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Sonntag, 25. Januar 2026

Geldanlagen im 4. Quartal 2025 - US-Zollpolitik aus dem Fokus und Geopolitik bleibt im Fokus

 Die US-Zollpolitik verschwand im Laufe des 4. Quartals 2025 aus dem Fokus der Finanzmärkte, da die USA keine nennenswerten weiteren Eskalationen betrieben. Die Wirtschaft stellte sich auf die durch die USA forcierten Veränderungen zu Gunsten der USA ein. Die Spaltung der Welt zwischen dem Westen und dem Globalen Süden bleibt bestehen. Entsprechend ergeben sich für das Potentialwachstum der Weltwirtschaft daraus Belastungen. Die aktuelle Ruhe ist kein Garant für einen stabilen Status Quo, da die USA dieses Instrument nach Belieben zum Erreichen ihrer geopolitischen Ziele einsetzen.

Das 4. Quartal 2025 war gekennzeichnet von geopolitischen Verwerfungen, aber auch Hoffnungswerten

Die Geopolitik blieb und bleibt in der Gesamtheit ein Belastungsfaktor für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte. Im 4. Quartal ergaben sich Hoffnungswerte auf eine Befriedung des Ukraine-Kriegs. Die USA waren und sind erkennbar engagiert, durch die Kunst der Diplomatie den Konflikt zu beenden. Die EU und NATO verweigern sich fortgesetzt der Kunst der Diplomatie und wählen den Weg der Verweigerung des Gesprächs. Diese Verweigerung kann als ein Untergraben der US-Friedensinitiativen gewertet werden.

Der Gaza-Konflikt wabert trotz des angenommenen US-Friedensplans weiter

Die Weltgemeinschaft ignoriert weit überwiegend die Verletzungen des US-Friedensplans. Das Bild vor Ort bleibt fragil. Ein neuer Hotspot tat sich mit Venezuela auf. Die USA gehen gegen das Land militärisch vor. Auch im Jemen spitzte sich die Lage zum Ende des Quartals zu. Der Taiwan-Konflikt war in der Wahrnehmung in Medien, in Politik und an den Finanzmärkten weniger präsent, bleibt aber ein Risiko.

Als Konsequenz dieser Gemengelage konnte die nicht korrelierte Anlageklasse der Edelmetalle im 4. Quartal 2025 deutlich reüssieren. Silber lieferte einem Anstieg auf USD-Basis um 53,41 Prozent, während Gold um 11,92 Prozent zulegte. Dagegen verlor Bitcoin, ebenfalls eine nicht korrelierte Anlage markant um 23,34 Prozent. Diese Divergenzen sind beachtlich. Silber profitiert einerseits von dem verstärkten industriellen Verbrauch durch KI und Robotik. Entscheidender hinsichtlich der Preisbewegung waren Probleme/Sorgen ob der Belieferungsfähigkeit der Kontrakte an den US-Märkten.

Auch die Tatsache, dass der Globale Süden eine Verrechnungseinheit (ansatzweise vergleichbar mit dem ECU) zur Umgehung der Nutzung des USD plant, die von Rohstoffen, insbesondere Edelmetalle unterlegt wird, impliziert dauerhaft eine solide Nachfrage nach Edelmetallen seitens Länder des Globalen Südens. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen erhöhte der Internationale Währungsfonds (IWF) die globale Wachstumsprognose im World Economic Outlook per Oktober 2025 für das Jahr 2025 von bisher 3,0 Prozent auf 3,2 Prozent. Für die Industrieländer wurde die Prognose per 2025 um 0,1 Prozent auf 1,6 Prozent hochgesetzt, für den Globalen Süden lag die Revision bei 0,1 Prozent auf 4,2 Prozent.

Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose für die USA um 0,1 Prozent auf jetzt 2,0 Prozent erhöht. Für die Eurozone ging es um 0,2 Prozent auf 1,2 Prozent nach oben. Die deutsche BIP-Prognose erfuhr eine Anpassung um 0,1 Prozent auf jetzt 0,2 Prozent Wachstum per 2025. Unter den bedeutenden Ländern nimmt Deutschland bezüglich des Wachstums den letzten Rang ein.

Die IWF-Prognosen per 2026 waren gegenüber der Prognose im Juli wenig verändert

Das Welt-BIP soll um 3,1 Prozent zulegen. Während Industrienationen ein BIP-Wachstum von erneut 1,6 Prozent erreichen sollen, werde das BIP-Wachstum des Globalen Südens sich auf 4,0 Prozent stellen. Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, Frühindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 4. Quartals 2025 ein positives Gesamtbild.

Die USA führen im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezüglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen mit 53,0 Zählern vor dem UK mit 52,1 Zählern, der Eurozone mit 51,9 Zählern und Japan mit 51,5 Punkten. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem ersten Rang mit 58,9 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,7 Zähler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 4. Quartal 2025 weltweit ein überwiegend entspannteres Bild. Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) von 66,08 USD auf 61,74 USD. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Rückgang um gut 10 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA dagegen ein Anstieg um rund 12 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten steigende Preise. Kupferpreise legten im Quartalsvergleich auf USD-Basis um 16,9 Prozent zu. Bei Nickel lag das Plus auf USD-Basis bei rund 9,6 Prozent. Bei Aluminium kam es auf USD-Basis zu einem Anstieg in Höhe von circa 11,7 Prozent.

