Die zunehmende Bedeutung von Cyberabwehr spiegelt die Realität moderner Sicherheitsrisiken wider. Angriffe auf kritische Systeme können immense wirtschaftliche und politische Schäden verursachen.

Deutschland - Militärausgaben 1953 bis 2024

Unternehmen, die auf Cyberabwehr spezialisiert sind, liefern daher nicht nur Produkte für Verteidigungsbehörden, sondern auch für zentrale zivile Infrastrukturen wie Energieversorgung, Transport und Kommunikation. Das eröffnet wiederkehrende Erlöse, stabilisiert die Geschäftsmodelle und macht Cyberabwehr zu einem der am stärksten wachsenden Segmente im Verteidigungsbereich.

Europa holt in diesem Bereich massiv auf. Staaten wie Deutschland, Frankreich, Polen und Schweden erhöhen ihre Verteidigungsbudgets deutlich, modernisieren ihre Streitkräfte und investieren in neue Technologien. Die EU verstärkt zudem industrielle Kooperationen, um langfristig ihre Lieferketten zu sichern. Dies stärkt nicht nur etablierte Unternehmen, sondern auch innovative Zulieferer. Damit können Anleger an einem breit gefächerten Sektor teilhaben, der sowohl traditionelle als auch zukunftsorientierte Geschäftsfelder vereint.

Auch der Blick auf Nachhaltigkeit hat sich verändert

Früher wurde der Verteidigungssektor von vielen Anlegern wegen ethischer Bedenken gemieden. Heute lassen sich Investments differenzierter gestalten. Viele Fonds schließen weiterhin kontroverse Waffen aus, während Unternehmen, die sogenannte „dual-use-Lösungen“ (sowohl zivil als auch militärisch nutzbar) oder sicherheitsrelevante Technologien liefern, zunehmend als notwendig für Stabilität und gesellschaftliche Sicherheit angesehen werden. Für Anleger bedeutet das: Ein Investment kann in Einklang mit eigenen ESG-Vorstellungen stehen, wenn die Auswahl bewusst getroffen wird.

Für 2026 zeigt sich ein vielversprechender, aber differenzierter Ausblick. Die bereits beschlossenen Budgetsteigerungen sichern Aufträge für mehrere Jahre, insbesondere in klassischen Segmenten (Luftverteidigung, Munitionsproduktion, Panzer- und Schiffstechnologie). Gleichzeitig entstehen neue Wachstumsfelder: Cyberabwehr, digitale Sicherheit und Raumfahrtanwendungen werden künftig deutlich an Bedeutung gewinnen. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Cyberlösungen stark steigen wird, weil Staaten und kritische Infrastruktur zunehmend Angriffen ausgesetzt sind und gleichzeitig regulatorische Anforderungen an Sicherheit zunehmen.

Technologische Fortschritte, darunter Drohnen, elektronische Kriegsführung und intelligente Überwachungssysteme, könnten in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen. Dies erhöht die Diversifikation innerhalb von Fonds und ETFs, da Hardware-, Service- und Technologiefirmen gemeinsam vertreten sind. Anleger können so Risiken einzelner Unternehmen reduzieren, während sie am Wachstum des Sektors partizipieren.

Politische und regulatorische Risiken werden das Thema aber auch in 2026 begleiten

Der weitere Verlauf des Ukraine-Kriegs, Haushaltsänderungen, Regierungswechsel oder geänderte Prioritäten können Aufträge verzögern. Exportkontrollen oder internationale Abkommen können den Zugang zu Märkten beeinflussen. Diese Risiken sollten Anleger bewusst einplanen, weshalb der Verteidigungssektor idealerweise als kleiner, klar definierter Baustein im Portfolio genutzt wird. Gleichzeitig bieten die langfristige Nachfrage, die breite Wertschöpfung und die strukturellen Wachstumstreiber gute Chancen auf stabile Erträge, auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.

Fazit

Insgesamt zeigt sich: Verteidigungs- und Sicherheitsinvestments sind heute keine Randerscheinung mehr. Europa investiert massiv in seine Fähigkeiten, politische Zusagen sichern Aufträge, und technologische Innovationen erweitern die Chancen für Unternehmen und Anleger. Mit einem klaren Ziel, definiertem Risiko und einer bewussten Berücksichtigung von ESG-Kriterien kann der europäische Verteidigungssektor 2026 als interessanter Satellit im Portfolio dienen. Cyberabwehr und digitale Sicherheit könnten dabei zu den dynamischsten Segmenten zählen, die das Thema langfristig prägen.

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Sonntag, 16. November 2025

Der globale Wettlauf um strategische Rohstoffe

 Die weltweite Nachfrage nach strategischen Rohstoffen steigt rasant. Materialien wie Lithium, Kupfer, Kobalt oder Seltene Erden sind längst nicht mehr auf einzelne Industrien beschränkt, sondern bilden das Fundament zahlreicher Zukunftstechnologien. Ohne sie wären Elektroautos, Batterien, erneuerbare Energieanlagen oder moderne Kommunikations- und Rechenzentren kaum denkbar. Selbst Bereiche wie Medizintechnik oder Verteidigung hängen stark von diesen Rohstoffen ab.

Der globale Rohstoffhunger hat damit auch für Anleger eine große Bedeutung

Die Versorgung mit diesen Rohstoffen ist jedoch komplex und wird durch geopolitische Abhängigkeiten erschwert. China dominiert die Verarbeitung vieler kritischer Materialien und beherrscht den Markt bei Seltenen Erden, Kobalt, Lithium und Graphit. Der aktuelle Handelskonflikt zwischen China, den USA und anderen Staaten verstärken die Unsicherheit auf den Märkten zusätzlich. So haben Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden, die in vielen Produkten von Smartphones über Elektroautos bis hin zu Verteidigungstechnologie eingesetzt werden, zu Preissprüngen und Sorgen um Lieferketten geführt. Alternativen wie australische, kanadische oder afrikanische Förderprojekte sind zwar geplant, neue Minen benötigen aber oft über zehn Jahre, bevor sie mit der Förderung starten können.