Inflationsrückgang in der Euro-Zone besser als in den USA

In der Eurozone ergab sich bei den Verbraucherpreisen seit September ausgehend von 2,2 Prozent ein Rückgang auf 2,1 Prozent per November. In den USA kam es in diesem Zeitraum zu einem Rückgang von 2,9 Prozent auf 2,7 Prozent und in Großbritannien zu einer Reduktion von 3,8 Prozent auf 3,2 Prozent. In Japan verharrte der Verbraucherpreisanstieg in diesem Zeitfenster bei 2,9 Prozent. Im 4. Quartal 2025 stellte sich bei den Verbraucherpreisen in China im Verlauf ausgehend von -0,3 Prozent im September ein Anstieg auf 0,7 Prozent per November 2025 ein. In Indien, das grundsätzlich von höheren Inflationsraten geprägt war, sank der Anstieg der Verbraucherpreise von 1,54 Prozent per September auf 0,71 Prozent per November 2025.

Das 4. Quartal 2025 war bezüglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von zwei Zinssenkungen in den USA um jeweils um 0,25 Prozent auf 3,625 Prozent. Die britische Notenbank reduzierte den Leitzins einmalig um 0,25Prozent auf aktuell 3,75 Prozent. Die EZB pausierte im 4. Quartal in ihrem Zinssenkungszyklus (Anlagezins 2,00 Prozent). Japans Notenbank erhöhte den Leitzins von 0,50 Prozent auf 0,75 Prozent. In China wurden die Zinssätze für die „Loan Prime Rates“ unverändert belassen (1-jährige Kredite 3,00 Prozent, 5-jährige Kredite 3,50 Prozent).

Entwicklung der Inflation im Quartalsverlauf

Fazit zum 4. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde und der disruptivem US-Zoll- als auch Standortpolitik, aber auch wegen mangelnder Reformbereitschaft in Frankreich und Deutschland Potentialwachstumskräfte, hält aber aktuell ein Wachstumstempo real oberhalb der 3 Prozent Marke. Die Konjunkturverläufe zwischen den Wirtschaftsräumen des Westens und des Globalen Südens blieben und bleiben pro Globalem Süden ausgerichtet, wie die Anpassungen der IWF-Prognosen im Oktober belegten.

Während sich der „Globale Süden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, läuft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusätzlich durch die Akzeptanz des „US-Zolldiktats“ und Verweigerung überfälliger Reformen unterproportional zu wachsen. Die erwarteten Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik sind nicht eingetreten. Das moderate Inflationsbild erlaubt fortgesetzt Zinssenkungen der US-Notenbank, da die USA derzeit einen positiven Realzins (Leitzins abzüglich des Verbraucherpreisanstiegs) von +0,925 Prozent ausweisen (Eurozone -0,10 Prozent).

Die Perspektive: Geopolitische Risiken bleiben, Wirtschaft weiter zuversichtlich

Die von den USA ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen werden sich grundsätzlich auf die globale Wirtschaftsaktivität weiter belastend auswirken. Ein nachhaltiger Lastwechsel in Richtung verstärkten globalen Wachstums ist vor dem aktuell verfügbaren Nachrichten- und Datenhintergrund unwahrscheinlich, auch wenn sich die globale Wirtschaft resilient, erkennbar an harten Daten, und zuversichtlich, erkennbar an Sentiment-Indikatoren, zeigt.

Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich. Der Angriff der USA auf Venezuela liefert zum Jahresbeginn 2026 einen Vorgeschmack. Ob die Friedensbemühungen der USA in der Ukraine-Krise erfolgreich sein werden, ist vor dem Hintergrund der Opposition der EU und der Nato offen. Das Risiko einer Eskalation des Konflikts mit der Möglichkeit einer geografischen Ausweitung ist weiter gegeben mit entsprechend belastenden Folgen für Real- und Finanzwirtschaft. Eine möglich erscheinende Friedenslösung im Gaza-Konflikt kann ein Aufheller der Stimmung werden, sofern die Verletzungen der Vereinbarungen ein Ende finden.

Im 1. Quartal 2026 werden das derzeitig milde globale Inflationsszenario und das daraus resultierende Potential für US-Zinssenkungen entlastend wirken. Zudem werden im Jahresverlauf Basiseffekte bezüglich der Inflation aus den US-Zollerhöhungen (exogene Einflüsse) rückläufig sein. Auf der Rohstoffseite drohen andererseits erhöhte Inflationsimpulse, da der globale Wettbewerb um Energieressourcen und Energieproduktion (Kraftwerke) ob des Wandels der Ökonomien hin zu mehr KI und Robotik markant erweiterte Energiemäntel erfordert.

Die US-Politik unter Präsident Trump zeigte und zeigt in der US-Wirtschaft Wirkung

Durch die Reformen, die das Leistungspotential der Ökonomie erhöhen, wirken sich die US-Disruptionen zu Gunsten der US-Wirtschaft aus. In den ersten 11 Monaten seiner Präsidentschaft erhielt Trump Investitions- und Geschäftszusagen in der Größenordnung von rund 7 Billionen USD. Das ist eine historisch einmalige Größe. Die US-Wirtschaft ist und bleibt der Profiteur der „US-Wirtschaftskriege“.

Das US-Wachstum per 3. Quartal 2025 stellte sich in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung auf 4,3 Prozent nach zuvor 3,8 Prozent per 2. Quartal 2025. Marktauguren, die gar von Rezession in den USA fabulierten, wurden vollständig auf dem falschen Fuß erwischt. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich per Oktober um 2,16 Prozent und per November um 2,52 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze verzeichneten in den letzten drei Monaten im Jahresvergleich solide Zuwachsraten.

Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft zeigt mit den Zinssenkungen Anzeichen einer zarten Erholung. Der NAHB Housing Market Index markierte per Dezember 2025 mit 39 Punkten den höchsten Indexstand seit April 2025. Trumps massive Erfolge, Investitionen in die USA zu leiten, spielen auf kurze Sicht eine untergeordnete Rolle, sie haben mittel- und langfristig positiven Charakter. Unterschwellig unterstützend wirken in den USA die Themen Energieversorgungssicherheit und insbesondere im Vergleich zu Europa günstige Energiepreise. Die USA werden auch im vierten Quartal 2025 (GDP Now Fed Atlanta Prognose 3,0 Prozent trotz „Shutdown“) und im ersten Quartal 2026 mit Abstand der „Outperformer“ unter den westlichen Nationen sein.

Deutschland und Frankreich entwickeln sich zu Problemfällen

Deutschland und Frankreich waren mangels umfassender Reformpolitik im 4. Quartal 2025 Belastungsfaktoren in der Eurozone. In Frankreich spitzt sich die Lage zu. Nothaushalte begleiten Frankreich in das neue Jahr. Das Thema Unregierbarkeit ist real. Damit steht eine Fortsetzung der verfehlten Politikansätze an. Die deutsche Regierung bewegt sich zwischen Wortbrüchen und Reformankündigungen, ohne bisher ausreichend belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch großer Teile der Wirtschaft verloren. Die ehemaligen Problemländer, allen voran Spanien und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone. Ihre Kraft und ihr Einfluss reichen jedoch nicht aus, das Blatt der Eurozone zum Guten zu wenden.

Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen im 1. Quartal 2026 weiter nach unten ziehen, nimmt zu. Fehlende Konkurrenzfähigkeit der beiden Kernländer bei den Rahmendaten wird durch die US-Reform- und Zollpolitik, jüngst aber auch durch das UK durch Hinwendung zur Atomkraft und starke US-Investitionen in Zukunftsindustrien, weiter zunehmen. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben. Zudem ist Kontinentaleuropa bei Ausweitung des Ukraine-Konflikts potentielles „Theatre of war“.

Indien liefert unverändert in Asien die stärksten Datensätze

Das US-Zollregime gegen Indien zeigt bisher nur geringe Wirkung. Indien geht auch im 1. Quartal 2026 Wege im eigenen Interesse. Die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. Weitere Zinssenkungen zur stärkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich.

Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von Stabilität mit positivem Grundton geprägt sein. Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer soliden Dynamik der Weltkonjunktur. Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per November 2025 mit 52,7 Punkten einen hohen Indexwert Der Dienstleistungssektor trug dazu wesentlich bei.

JP Morgan - ermittelter Einkaufsmanagerindex für die Gesamtweltwirtschaft (Global Composite PMI)

Einkaufsmanagerindex - Unterschiedliche Entwicklungen in den Weltregionen

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die USA mit 51,8 Punkten (S&P Index) Expansion. Dagegen implizieren die PMIs für die Eurozone mit 48,8 Punkten (Deutschland 47,0), für Japan mit 49,7 Zählern Kontraktion. Der PMI des UK impliziert mit 50,6 Zählern Wachstum. Die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor belegen für Indien mit 55,0 Zählern starke Expansion (Industrieproduktion +6,7 Prozent) und für China mit 50,1 Punkten (Industrieproduktion +4,8 Prozent) moderates Wachstum. Russland verzeichnete mit 48,1 Zählern (Industrieproduktion -0,7 Prozent) Kontraktion. Gleiches gilt für Brasilien mit 47,6 Punkten (Industrieproduktion -0,5 Prozent).

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 4. Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung (Ausnahmen USA, Japan, Indien) im erhöhten Wachstumsmodus und sorgte für die gute Performance der Einkaufsmanagerindices bezüglich der Gesamtwirtschaft (Composite Indices).

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft

Mit einem Anteil zwischen 60 Prozent-70 Prozent der Gesamtwirtschaft ist der bedeutendste Sektor. Dieser Sektor war im 4. Quartal 2025 der entscheidende Katalysator des Wachstums. Das wird sich im 1. Quartal 2026 fortsetzen. Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer US-Zinssenkungen liefern für die Verstetigung der Wirtschaftsaktivität grundsätzlich Unterstützung. Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische Unterstützung für die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen.

Die im 4. Quartal 2025 verfügten Leitzinssenkung seitens der Federal Reserve (insgesamt 0,50 Prozent) hatte keine Traktion am Rentenmarkt. Dagegen kam es zu einem Renditerückgang im UK nahezu analog zur Leitzinssenkung (0,23 Prozent, 4,47 Prozent nach 4,70 Prozent). Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg im Quartalsvergleich von 2,72 Prozent auf aktuell 2,86 Prozent. Die Rendite bewegt sich auf den höchsten Niveaus seit 2011.

Dagegen kam es im gestressten Frankreich (Staatsdefizit) nur zu einem leichten Anstieg um 0,02 Prozent auf 3,56 Prozent. Auch hier ist das höchste Renditeniveau seit 2011 zu verzeichnen. Kritischer war es in Japan. Trotz der Zinserhöhung um 0,25 Prozent auf 0,75 Prozent, die auch das Ziel hatte, Zuversicht am Kapitalmarkt zu schüren, ergab sich ein Renditeanstieg von 1,65 Prozent auf 2,08 Prozent. In den USA kam es im Quartalsvergleich zu einem Anstieg um 0,03 Prozent auf 4,18 Prozent.

Nach vorne schauend werden bezüglich der Renditen heterogene Entwicklungen dominieren, die das inflationäre Bild, die Staatsdefizitsituation, die Reformfähigkeit und das konjunkturelle Erwartungsbild spiegeln. Diesbezüglich (Defizite, Wachstum, Reformmangel) sieht es insbesondere für die Rentenmärkte in Deutschland und Frankreich perspektivisch kritisch aus. Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte ultimativ keine belastenden Auswirkungen. Ölpreise gaben signifikant nach, Gaspreise waren in Europa rückläufig, dagegen legten sie in den USA zu.