Lithium - Wo der Treibstoff der Elektroautos schlummert

Die langfristigen Wachstumstreiber sind vielfältig. Elektrofahrzeuge benötigen deutlich mehr Kupfer, Lithium und Kobalt als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Windkraftanlagen und Solarmodule setzen Seltene Erden und weitere spezialisierte Metalle ein. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Rechenzentren und 5G-Netze erhöhen den Bedarf an Halbleitern, Aluminium und Kupfer. Gleichzeitig werden strategische Materialien in der Medizintechnik, in der Verteidigung und in der Industrieautomation immer wichtiger. Das Angebot bleibt jedoch begrenzt.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Recycling und Kreislaufwirtschaft an Bedeutung

Wiederverwertung von Batterien und Elektronik kann Rohstoffe einsparen und gleichzeitig den Energieverbrauch deutlich reduzieren. Beispielsweise spart die Herstellung von Aluminium aus recyceltem Material bis zu 95 Prozent Energie im Vergleich zur Primärproduktion, bei Batteriemetallen sind es rund 80 Prozent. Kreislauflösungen tragen damit nicht nur zur Versorgungssicherheit bei, sondern unterstützen auch die Dekarbonisierung der Industrie. Politische Initiativen in Europa sowie den USA schaffen zusätzliche Anreize für Recycling und die Nutzung lokaler Ressourcen. Zu den Maßnahmen gehören Vorgaben für recycelte Anteile in Batterien oder steuerliche Vorteile für heimische Rohstoffe. Trotzdem reicht dies aktuell nicht aus, um den „Rohstoffhunger“ zu stillen.

Für Anleger eröffnet die wachsende Nachfrage nach strategischen Rohstoffen Chancen, die über den Energiesektor hinausgehen. Unternehmen, die diese Materialien fördern, verarbeiten oder innovative Recyclingtechnologien einsetzen, können von langfristigem Wachstum profitieren. Auch Firmen, die strategische Metalle für die Digitalisierung, Industrie 4.0, Verteidigung oder Medizintechnik bereitstellen, sind Teil dieses Wachstumsmarktes. Investitionen über Fonds oder ETFs, die auf Rohstoffe, strategische Metalle oder zukunftsweisende Technologien ausgerichtet sind, ermöglichen es, an diesen Entwicklungen teilzuhaben.

Zudem gelten Rohstoffe seit jeher als guter Schutz vor Inflation

Steigen die Preise allgemein, ziehen oft auch die Rohstoffpreise an. Das liegt daran, dass sie reale Werte darstellen. Also Dinge, die man nicht einfach „vermehren“ kann wie Geld. Auch bei einem schwächeren US-Dollar sind Rohstoffe interessant. Da sie weltweit meist in Dollar gehandelt werden, steigen ihre Preise, wenn der Dollar an Wert verliert. Für Anleger kann das ein wichtiger Vorteil sein. So bieten Rohstoffe nicht nur langfristige Wachstumschancen, sondern auch Stabilität in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.

Dabei sollten Anleger jedoch beachten, dass Rohstoffmärkte volatil sind und stark auf politische Entscheidungen, neue Projekte oder technologische Innovationen reagieren. Eine breite Streuung über verschiedene Materialien und Regionen kann helfen, Risiken zu reduzieren. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von nachhaltigen Standards. Unternehmen, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte (ESG) in ihren Lieferketten verbessern, den Bergbau effizienter gestalten und Recyclinglösungen einsetzen, sind besonders interessant. Nicht nur für verantwortungsbewusste Anleger, sondern auch für institutionellen Investoren, die auf transparente und nachhaltige Geschäftsmodelle setzen.

Fazit

Wer strategische Rohstoffe als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio berücksichtigt, kann damit an einem langfristigen Nachfragewachstum teilhaben, das nicht nur die Energiewende, sondern auch Digitalisierung, Industrie 4.0, Medizintechnik und Verteidigung umfasst. Anleger müssen jedoch die Risiken von Preisvolatilität, geopolitischen Spannungen und technologischen Veränderungen im Blick behalten. Strategische Rohstoffe sind damit nicht nur ein unverzichtbarer Baustein für die Industrie der Zukunft, sondern ein interessantes Anlagesegment, das die zentralen Trends der kommenden Jahrzehnte widerspiegelt.

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Dienstag, 28. Oktober 2025

Dollarschwäche in 2025 – Auswirkungen und Chancen für Anleger

 Die Dollarschwäche prägt das Jahr 2025 und verändert die Spielregeln für Anleger im Euroraum grundlegend. In diesem Beitrag sollen die Ursachen – von Zinsdifferenzen über US-Fiskalpolitik bis hin zu Marktpsychologie – eingeordnet werden und zeigen, welche Chancen und Risiken daraus entstehen. Besonders beleuchtet werden soll, wie sich der schwächere Greenback auf US-Aktien und -Anleihen aus Euro-Sicht auswirkt und wann Währungsabsicherungen sinnvoll sein können. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf Gold als strategischem Stabilitätsanker in Phasen nachlassender Dollarstärke. Das Ziel: Eine klare Orientierung, damit man die Bewegungen am Devisenmarkt nicht nur versteht, sondern gezielt für dass Portfolio nutzen kann.

Nach Jahren der Stärke gerät der US-Dollar 2025 zunehmend unter Druck

Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete er sogar den stärksten Rückgang seit über fünf Jahrzehnten. Gegenüber dem Euro verlor der sogenannte „Greenback“ mehr als 12 Prozent. Für Anleger aus dem Euroraum entfaltet diese Entwicklung eine doppelte Wirkung: Wer in den vergangenen Jahren in US-Aktien oder -Anleihen investiert war, musste jüngst zusehen, wie Währungsgewinne schmolzen oder Renditen durch den schwächeren Wechselkurs geschmälert wurden. Gleichzeitig eröffnen die aktuellen Wechselkursniveaus aber auch neue Chancen, denn amerikanische Wertpapiere sind aus Euro-Sicht nun günstiger zu haben. Wer günstigere Alternativen abseits des Dollars sucht, wird aber ebenfalls noch fündig.

Welche Möglichkeiten der Geldanlage nutzen Sie aktuell?

Die Gründe für die Dollar-Schwäche sind vielfältig. Eine zentrale Rolle spielt die US-Wirtschaftspolitik. Die Staatsverschuldung ist zuletzt massiv gestiegen und liegt inzwischen bei über sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ein Defizit, wie man es sonst nur aus klassischen Krisenzeiten kennt. Gleichzeitig setzt die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre expansive Haushaltspolitik fort. Steuererleichterungen und neue Ausgabenprogramme („Big Beautiful Bill“) haben das Vertrauen in die Solidität der amerikanischen Finanzen belastet.