Die Industriemetallpreise nahmen partiell deutlich zu

Dagegen ergaben sich im Sektor Agrarrohstoffe bei Weizen (-0,2 Prozent), Kaffee (-7,0 Prozent), Orangensaft (-15,7 Prozent), Zucker (-6,8 Prozent) und Kakao (-10,1 Prozent) im Quartalsvergleich zum Teil deutliche Preisrückgänge. Bezüglich der Entwicklungen im 1. Quartal 2026 ist Sensibilität ob der Energiepreise angemessen, da in drei Hotspots der Förderung (Ukraine/Russland, Naher Osten, Venezuela) geopolitische Instabilität dominiert. Die Entwicklung der Weltwirtschaft hängt an der internationalen Politik (Zoll- und Geopolitik), aber auch an den Notenbanken bezüglich der Zinspolitik. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten positives Potential.

Die Spreizung bezüglich der potentiellen Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen und den Schwellenländern setzt sich 2026 fort. Das Gewicht des Globalen Südens nimmt zu, das Gewicht des Westens ab.

Innerhalb der Gruppe der Industrienationen läuft Kontinentaleuropa ein hohes Risiko fortgesetzt an Boden zu verlieren. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen. Frankreich ist gefordert, erscheint aber politisch gelähmt. Die Vorzeichen für die Eurozone und die EU waren und bleiben kritisch.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft - Teilweise starke Neubewertungen

An den Finanzmärkten ergaben sich im Herbstquartal 2025 teilweise starke Neubewertungen. Die stabile bis leicht freundliche globale Konjunkturlage war neben den Zinssenkungen der Federal Reserve und der Bank of England als auch dem Verzicht der USA, die Zollkonflikte weiter zu eskalieren, wesentlich verantwortlich für die überwiegend freundliche Performance der Aktienmärkte ex China und Hongkong. Die geopolitischen Herausforderungen und/oder Eskalationen stellten neben dem „US-Shutdown“ im 4. Quartal 2025 nur kurzfristige Belastungen für die Aktienmärkte dar.

Am Rentenmarkt waren die Reaktionen ob der Risikocluster nachhaltiger. Hier ergaben sich heterogene Entwicklungen. Bemerkenswert waren die Bewertungen der nicht korrelierten Anlageklassen Gold und Silber. Sie legten markant zu, allen voran Silber. Dagegen stand Bitcoin unter starkem Abgabedruck.

Aktienmärkte: Aktienmärkte weiter überwiegend freundlich im Quartalsverlauf Q4-2025

Das Herbstquartal war an den Aktienmärkten weit überwiegend von einer positiven Grundtendenz geprägt. Der MSCI-World Index konnte im Quartalsvergleich um 2,86 Prozent zulegen. Der DAX stieg um 2,55 Prozent und der EuroStoxx 50 legte um 4,70 Prozent zu. US-Märkte gewannen an Boden. So verzeichnete der S&P 500 ein Plus in Höhe von 2,38 Prozent. Tech-Werte waren gefragt. Der US-Tech 100 stieg um 3,20 Prozent. Treiber des Anstiegs waren die Märkte in Japan (+12,39 Prozent) und Indien (+6,17 Prozent). Nach der starken Performance im Vorquartal standen die Märkte in China (-0,23 Prozent nach zuvor +17,9 Prozent) und Hongkong (-4,65 Prozent nach zuvor +11,56 Prozent) unter Abgabedruck.

Vergleich der Aktienmärkte im Quartalsverlauf

Im 4. Quartal 2025 wirkten unterschiedliche Katalysatoren auf die Aktienmärkte. Grundsätzlich unterstützte eine Hinwendung der Marktakteure zu Sachwerten, zu denen Aktien gehören. Die stabile bis freundliche Konjunkturlage lieferte keinen Gegenwind. Ebenso generierten Unternehmensdaten keine nachhaltigen negativen Überraschungen. Das gilt insbesondere für den KI-Sektor, der zwischenzeitlich wegen Bewertungssorgen unter Druck stand. Befürchtungen starker Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik bestätigten sich im Quartalsverlauf fortgesetzt nicht. Der Zinssenkungszyklus in den USA wirkte unterstützend. Zum Quartalsende notierten die westlichen Aktienmärkte in Schlagdistanz zu den historischen Höchstmarken.

Für das Winterquartal liegt der Fokus der Märkte auf Geopolitik, auf Entwicklungen in der US-Zoll- und Sanktionspolitik, auf Unternehmensdaten als auch auf der US-Zinspolitik. Die Voraussetzungen für weiter stabile bis freundliche Märkte ist grundsätzlich gegeben.

Rentenmärkte: Individuelle Renditebewegungen im Quartalsverlauf Q4-2025

Die Rentenmärkte lieferten im 4. Quartal 2025 keine einheitliche Linie. Immer stärker bestimmen divergente Entwicklungen bei den Themen Staatsdefizite, Konjunkturlagen, Strukturlagen und voraussichtliche Inflationsszenarien die Bewertung an den Rentenmärkten. Während in den USA im Quartalsvergleich ein zarter Renditeanstieg (0,03 Prozent) verzeichnet wurde, kam es in der Eurozone zu Zinsversteifungen (Deutschland +0,14 Prozent, Frankreich +0,02 Prozent). Im UK ergab sich ein nennenswerter Renditerückgang (-0,23 Prozent). Japans Märkte standen unter deutlichem Druck Rendite (+0,43 Prozent). In China wurde eine Seitwärtsbewegung verzeichnet.

Zur Einwertung hilft ein Blick auf den Jahresverlauf der Renditeentwicklungen

In den USA lag die Bandbreite der Renditen zwischen 4,76 Prozent und 3,99 Prozent. Ergo bewegt sich die Rendite derzeit mit 4,18 Prozent im unteren Viertel der Bandbreite. In Deutschland stellte sich die Bandbreite auf 2,35 Prozent - 2,89 Prozent. Aktuell bewegt sich die Rendite mit 2,86 Prozent nahe dem Jahreshöchstniveau und den höchsten Niveaus seit 2011. In Frankreich sieht es ähnlich aus. Die Bandbreite lag bei 3,06 Prozent - 3,61 Prozent, zum Jahresschluss bei 3,56 Prozent, ebenfalls auf den höchsten Niveaus seit 11 Jahren.

Im UK stellte sich die Bandbreite auf 4,39 Prozent bis 4,84 Prozent. Mit 4,47 Prozent lag die Rendite zum Jahresschluss im unteren Sektor. Japans Bandbreite der Renditen lag zwischen 1,10 Prozent - 2,08 Prozent und schloss am Jahreshoch. Japans Politik jetzt mit neuen fremdfinanzierten Wirtschaftsprogrammen wird an den Kapitalmärkten bei einer Staatsverschuldung in Höhe von rund 230 Prozent des BIP nicht mit Zuversicht begleitet. Die Reformunfähigkeit Frankreichs und Deutschlands hat die höchsten Renditeniveaus seit 14 Jahren zur Folge. Im UK wird der Schulterschluss der USA und des UK in den Feldern der Zukunftstechnologien (Volumen circa 300 Mrd. USD) und der Ausweitung des britischen Energiemantels (Atomenergie) goutiert.

Bezüglich der USA hat sich die Bewertung im Jahresverlauf zu Gunsten der US-Kapitalmärkte gewandelt. Hintergrund sind starke Wachstumszahlen, rückläufige Handelsbilanzdefizite und erste zarte Ansätze einer Reduktion der Staatsverschuldung. Mit den verbesserten Rahmendaten in den USA und den sich verschlechternden Rahmendaten für die Eurozone sollte sich das Vertrauen in die US-Kapitalmärkte fortsetzen. Japan, Deutschland und Frankreich waren zuletzt die Risikokandidaten und werden es ohne Neuausrichtungen bleiben.

Vergleich der Rendite-Entwicklungen an den Rentenmärkten

Devisenmärkte: Eurostärke bemerkenswert, Gold und Silber stehlen die Show im Quartalsverlauf Q4-2025

Der Euro konnte im 4. Quartal 2025 weitgehend die vorherige Stärke gegenüber dem USD verteidigen und sogar gegenüber dem JPY ausbauen. Hinsichtlich der unterproportionalen Performance der europäischen Rentenmärkte gegenüber den USA als auch der Tatsache, dass Produktionskapazitäten aus der Eurozone in die USA verlagert werden, stellt sich die Frage, welche Kapitalströme zu dieser Euro-Performance führen. Das gilt umso mehr, als dass sich die geowirtschaftlichen Bedingungen durch die US-Zollpolitik für die Eurozone markant verschlechterten und die Leistungsertüchtigung der USA, messbar an den starken und unerwarteten Wachstumsdaten, bemerkenswert war und ist. Gegenüber dem GBP und CHF kam es zu insignifikanten Rückgängen.

Silber und Gold waren im 4. Quartal 2025 die klaren Gewinner als faktische „Währungen ohne Fehl und Tadel“. Der Zerfall des globalen Organigramms und die US-Abkehr vom rechtsbasierten System erhöhte markant die Attraktivität dieser korrelierten Anlageklassen. Jede weitere Eskalation seitens der USA in Geopolitik (aktuell Venezuela), bei widerrechtlichen Sanktionen oder in der rechtsbefreiten Zollpolitik (nicht WTO-konform) erhöht die Attraktivität der Edelmetalle.

Bitcoin war im 4. Quartal 2025 der große Verlierer. Bitcoin ist keine „Quasi-Währung“, sondern als Krypto-Anlage eine Anlageklasse. Krypto-Anlagen spielen bei der Verrechnungseinheit des Globalen Südens, die Ende 2026 oder 2027 kommen wird, soweit bekannt eine untergeordnete Rolle.

Devisenmärkten im Quartalsverlauf

Fazit für die Devisenmärkte im vierten Quartal 2025

Die Stärke und Resilienz des Euros stach im 4. Quartal 2025 hervor und verdient sich den Begriff „bemerkenswert“. Belastende Daten und Fakten perlten weiter ohne Wirkung ab. Die Performance von Gold und Silber belegten die Nachfrage nach nicht korrelierten Anlagen mit Versicherungscharakter und historisch positiven Trackrecord in Krisenzeiten.

wichtiger Hinweis:
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Externe Quellen:

  • Netfonds AG

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Montag, 20. Oktober 2025

Geldanlagen im 3. Quartal 2025 - US-Zoll- und Geopolitik weiter globale Belastungsfaktoren

 Das 3. Quartal 2025 war gekennzeichnet von fortgesetzten Verwerfungen. Allen voran belastet die US-Zollpolitik, die im September global noch einmal verschärft wurde (u.a. Pharmaprodukte). Es kam zu Vereinbarungen zwischen den USA und der EU, die die Position der USA markant verbesserten und die EU ebenso wie Japan und Südkorea zu massiven Energiekäufen und Investitionen in den USA verpflichten.

Die US-Politik, mit Zoll- und Sanktionspolitik Willfährigkeit dritter Länder zu erzwingen (u.a. Indien), setzt sich daneben fort und teilt die Welt weiter zwischen dem westlichen Block und dem Globalen Süden. Die rückläufige Homogenität in der Weltwirtschaft verringert Potentialwachstumskräfte.

Belastungsfaktor für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte

Die Geopolitik blieb und bleibt in der Gesamtheit ein Belastungsfaktor für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte. Zum Ende des Quartals kamen Hoffnungswerte auf eine Befriedung des Gaza-Konflikts durch den US-Friedensplan auf. Dagegen nimmt der Konflikt des Westens mit dem Iran ob des Atomprogramms zu. Der Ukraine-Konflikt setzte sich im 3. Quartal fort. Es ergab sich ein verstärkter Schulterschluss zwischen den USA und der EU gegenüber Russland. Der Konflikt eskalierte verbal und waffentechnisch (voraussichtliche Tomahawk Lieferungen durch USA) im Quartalsverlauf. Eine geographische Ausweitung des Konflikts steht im Raum.