Genauso wie die Unsicherheit aufgrund der aggressiven Zollpolitik gegenüber vielen wichtigen Handelspartnern. Hinzu kommt das innenpolitische Klima: Donald Trump attackiert regelmäßig die Notenbank Federal Reserve und deren Vorsitzenden Jerome Powell, um eine noch lockerere Geldpolitik durchzusetzen. Diese Einmischung in die Unabhängigkeit der Fed verunsichert die Märkte erheblich und beschädigt das Bild des US-Dollar als „sicherer Hafen“.

Euro gegenüber US-Dollar in 2025

Auch das Zinsumfeld trägt zur Dollarschwäche gegenüber dem Euro bei. Während die Europäische Zentralbank nach mehreren Zinssenkungen eine Pause eingelegt hat und die Inflation im Euroraum bei etwa zwei Prozent liegt, werden in den USA weitere Zinssenkungen erwartet. Der Zinsunterschied, der den Dollar in den vergangenen Jahren gestützt hat, schrumpft somit, was den Euro zusätzlich stärkt. Gleichzeitig erhält der Euro Rückenwind durch geplante Investitionen in Deutschland, unter anderem in Infrastruktur und Verteidigung, die das Wirtschaftswachstum in der Eurozone fördern sollen.

Auswirkungen für europäische Anleger

Für europäische Anleger stellt sich damit die Frage, wie sie auf diese Entwicklung reagieren sollen. Kurzfristig ist klar: Wer bereits in US-Aktien investiert ist, sieht die Renditen durch den schwächeren Dollar geschmälert. Gleichzeitig sind die Titel aus Euro-Sicht nun günstiger geworden, was für Investitionen interessant sein kann. Allerdings bleiben die Bewertungen vieler amerikanischer Unternehmen im historischen Vergleich hoch, weshalb Wechselkursüberlegungen allein kein ausreichendes Kaufargument darstellen sollten.

Bei US-Anleihen zeigt sich ein ähnliches Bild: Zehnjährige Staatsanleihen werfen derzeit rund 4,3 Prozent Rendite ab, während vergleichbare deutsche Bundesanleihen nur bei etwa 2,6 Prozent liegen. Sollten sich die Wechselkurse in Richtung ihres langfristigen Durchschnitts bewegen, könnten Anleger mit US-Anleihen sogar zusätzliche Währungsgewinne erzielen. Gleichwohl bleibt dieses Szenario unsicher, denn eine weitere Abwertung des Dollar würde die Renditen entsprechend belasten.

Währungsabsicherungen sind in diesem Umfeld nicht immer sinnvoll. Sie können zwar kurzfristige Volatilität abfedern, doch auf längere Sicht mindern sie häufig die Rendite und sind zudem mit laufenden Kosten verbunden. Viele Experten empfehlen daher, bei langfristigen Aktieninvestments auf Währungsabsicherungen zu verzichten und die Diversifizierung über Länder und Währungen zu nutzen. Bei Anleihen kann ein gezieltes Hedging sinnvoll sein, um das Portfolio stabiler zu gestalten.

Gold – stabiler Anker in Zeiten von Dollarschwäche

Die jüngste Entwicklung des US-Dollars macht deutlich, dass Anleger ihr Portfolio nicht nur auf Aktien und Anleihen stützen sollten. Gold spielt in diesem Zusammenhang eine zunehmend wichtige Rolle. Die gelbe Edelmetallwährung gilt seit Jahrhunderten als sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit. Steht der Dollar unter Druck, tendiert Gold dazu, an Wert zu gewinnen und ist damit eine natürliche Absicherung gegen Währungsrisiken.

Aktuell beobachten wir zudem, dass nicht nur private Anleger, sondern auch Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven deutlich aufstocken. Länder wie China, Russland und andere Schwellenländer haben in den vergangenen Jahren ihre Bestände massiv erhöht. Ziel dieser Aufstockungen ist es, unabhängiger vom US-Dollar zu werden und die Risiken einer globalen Finanzwelt abzufedern, in der der Dollar bisher die dominante Reservewährung war.

Gold dient dabei nicht nur als Absicherung gegen Inflation oder Währungsabwertung, sondern auch als strategisches Mittel zur Diversifizierung der nationalen Reserven. Für europäische Anlegerinnen und Anleger bedeutet dies konkret: Gold kann als Teil eines global diversifizierten Portfolios helfen, das Risiko von Währungsschwankungen abzufedern und die Resilienz des Portfolios insgesamt zu erhöhen.

Wie geht es weiter?

Alles in allem ist der Abgesang auf den Dollar als Weltleitwährung verfrüht. Die USA bleiben die größte und produktivste Volkswirtschaft der Welt, ihr Kapitalmarkt ist liquide und ihre Unternehmen dominieren viele Schlüsselindustrien. Dennoch zeichnet sich ab, dass die einstige Selbstverständlichkeit einer Dollar-Stärke nicht mehr gilt. Für europäische Anleger bedeutet dies, dass sie ihre Erwartungen an die Rolle der US-Währung anpassen und den Dollaranteil in ihren Portfolios überdenken sollten. Wer die aktuelle Situation klug nutzt, kann sowohl Chancen wahrnehmen als auch Risiken reduzieren. Entscheidend ist, nicht in kurzfristige Spekulationen zu verfallen, sondern die Dollarschwäche als Anlass zu nehmen, das eigene Portfolio global breiter und robuster aufzustellen.

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Montag, 20. Oktober 2025

Geldanlagen im 3. Quartal 2025 - US-Zoll- und Geopolitik weiter globale Belastungsfaktoren

 Das 3. Quartal 2025 war gekennzeichnet von fortgesetzten Verwerfungen. Allen voran belastet die US-Zollpolitik, die im September global noch einmal verschärft wurde (u.a. Pharmaprodukte). Es kam zu Vereinbarungen zwischen den USA und der EU, die die Position der USA markant verbesserten und die EU ebenso wie Japan und Südkorea zu massiven Energiekäufen und Investitionen in den USA verpflichten.