Als Konsequenz dieser Gemengelage konnte die nicht korrelierte Anlageklasse der Edelmetalle, allen voran Gold (Phalanx von historischen Höchstkursen), aber auch Silber (höchste Notierungen seit 2011) und Bitcoin an Boden gewinnen. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen erhöhte der Internationale Währungsfonds (IWF) die globale Wachstumsprognose im World Economic Outlook per Juli 2025 von bisher 2,8 Prozent auf 3,0 Prozent für das laufende Jahr. Für die Industrieländer wurde die Prognose per 2025 um 0,1 Prozent auf 1,5 Prozent hochgesetzt, für den Globalen Süden lag die Revision bei +0,4 Prozent auf 4,1 Prozent.

Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose für die USA um 0,1 Prozent auf jetzt 1,9 Prozent erhöht. Für die Eurozone ging es um 0,2 Prozent auf 1,0 Prozent nach oben. Die deutsche BIP-Prognose erfuhr eine Anpassung um 0,1 Prozent auf jetzt 0,1 Prozent Wachstum per 2025. Unter den bedeutenden Ländern nimmt Deutschland bezüglich des Wachstums den letzten Rang ein.

Aktueller Einkaufsmanagerindices in Q3-2025 als Bewertungsmaßstab

Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, Frühindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 3. Quartals 2025 ein positives Gesamtbild. Die USA führen im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezüglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen mit 53,6 Zählern vor der Eurozone mit 51,2 Zählern, Japan mit 51,1 Punkten und Großbritannien mit 51,0 Zählern. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem 1. Rang mit 61,9 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,6 Zähler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 3. Quartal 2025 weltweit ein heterogenes Bild. Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) unwesentlich von 66,59 USD auf 66,38 USD (Stichtag für alle Rohstoffe 29. September), nachdem zuvor am 30. Juli 2025 Höchstkurse bei 72,69 USD markiert wurden. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Rückgang um gut 3 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA ein Rückgang um rund 16 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten steigende Preise. Kupferpreise legten im Quartalsvergleich auf EUR-Basis um knapp 5,9 Prozent zu. Bei Nickel lag das Plus auf EUR-Basis bei rund 1,5 Prozent. Bei Aluminium kam es auf EUR-Basis zu einem Anstieg in Höhe von circa 4,3 Prozent.

Verbraucherpreise in der EU stabil und in den USA angestiegen

In der Eurozone ergab sich bei den Verbraucherpreisen in der Phase von Juni bis August mit unverändert 2,0 Prozent keine Veränderung. Dagegen kam es in den USA in diesem Zeitraum zu einem Anstieg in Höhe von 2,7 Prozent auf 2,9 Prozent und in Großbritannien zu einer Zunahme von 3,6 Prozent auf 3,8 Prozent. Auch in Japan gaben die Verbraucherpreise in diesem Zeitfenster von 3,3 Prozent auf 2,7 Prozent nach.

Im 3. Quartal 2025 stellte sich bei den Verbraucherpreisen in China im Verlauf ausgehend von 0,1 Prozent im Juni ein Verfall auf -0,4 Prozent per August 2025 ein. In Indien, das grundsätzlich von höheren Inflationsraten geprägt war, sank der Anstieg der Verbraucherpreise seit Oktober 2024 von 6,21 Prozent auf 2,07 Prozent (August 2025).

Das 3. Quartal 2025 war bezüglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von einer Zinssenkung in den USA und dem UK um jeweils um 0,25 Prozent auf 4,125 Prozent, respektive 4,00 Prozent.  Die Europäische Zentralbank (EZB) pausierte im 3. Quartal in ihrem Zinssenkungszyklus (Anlagezins 2,00 Prozent). Japans Notenbank verweigerte Zinserhöhungen (aktuell 0,50 Prozent). In China wurden die Zinssätze für die „Loan Prime Rates“ trotz des Deflationsbilds unverändert belassen (1-jährige Kredite 3,00 Prozent, 5-jährige Kredite 3,50 Prozent).

Fazit zum 3. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde und der disruptivem US-Zoll-als auch Standortpolitik, aber auch wegen mangelnder Reformbereitschaft in Frankreich und Deutschland Potentialwachstumskräfte, hält aber aktuell ein Wachstumstempo real um die 3 Prozent-Marke.

Die Konjunkturverläufe zwischen den Wirtschaftsräumen des Westens und des Globalen Südens blieben und bleiben pro Globalem Süden ausgerichtet. Die Anpassungen der IWF-Prognosen im Juli waren eindeutig.

Während sich der „Globale Süden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, läuft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusätzlich durch die Akzeptanz des „US-Zolldiktats“ und Verweigerung überfälliger Reformen unterproportional zu wachsen.

Die erwarteten Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik sind bisher nicht eingetreten. Das grundsätzlich moderate Inflationsbild erlaubte der US-Notenbank den Beginn des Zinssenkungszyklus mit unterstützenden Folgen für die US-Wirtschaft und die US-Finanzmärkte.

Die Perspektive: Geopolitische Risiken höher, aber Wirtschaft zuversichtlich

Die von den USA ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen werden sich grundsätzlich auf die globale Wirtschaftsaktivität weiter belastend auswirken. Ein nachhaltiger Lastwechsel in Richtung verstärkten globalen Wachstums ist vor dem aktuell verfügbaren Nachrichten- und Datenhintergrund unwahrscheinlich, auch wenn sich die globale Wirtschaft resilient, erkennbar an harten Daten, und zuversichtlich, erkennbar an Sentiment-Indikatoren, zeigt.

Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich. Die Neuausrichtung der USA in der Ukraine-Krise, jetzt enger an der Seite der EU und der Ukraine, impliziert darüber hinaus eine militärische Eskalation mit dem Risiko einer geografischen Ausweitung des Konflikts. Die Möglichkeit, dass der Konflikt eine globale Dimension annimmt, steigt mit entsprechend belastenden Folgen für Real- und Finanzwirtschaft. Der Anstieg des Goldpreises mit neuen historischen Höchstmarken im September diskontierte dieses Risikoszenario.

Eine aktuell möglich erscheinende Friedenslösung im Gaza-Konflikt kann im 4. Quartal 2025 ein Aufheller der Stimmung sein

Im 4. Quartal 2025 werden das derzeitig milde globale Inflationsszenario und das daraus resultierende Potential für Zinssenkungen entlastend wirken, allen voran in den USA, aber auch in Fernost, wo es partiell zu Deflationsszenarien (u.a. China, Thailand) kommt.

Die US-Politik unter Präsident Trump zeigte und zeigt in der US-Wirtschaft Wirkung. Durch die Reformen, die das Leistungspotential der Ökonomie erhöhen, wirken sich die US-Disruptionen zu Gunsten der US-Wirtschaft aus. Allein die zugesagten Investitionen der EU, Japans und Südkoreas belaufen sich auf mehr als 1,5 Billionen USD. Sie werden ihre Wirkung, sofern es dazu kommt (Rechts- und Potentialfragen), entfalten. Die US-Wirtschaft ist und bleibt der Profiteur der „US-Wirtschaftskriege“.

Das US-Wachstum per 2. Quartal 2025 wurde unerwartet im Verlauf von 3,0 Prozent (Erstschätzung) final auf 3,8 Prozent (annualisiert) revidiert. Die Industrieproduktion stieg die letzten drei Monate im Jahresvergleich um die Marke von 1 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze verzeichneten in den letzten drei Monaten im Jahresvergleich Zuwachsraten von 4,09 Prozent - 5,00 Prozent. Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft zeigt mit der Zinssenkung erste Anzeichen einer Erholung. So lieferten der Index anhängiger Hauskäufe (Top seit 05/2025), der MBA Hypothekenmarktindex (Top seit 04/2022) und der Absatz neuer Wohnimmobilien (Top seit 01/2022) allesamt positive Entwicklungen.

Trumps massive Erfolge, Investitionen in die USA zu leiten (mehr als 5 Billionen USD), spielen auf kurze Sicht eine untergeordnete Rolle, sie haben mittel- und langfristig positiven Charakter. Unterschwellig unterstützend wirken in den USA die Themen Energieversorgungssicherheit und insbesondere im Vergleich zu Europa günstige Energiepreise. Die USA werden auch im 3. Quartal 2025 der „Outperformer“ unter den westlichen Nationen sein. Verwerfungen durch einen aktuell möglichen Shutdown wären temporärer Natur, wie vergangene Shutdowns belegen, und würden im Zeitverlauf aufgeholt.

Frankreich entwickelt sich zum Problemfall für die EU

Die beiden Schwergewichte der EU, Deutschland und Frankreich, waren mangels umfassender Reformpolitik im 3. Quartal 2025 Belastungsfaktoren in der Eurozone. In Frankreich spitzt sich die Lage zu. Das Thema Unregierbarkeit steht im Raum und damit eine Fortsetzung der verfehlten Politikansätze. Die deutsche Regierung bewegt sich zwischen Wortbrüchen und Reformankündigungen, ohne bisher belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch großer Teile der Wirtschaft verloren. Die ehemaligen Problemländer, allen voran Spanien und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone.

Ihre Kraft und ihr Einfluss reichen jedoch nicht aus, um das Blatt der Eurozone zum Guten zu wenden. Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen im 4. Quartal 2025 weiter nach unten ziehen, nimmt zu. Fehlende Konkurrenzfähigkeit der beiden Kernländer bei den Rahmendaten wird durch die US-Reform- und Zollpolitik, jüngst aber auch durch das UK durch Hinwendung zur Atomkraft und starke US-Investitionen in Zukunftsindustrien, weiter zunehmen. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben. Zudem ist Kontinentaleuropa bei Ausweitung des Ukraine-Konflikts potentielles „Theatre of war“.

Indien liefert derzeit in Asien die stärksten Datensätze. Inwieweit das aggressive US-Zollregime gegen Indien diese Performance stören kann, ist offen. Frühindikatoren reagierten bisher nicht oder kaum. Die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. Weitere Zinssenkungen zur stärkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich. Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von Stabilität mit positivem Grundton geprägt sein.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer zunehmenden Dynamik der Weltkonjunktur

Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per August 2025 mit 52,9 Punkten den höchsten Indexwert seit 14 Monaten, solides Wachstum implizierend. Der Dienstleistungssektor trug dazu wesentlich bei.

Der Einkaufsmanagerindices (PMIs) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die USA mit 52,0 Punkten (S&P Index) Expansion. Dagegen implizieren die PMIs für die Eurozone mit 49,5 Punkten (Deutschland 48,5), für Japan mit 48,4 Zählern und das UK mit 46,2 Zählern Kontraktion.

Die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor belegen für  Indien mit 57,5 Zählern starke Expansion (Industrieproduktion +4,0 Prozent), dagegen für China mit 49,8 Punkten (Industrieproduktion +5,2 Prozent), für Russland  mit 48,7 Zählern (Industrieproduktion +0,5 Prozent)  und für Brasilien mit 47,7 Punkten (Industrieproduktion +0,2 Prozent) Kontraktion.

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 3. Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung im erhöhten Wachstumsmodus und sorgte für die gute Performance der Einkaufsmanagerindices bezüglich der Gesamtwirtschaft (Composite Indices).