Die US-Politik, mit Zoll- und Sanktionspolitik Willfährigkeit dritter Länder zu erzwingen (u.a. Indien), setzt sich daneben fort und teilt die Welt weiter zwischen dem westlichen Block und dem Globalen Süden. Die rückläufige Homogenität in der Weltwirtschaft verringert Potentialwachstumskräfte.

Belastungsfaktor für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte

Die Geopolitik blieb und bleibt in der Gesamtheit ein Belastungsfaktor für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte. Zum Ende des Quartals kamen Hoffnungswerte auf eine Befriedung des Gaza-Konflikts durch den US-Friedensplan auf. Dagegen nimmt der Konflikt des Westens mit dem Iran ob des Atomprogramms zu. Der Ukraine-Konflikt setzte sich im 3. Quartal fort. Es ergab sich ein verstärkter Schulterschluss zwischen den USA und der EU gegenüber Russland. Der Konflikt eskalierte verbal und waffentechnisch (voraussichtliche Tomahawk Lieferungen durch USA) im Quartalsverlauf. Eine geographische Ausweitung des Konflikts steht im Raum.

Als Konsequenz dieser Gemengelage konnte die nicht korrelierte Anlageklasse der Edelmetalle, allen voran Gold (Phalanx von historischen Höchstkursen), aber auch Silber (höchste Notierungen seit 2011) und Bitcoin an Boden gewinnen. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen erhöhte der Internationale Währungsfonds (IWF) die globale Wachstumsprognose im World Economic Outlook per Juli 2025 von bisher 2,8 Prozent auf 3,0 Prozent für das laufende Jahr. Für die Industrieländer wurde die Prognose per 2025 um 0,1 Prozent auf 1,5 Prozent hochgesetzt, für den Globalen Süden lag die Revision bei +0,4 Prozent auf 4,1 Prozent.

Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose für die USA um 0,1 Prozent auf jetzt 1,9 Prozent erhöht. Für die Eurozone ging es um 0,2 Prozent auf 1,0 Prozent nach oben. Die deutsche BIP-Prognose erfuhr eine Anpassung um 0,1 Prozent auf jetzt 0,1 Prozent Wachstum per 2025. Unter den bedeutenden Ländern nimmt Deutschland bezüglich des Wachstums den letzten Rang ein.

Aktueller Einkaufsmanagerindices in Q3-2025 als Bewertungsmaßstab

Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, Frühindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 3. Quartals 2025 ein positives Gesamtbild. Die USA führen im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezüglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen mit 53,6 Zählern vor der Eurozone mit 51,2 Zählern, Japan mit 51,1 Punkten und Großbritannien mit 51,0 Zählern. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem 1. Rang mit 61,9 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,6 Zähler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 3. Quartal 2025 weltweit ein heterogenes Bild. Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) unwesentlich von 66,59 USD auf 66,38 USD (Stichtag für alle Rohstoffe 29. September), nachdem zuvor am 30. Juli 2025 Höchstkurse bei 72,69 USD markiert wurden. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Rückgang um gut 3 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA ein Rückgang um rund 16 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten steigende Preise. Kupferpreise legten im Quartalsvergleich auf EUR-Basis um knapp 5,9 Prozent zu. Bei Nickel lag das Plus auf EUR-Basis bei rund 1,5 Prozent. Bei Aluminium kam es auf EUR-Basis zu einem Anstieg in Höhe von circa 4,3 Prozent.

Verbraucherpreise in der EU stabil und in den USA angestiegen

In der Eurozone ergab sich bei den Verbraucherpreisen in der Phase von Juni bis August mit unverändert 2,0 Prozent keine Veränderung. Dagegen kam es in den USA in diesem Zeitraum zu einem Anstieg in Höhe von 2,7 Prozent auf 2,9 Prozent und in Großbritannien zu einer Zunahme von 3,6 Prozent auf 3,8 Prozent. Auch in Japan gaben die Verbraucherpreise in diesem Zeitfenster von 3,3 Prozent auf 2,7 Prozent nach.

Im 3. Quartal 2025 stellte sich bei den Verbraucherpreisen in China im Verlauf ausgehend von 0,1 Prozent im Juni ein Verfall auf -0,4 Prozent per August 2025 ein. In Indien, das grundsätzlich von höheren Inflationsraten geprägt war, sank der Anstieg der Verbraucherpreise seit Oktober 2024 von 6,21 Prozent auf 2,07 Prozent (August 2025).

Das 3. Quartal 2025 war bezüglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von einer Zinssenkung in den USA und dem UK um jeweils um 0,25 Prozent auf 4,125 Prozent, respektive 4,00 Prozent.  Die Europäische Zentralbank (EZB) pausierte im 3. Quartal in ihrem Zinssenkungszyklus (Anlagezins 2,00 Prozent). Japans Notenbank verweigerte Zinserhöhungen (aktuell 0,50 Prozent). In China wurden die Zinssätze für die „Loan Prime Rates“ trotz des Deflationsbilds unverändert belassen (1-jährige Kredite 3,00 Prozent, 5-jährige Kredite 3,50 Prozent).

Fazit zum 3. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde und der disruptivem US-Zoll-als auch Standortpolitik, aber auch wegen mangelnder Reformbereitschaft in Frankreich und Deutschland Potentialwachstumskräfte, hält aber aktuell ein Wachstumstempo real um die 3 Prozent-Marke.

Die Konjunkturverläufe zwischen den Wirtschaftsräumen des Westens und des Globalen Südens blieben und bleiben pro Globalem Süden ausgerichtet. Die Anpassungen der IWF-Prognosen im Juli waren eindeutig.

Während sich der „Globale Süden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, läuft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusätzlich durch die Akzeptanz des „US-Zolldiktats“ und Verweigerung überfälliger Reformen unterproportional zu wachsen.

Die erwarteten Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik sind bisher nicht eingetreten. Das grundsätzlich moderate Inflationsbild erlaubte der US-Notenbank den Beginn des Zinssenkungszyklus mit unterstützenden Folgen für die US-Wirtschaft und die US-Finanzmärkte.

Die Perspektive: Geopolitische Risiken höher, aber Wirtschaft zuversichtlich

Die von den USA ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen werden sich grundsätzlich auf die globale Wirtschaftsaktivität weiter belastend auswirken. Ein nachhaltiger Lastwechsel in Richtung verstärkten globalen Wachstums ist vor dem aktuell verfügbaren Nachrichten- und Datenhintergrund unwahrscheinlich, auch wenn sich die globale Wirtschaft resilient, erkennbar an harten Daten, und zuversichtlich, erkennbar an Sentiment-Indikatoren, zeigt.

Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich. Die Neuausrichtung der USA in der Ukraine-Krise, jetzt enger an der Seite der EU und der Ukraine, impliziert darüber hinaus eine militärische Eskalation mit dem Risiko einer geografischen Ausweitung des Konflikts. Die Möglichkeit, dass der Konflikt eine globale Dimension annimmt, steigt mit entsprechend belastenden Folgen für Real- und Finanzwirtschaft. Der Anstieg des Goldpreises mit neuen historischen Höchstmarken im September diskontierte dieses Risikoszenario.

Eine aktuell möglich erscheinende Friedenslösung im Gaza-Konflikt kann im 4. Quartal 2025 ein Aufheller der Stimmung sein

Im 4. Quartal 2025 werden das derzeitig milde globale Inflationsszenario und das daraus resultierende Potential für Zinssenkungen entlastend wirken, allen voran in den USA, aber auch in Fernost, wo es partiell zu Deflationsszenarien (u.a. China, Thailand) kommt.

Die US-Politik unter Präsident Trump zeigte und zeigt in der US-Wirtschaft Wirkung. Durch die Reformen, die das Leistungspotential der Ökonomie erhöhen, wirken sich die US-Disruptionen zu Gunsten der US-Wirtschaft aus. Allein die zugesagten Investitionen der EU, Japans und Südkoreas belaufen sich auf mehr als 1,5 Billionen USD. Sie werden ihre Wirkung, sofern es dazu kommt (Rechts- und Potentialfragen), entfalten. Die US-Wirtschaft ist und bleibt der Profiteur der „US-Wirtschaftskriege“.

Das US-Wachstum per 2. Quartal 2025 wurde unerwartet im Verlauf von 3,0 Prozent (Erstschätzung) final auf 3,8 Prozent (annualisiert) revidiert. Die Industrieproduktion stieg die letzten drei Monate im Jahresvergleich um die Marke von 1 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze verzeichneten in den letzten drei Monaten im Jahresvergleich Zuwachsraten von 4,09 Prozent - 5,00 Prozent. Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft zeigt mit der Zinssenkung erste Anzeichen einer Erholung. So lieferten der Index anhängiger Hauskäufe (Top seit 05/2025), der MBA Hypothekenmarktindex (Top seit 04/2022) und der Absatz neuer Wohnimmobilien (Top seit 01/2022) allesamt positive Entwicklungen.

Trumps massive Erfolge, Investitionen in die USA zu leiten (mehr als 5 Billionen USD), spielen auf kurze Sicht eine untergeordnete Rolle, sie haben mittel- und langfristig positiven Charakter. Unterschwellig unterstützend wirken in den USA die Themen Energieversorgungssicherheit und insbesondere im Vergleich zu Europa günstige Energiepreise. Die USA werden auch im 3. Quartal 2025 der „Outperformer“ unter den westlichen Nationen sein. Verwerfungen durch einen aktuell möglichen Shutdown wären temporärer Natur, wie vergangene Shutdowns belegen, und würden im Zeitverlauf aufgeholt.

Frankreich entwickelt sich zum Problemfall für die EU

Die beiden Schwergewichte der EU, Deutschland und Frankreich, waren mangels umfassender Reformpolitik im 3. Quartal 2025 Belastungsfaktoren in der Eurozone. In Frankreich spitzt sich die Lage zu. Das Thema Unregierbarkeit steht im Raum und damit eine Fortsetzung der verfehlten Politikansätze. Die deutsche Regierung bewegt sich zwischen Wortbrüchen und Reformankündigungen, ohne bisher belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch großer Teile der Wirtschaft verloren. Die ehemaligen Problemländer, allen voran Spanien und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone.

Ihre Kraft und ihr Einfluss reichen jedoch nicht aus, um das Blatt der Eurozone zum Guten zu wenden. Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen im 4. Quartal 2025 weiter nach unten ziehen, nimmt zu. Fehlende Konkurrenzfähigkeit der beiden Kernländer bei den Rahmendaten wird durch die US-Reform- und Zollpolitik, jüngst aber auch durch das UK durch Hinwendung zur Atomkraft und starke US-Investitionen in Zukunftsindustrien, weiter zunehmen. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben. Zudem ist Kontinentaleuropa bei Ausweitung des Ukraine-Konflikts potentielles „Theatre of war“.

Indien liefert derzeit in Asien die stärksten Datensätze. Inwieweit das aggressive US-Zollregime gegen Indien diese Performance stören kann, ist offen. Frühindikatoren reagierten bisher nicht oder kaum. Die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. Weitere Zinssenkungen zur stärkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich. Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von Stabilität mit positivem Grundton geprägt sein.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer zunehmenden Dynamik der Weltkonjunktur

Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per August 2025 mit 52,9 Punkten den höchsten Indexwert seit 14 Monaten, solides Wachstum implizierend. Der Dienstleistungssektor trug dazu wesentlich bei.

Der Einkaufsmanagerindices (PMIs) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die USA mit 52,0 Punkten (S&P Index) Expansion. Dagegen implizieren die PMIs für die Eurozone mit 49,5 Punkten (Deutschland 48,5), für Japan mit 48,4 Zählern und das UK mit 46,2 Zählern Kontraktion.

Die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor belegen für  Indien mit 57,5 Zählern starke Expansion (Industrieproduktion +4,0 Prozent), dagegen für China mit 49,8 Punkten (Industrieproduktion +5,2 Prozent), für Russland  mit 48,7 Zählern (Industrieproduktion +0,5 Prozent)  und für Brasilien mit 47,7 Punkten (Industrieproduktion +0,2 Prozent) Kontraktion.

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 3. Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung im erhöhten Wachstumsmodus und sorgte für die gute Performance der Einkaufsmanagerindices bezüglich der Gesamtwirtschaft (Composite Indices).

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft mit einem Anteil zwischen 60Prozent-70Prozent der Gesamtwirtschaft. Dieser Sektor war im 3. Quartal 2025 der entscheidende Katalysator des Wachstums. Das wird sich im 4. Quartal 2025 fortsetzen. Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer Zinssenkungen liefern für die Verstetigung der Wirtschaftsaktivität grundsätzlich Unterstützung. Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische Unterstützung für die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen.

Fed mit erster Leitzinssenkung in diesem Jahr

Die im 3. Quartal 2025 verfügte Leitzinssenkung seitens der Federal Reserve (0,25 Prozent) hatte leichte Traktion am Rentenmarkt, dagegen verpuffte die Leitzinssenkung der Bank of England (0,25Prozent). Damit stand der Entlastung am Geldmarkt, die wichtig für die Finanzierung des Umlaufvermögens ist, eine überschaubare Entlastung am US-Kapitalmarkt und keine Entlastung am britischen Rentenmarkt gegenüber (Investitionen). Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg im Quartalsvergleich von 2,60 Prozent auf aktuell 2,72 Prozent und die 10-jährige britische Staatsanleihe von 4,48 Prozent auf 4,70 Prozent. Anders war das in den USA. Dort kam es im 3. Quartal 2025 zu einem Rückgang von 4,21 Prozent auf 4,15 Prozent.

Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte keine belastenden Auswirkungen. Ölpreise waren wenig verändert, Gaspreise rückläufig und Industriemetallpreise leicht ansteigend. Dagegen ergaben sich im Sektor Agrarrohstoffe bei Weizen (+21,9 Prozent), Kaffee (+21,3 Prozent), Orangensaft (+8,8 Prozent) und Zucker (+3,5 Prozent) Preisanstiege. Kakao (-25,2 Prozent) war dagegen deutlich günstiger. Die maßgeblichen Inflationstreiber waren im 3. Quartal 2025 die Lebensmittelpreise.

Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hängt an der internationalen Politik (Zoll- und Geopolitik), aber auch an den Notenbanken bezüglich der Zinspolitik. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten positives Potential. Die Spreizung bezüglich der potentiellen Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen und den Schwellenländern setzt sich fort. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen. Frankreich ist gefordert, erscheint aber politisch gelähmt. Die Vorzeichen für die Eurozone und die EU sind kritisch.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft - Nachhaltige Reaktionen am Rentenmarkt

An den Finanzmärkten ergaben sich im Sommerquartal 2025 teilweise starke Neubewertungen. Die stabile bis leicht freundliche globale Konjunkturlage war neben den Zinssenkungen der Federal Reserve System (Fed) und der Bank of England wesentlich verantwortlich für die überwiegend freundliche Performance der Aktienmärkte, insbesondere in den USA und in Fernost ex Indien. Die geowirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen und/oder Eskalationen stellten im 3. Quartal 2025 nur kurzfristige Belastungen für die Aktienmärkte dar.

Am Rentenmarkt waren die Reaktionen ob des Risikoclusters nachhaltiger. Hier ergaben sich ex USA überschaubare Renditeanstiege. Bezüglich der prekären politischen als auch haushaltstechnischen Lage Frankreichs, aber auch des UK erschienen die Renditestände trotz des überschaubaren Renditeanstiegs in Europa zunächst widerstandsfähig zu sein. Bemerkenswert waren die Bewertungen der nicht korrelierten Anlageklassen Gold, Silber und Bitcoin. Sie legten markant zu. Erkennbar ist, dass Sachwerte oder nicht korrelierte Anlagen (Aktien, Gold, Silber, Bitcoin) im 3. Quartal 2025 gefragt waren. Versicherungen waren „en vogue“.

Aktienmärkte: Aktienmärkte legten überwiegend zu im Quartalsverlauf Q3-2025

Das Sommerquartal war an den Aktienmärkten weit überwiegend von einer positiven Grundtendenz geprägt. Der MSCI World Index konnte im Quartalsvergleich um 6,96 Prozent zulegen. Europas Märkte zogen den MSCI-Index nach unten. Der DAX verlor 0,12 Prozent und der Eurostoxx 50 Index legte mit 4,40 Prozent im Vergleich zum MSCI World unterproportional zu. US-Märkte performten oberhalb des Anstiegs des MSCI World Index um die 8 Prozent oszillierend. Treiber des Anstiegs waren die Märkte in Fernost ex Indien, insbesondere der Aktienmarkt Chinas (+17,9 Prozent), aber auch der Hangseng Index (+11.56 Prozent) und der NIKKEI 225 Index (+10,98 Prozent). Indiens Markt ist weiter in einem Korrekturmodus (-4,00 Prozent).

Im 3. Quartal 2025 wirkten unterschiedliche Katalysatoren auf die Aktienmärkte. Grundsätzlich unterstützte eine Hinwendung der Marktakteure zu Sachwerten, zu denen Aktien gehören. Die stabile bis freundliche Konjunkturlage lieferte keinen Gegenwind. Ebenso generierten Unternehmensdaten keine nachhaltigen negativen Überraschungen. Befürchtungen starker Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik bestätigten sich im Quartalsverlauf zunächst nicht. Der Beginn des Zinssenkungszyklus in den USA wirkte insbesondere auf US-Märkte unterstützend. So markierten der S&P 500 und der US Tech 100 im letzten Drittel des Septembers 2025 neue historische Höchstmarken. Die Entscheidung der US-Regierung, sich an Unternehmen zu beteiligen, wirkte sich unterstützend auf individuelle Werte und auf den Gesamtmarkt aus (u.a. Intel).

Die US-Zoll- und Sanktionspolitik ist bisher erfolgreich

Die USA setzten sich gegenüber der EU, Japan und Südkorea mit einem „Diktat“ durch. Die Bedingungen für US-Exporte haben sich drastisch verbessert, während die Exportchancen der betroffenen Länder markant reduziert sind. Die Zusagen massiver Energiekäufe in den USA und Investitionen der drei genannten Länder in den USA implizieren darüber hinaus für die gesamte US-Wirtschaft perspektivisch einen höheren Potenzialwachstumspfad. Die Revisionen des US BIP im 2.Quartal 2025 von 3,0 Prozent auf 3,8 Prozent belegen die Stärke der US-Wirtschaft gegenüber anderen Industrienationen. Laut GDP Now der Federal Reserve Atlanta liegt der aktuelle Prognosewert für das 3. Quartal 2025 bei 3,9 Prozent.

Die unterproportionale Performance der europäischen Aktienmärkte erklärt sich über die verschlechterten Terms of Trade in Kontinentaleuropa im internationalen Vergleich. Dazu gehört auch eine nachteilige Aufstellung im Energiesektor bezüglich der Energiepreise und der nachhaltigen Versorgungssicherheit. Die Stärke der Reformländer kann nicht die Schwäche der Kernländer ausgleichen. Ausbleibende Reformen und politische Unsicherheiten in Frankreich und Deutschland reduzierten die Attraktivität der hiesigen Aktienmärkte. Zudem belastet das Risiko, dass bei fortgesetzter Eskalation im Ukrainekrieg Kontinentaleuropa zum „Theatre of War“ mutieren kann.

Die Aktienmärkte in Fernost waren ex Indien die erfolgreichsten Märkte. Die Bereitschaft der Marktteilnehmer, sich in China und Hongkong stärker zu engagieren, korreliert mit der Erkenntnis, dass China sich bisher relativ erfolgreich gegen das US-Zolldiktat wehren konnte und die Wirtschaft von den US-Zöllen und US-Sanktionen nur überschaubar betroffen war. Der Nikkei-Index profitierte zuletzt von einer entspannteren Inflationssituation in Japan und stabiler Performance der Wirtschaft. Indiens Aktienmarkt war der Verlierer. Die US-Zölle und die US-Drohkulisse gegen Indien wegen der etablierten Geschäftsbeziehung zu Russland wirken belastend. Für das Herbstquartal liegt der Fokus der Märkte auf Geopolitik, auf Entwicklungen in der US-Zoll- und Sanktionspolitik, Unternehmensdaten als auch der US-Zinspolitik.

Rentenmärkte: US-Märkte genießen mehr Vertrauen im Quartalsverlauf Q3-2025

Die Rentenmärkte der USA und Europas zeigten sich im Verlauf des 3. Quartals 2025 in unterschiedlicher Verfassung. Während in den USA im Quartalsvergleich ein zarter Renditerückgang verzeichnet wurde, kam es in Europa, Japan und China zu leichten Renditeanstiegen. In den USA bildeten sich die Renditen seit Mitte Juli ausgehend von 4,50 Prozent zurück. Dagegen ergab sich in Europa auf den erhöhten Niveaus eine Seitwärtsbewegung oder sogar Renditeanstiege in diesem Zeitraum (Frankreich). Diese korreliert mit den Problemen Frankreichs, aber auch mit dem Reformmangel der Kernländer. Der hohe positive Realzins (siehe Grafik) von 2,74 Prozent ist Ausdruck der französischen Krisenlage.

Ergo genießen die US-Märkte höheres Vertrauen an den internationalen Kapitalmärkten. Unterstützend wirkte die Einleitung des US-Zinssenkungszyklus. Die Zinssenkung der Bank of England hatte ähnlich wie zuletzt bei den EZB-Zinssenkungen keine entlastende Wirkung auf die Kapitalmarktrenditen. Mit den verbesserten Rahmendaten in den USA und den sich verschlechternden Rahmendaten für Europa sollte sich das Vertrauen in die US-Kapitalmärkte auch hinsichtlich des im Vergleich attraktiven US-Realzinses fortsetzen.

Devisenmärkte: Eurostärke bemerkenswert, Gold und Silber stehlen die Show im Q3-2025

Der Euro konnte im 3. Quartal 2025 weitgehend die vorherige Stärke, insbesondere gegenüber dem USD und CHF, verteidigen und sogar gegenüber dem JPY und GBP leicht ausbauen. Hinsichtlich der unterproportionalen Performance der europäischen Aktien- und Rentenmärkte gegenüber den USA als auch der Tatsache, dass Produktionskapazitäten aus der Eurozone in die USA verlagert werden, stellt sich die Frage, welche Kapitalströme zu dieser Euro-Performance führen. Das gilt umso mehr, als dass sich die geowirtschaftlichen Bedingungen durch die US-Zollpolitik für die Eurozone markant verschlechterten und die Leistungsertüchtigung der USA bezüglich der Wachstumsdaten unerwartet und bemerkenswert war und ist.

Die Resilienz des Euros ist im Vergleich zu Gold, Silber und Bitcoin unwesentlich. Der Zerfall des globalen Organigramms und die US-Abkehr vom rechtsbasierten System erhöhte markant die Attraktivität nicht korrelierter Anlageklassen, allen voran von Gold („Währung ohne Fehl und Tadel“) als auch des Silbers („das Gold des kleinen Mannes“).

Fazit für die Devisenmärkte im dritten Quartal 2025

Die Stärke und Resilienz des Euros stach im 3. Quartal 2025 hervor und verdient sich den Begriff „bemerkenswert“. Belastende Daten und Fakten perlten ohne Wirkung ab. Die Performance von Gold und Silber als auch Bitcoin belegten die Nachfrage nach nicht korrelierten Anlagen mit Versicherungscharakter.

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Externe Quellen:

  • Netfonds AG

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Freitag, 12. September 2025

Asien-Pazifik rückt in den Fokus: Chancen in herausfordernden Zeiten

 Während die Aktienmärkte in den USA und Europa in den letzten Jahren glänzten, hinkten die Schwellenländer Asiens häufig hinterher. Doch das Blatt wendet sich langsam: Seit Jahresbeginn haben viele asiatische Börsen aufgeholt. Für Anleger, die ihr Portfolio breiter aufstellen möchten, lohnt sich daher ein genauer Blick auf die führenden Volkswirtschaften der Region.

Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Umbruch

Lange Zeit waren die großen Industrieländer, allen voran die USA, der zentrale Motor für Wachstum und Innovation. Doch die Gewichte verschieben sich. Immer stärker rückt Asien und der Pazifik in den Vordergrund. Die Region verfügt nicht nur über enorme Ressourcen, sondern auch über eine junge, wachsende Bevölkerung, die zunehmend in die globale Mittelschicht aufsteigt. Diese demografische Dynamik, kombiniert mit technologischem Fortschritt und politischen Reformen, eröffnet Anlegerinnen und Anlegern attraktive Perspektiven.

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts nach Ländergruppen bis 2027

China: Von der Werkbank zur Hightech-Nation

China ist nach wie vor das Schwergewicht in Asien. Mit einem Anteil von über einem Viertel am weltweiten Schwellenländer-Index spielt die Volksrepublik eine zentrale Rolle für internationale Investoren. Doch die chinesische Wirtschaft befindet sich in einer Transformation. Lange Zeit galt China als „Werkbank der Welt“: Günstige Arbeitskräfte, starke Exportorientierung und ein boomender Immobilienmarkt waren die Haupttreiber des Wachstums. Dieses Modell stößt jedoch an Grenzen. Heute verfolgt die Regierung eine andere Strategie: weniger Abhängigkeit vom Immobiliensektor und den volatilen Exporten, stattdessen mehr Gewicht auf Binnenkonsum und Hochtechnologie.

Besonders sichtbar wird dieser Wandel im Technologiesektor. China hat in den vergangenen zehn Jahren massiv in künstliche Intelligenz, Halbleiterproduktion und Elektromobilität investiert. Unternehmen wie das KI-Start-up „DeepSeek“ haben international für Aufsehen gesorgt. Auch im Bereich E-Mobilität oder moderner Batterien hat China beeindruckende Fortschritte erzielt.

Gleichzeitig bleibt der Binnenmarkt ein stabiles Fundament. Mit mehr als einer Milliarde Konsumenten, die zunehmend wohlhabender werden, entsteht eine robuste Nachfrage nach Konsumgütern. Das macht viele chinesische Unternehmen weniger anfällig für Handelskonflikte. Zwar sorgen geopolitische Spannungen, insbesondere im Verhältnis zu den USA, immer wieder für Volatilität. Doch erste Annäherungen, etwa gegenseitige Zollreduzierungen auf Elektronik und Halbleiter, deuten auf Entspannung hin. Insgesamt zeigt der chinesische Aktienmarkt seit Ende 2024 wieder deutliche Erholungstendenzen. Für langfristig orientierte Anleger bietet dies Chancen.

Indien: Der Wachstumsmotor Asiens

Indien gilt schon seit einigen Jahren als die dynamischste große Volkswirtschaft der Welt und die jüngsten Zahlen bestätigen diesen Ruf. Mit einem erwarteten Wachstum von rund 6,5 Prozent liegt das Land klar vor den meisten Industrieländern. Ein wesentlicher Treiber ist die junge, konsumfreudige Bevölkerung. Schon heute zählt Indien mehr als 1,4 Milliarden Menschen und jedes Jahr wächst die Mittelschicht um Millionen. Diese Gruppe sorgt für eine stetig steigende Nachfrage.

Besonders stark ist Indien im Bereich IT-Services und Software. Viele international tätige Unternehmen lassen ihre Dienstleistungen in Indien erbringen und einheimische Konzerne expandieren zunehmend auch ins Ausland. Damit ist Indien ein zentraler Akteur in der globalen Digitalwirtschaft. Auch die Börse spiegelt diese Dynamik wider: Der indische Leitindex Nifty50 hat sich seit 2020 nahezu verdoppelt. Das zeigt, dass Investoren das Potenzial Indiens klar erkannt haben. Zwar sind die Bewertungen inzwischen gestiegen, doch im Vergleich zu den langfristigen Wachstumsaussichten erscheinen sie weiterhin attraktiv.

Ein zusätzlicher Vorteil: Indische Unternehmen sind in hohem Maße auf ihre Binnenwirtschaft ausgerichtet. Anders als exportabhängige Volkswirtschaften wie Taiwan oder Südkorea sind sie weniger anfällig für globale Handelsstreitigkeiten. Das macht den Markt stabiler auch in Zeiten geopolitischer Unsicherheit.

Japan: Hightech, Stabilität und eine neue Anlegerkultur

Japan unterscheidet sich deutlich von China und Indien: Es handelt sich nicht um ein Schwellenland, sondern um die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Dennoch gewinnt Japan für Anleger erneut an Bedeutung. Das Land ist führend in Hightech-Bereichen wie Robotik, Automatisierung und Halbleiterproduktion. Gerade in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz und Digitalisierung die Weltwirtschaft prägen, profitieren japanische Unternehmen von ihrer technologischen Stärke.

Zudem erlebt die japanische Börse eine Renaissance. Einerseits macht der schwache Yen Exporte wettbewerbsfähiger, was die Gewinne vieler Unternehmen steigert. Andererseits haben zahlreiche Konzerne begonnen, ihre Unternehmensführung stärker auf die Interessen der Aktionäre auszurichten. Dazu zählen Dividendenerhöhungen, Aktienrückkäufe und mehr Transparenz. Maßnahmen, die Japan lange Zeit zurückgehalten haben, die Attraktivität für Investoren nun aber deutlich erhöhen.

Japan bietet damit eine Mischung aus Stabilität, Innovationskraft und einer sich verbessernden Aktienkultur. Für Anleger, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, ist es eine interessante Ergänzung zu den wachstumsstarken, aber volatileren Schwellenländern Asiens.

Gemeinsame Trends und Chancen in Asien

Betrachtet man die Region als Ganzes, wird deutlich, dass Asien von mehreren übergreifenden Entwicklungen profitiert. Millionen junger Menschen rücken in die Mittelschicht auf und treiben die Konsumnachfrage, während gleichzeitig technologische Innovationen, wie KI, Halbleiter und Elektromobilität, die Wirtschaft vorantreiben. Zudem wächst der Binnenhandel innerhalb der Region, wodurch viele Volkswirtschaften weniger stark von westlichen Märkten abhängig sind.

Ein schwächerer US-Dollar wirkt unterstützend, da er die Finanzierungskosten asiatischer Unternehmen senkt und Kapitalzuflüsse begünstigt. Hinzu kommt, dass die Bewertungen vieler Aktien im Vergleich zu westlichen Märkten nach wie vor attraktiv sind. Neben den großen Playern China, Indien und Japan gibt es auch in anderen asiatischen Ländern spannende Entwicklungen.

Südkorea und Taiwan profitieren stark vom Halbleiter-Boom, während Indonesien und Vietnam zunehmend als Produktionsstandorte für Konsum- und Industrieprodukte an Bedeutung gewinnen. Auch kleinere Märkte wie die Philippinen oder Malaysia weisen dynamisches Wachstum auf, das Anlegern interessante Ergänzungen in einem breit aufgestellten Portfolio bieten kann.

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