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft mit einem Anteil zwischen 60Prozent-70Prozent der Gesamtwirtschaft. Dieser Sektor war im 3. Quartal 2025 der entscheidende Katalysator des Wachstums. Das wird sich im 4. Quartal 2025 fortsetzen. Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer Zinssenkungen liefern für die Verstetigung der Wirtschaftsaktivität grundsätzlich Unterstützung. Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische Unterstützung für die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen.

Fed mit erster Leitzinssenkung in diesem Jahr

Die im 3. Quartal 2025 verfügte Leitzinssenkung seitens der Federal Reserve (0,25 Prozent) hatte leichte Traktion am Rentenmarkt, dagegen verpuffte die Leitzinssenkung der Bank of England (0,25Prozent). Damit stand der Entlastung am Geldmarkt, die wichtig für die Finanzierung des Umlaufvermögens ist, eine überschaubare Entlastung am US-Kapitalmarkt und keine Entlastung am britischen Rentenmarkt gegenüber (Investitionen). Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg im Quartalsvergleich von 2,60 Prozent auf aktuell 2,72 Prozent und die 10-jährige britische Staatsanleihe von 4,48 Prozent auf 4,70 Prozent. Anders war das in den USA. Dort kam es im 3. Quartal 2025 zu einem Rückgang von 4,21 Prozent auf 4,15 Prozent.

Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte keine belastenden Auswirkungen. Ölpreise waren wenig verändert, Gaspreise rückläufig und Industriemetallpreise leicht ansteigend. Dagegen ergaben sich im Sektor Agrarrohstoffe bei Weizen (+21,9 Prozent), Kaffee (+21,3 Prozent), Orangensaft (+8,8 Prozent) und Zucker (+3,5 Prozent) Preisanstiege. Kakao (-25,2 Prozent) war dagegen deutlich günstiger. Die maßgeblichen Inflationstreiber waren im 3. Quartal 2025 die Lebensmittelpreise.

Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hängt an der internationalen Politik (Zoll- und Geopolitik), aber auch an den Notenbanken bezüglich der Zinspolitik. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten positives Potential. Die Spreizung bezüglich der potentiellen Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen und den Schwellenländern setzt sich fort. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen. Frankreich ist gefordert, erscheint aber politisch gelähmt. Die Vorzeichen für die Eurozone und die EU sind kritisch.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft - Nachhaltige Reaktionen am Rentenmarkt

An den Finanzmärkten ergaben sich im Sommerquartal 2025 teilweise starke Neubewertungen. Die stabile bis leicht freundliche globale Konjunkturlage war neben den Zinssenkungen der Federal Reserve System (Fed) und der Bank of England wesentlich verantwortlich für die überwiegend freundliche Performance der Aktienmärkte, insbesondere in den USA und in Fernost ex Indien. Die geowirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen und/oder Eskalationen stellten im 3. Quartal 2025 nur kurzfristige Belastungen für die Aktienmärkte dar.

Am Rentenmarkt waren die Reaktionen ob des Risikoclusters nachhaltiger. Hier ergaben sich ex USA überschaubare Renditeanstiege. Bezüglich der prekären politischen als auch haushaltstechnischen Lage Frankreichs, aber auch des UK erschienen die Renditestände trotz des überschaubaren Renditeanstiegs in Europa zunächst widerstandsfähig zu sein. Bemerkenswert waren die Bewertungen der nicht korrelierten Anlageklassen Gold, Silber und Bitcoin. Sie legten markant zu. Erkennbar ist, dass Sachwerte oder nicht korrelierte Anlagen (Aktien, Gold, Silber, Bitcoin) im 3. Quartal 2025 gefragt waren. Versicherungen waren „en vogue“.

Aktienmärkte: Aktienmärkte legten überwiegend zu im Quartalsverlauf Q3-2025

Das Sommerquartal war an den Aktienmärkten weit überwiegend von einer positiven Grundtendenz geprägt. Der MSCI World Index konnte im Quartalsvergleich um 6,96 Prozent zulegen. Europas Märkte zogen den MSCI-Index nach unten. Der DAX verlor 0,12 Prozent und der Eurostoxx 50 Index legte mit 4,40 Prozent im Vergleich zum MSCI World unterproportional zu. US-Märkte performten oberhalb des Anstiegs des MSCI World Index um die 8 Prozent oszillierend. Treiber des Anstiegs waren die Märkte in Fernost ex Indien, insbesondere der Aktienmarkt Chinas (+17,9 Prozent), aber auch der Hangseng Index (+11.56 Prozent) und der NIKKEI 225 Index (+10,98 Prozent). Indiens Markt ist weiter in einem Korrekturmodus (-4,00 Prozent).

Im 3. Quartal 2025 wirkten unterschiedliche Katalysatoren auf die Aktienmärkte. Grundsätzlich unterstützte eine Hinwendung der Marktakteure zu Sachwerten, zu denen Aktien gehören. Die stabile bis freundliche Konjunkturlage lieferte keinen Gegenwind. Ebenso generierten Unternehmensdaten keine nachhaltigen negativen Überraschungen. Befürchtungen starker Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik bestätigten sich im Quartalsverlauf zunächst nicht. Der Beginn des Zinssenkungszyklus in den USA wirkte insbesondere auf US-Märkte unterstützend. So markierten der S&P 500 und der US Tech 100 im letzten Drittel des Septembers 2025 neue historische Höchstmarken. Die Entscheidung der US-Regierung, sich an Unternehmen zu beteiligen, wirkte sich unterstützend auf individuelle Werte und auf den Gesamtmarkt aus (u.a. Intel).

Die US-Zoll- und Sanktionspolitik ist bisher erfolgreich

Die USA setzten sich gegenüber der EU, Japan und Südkorea mit einem „Diktat“ durch. Die Bedingungen für US-Exporte haben sich drastisch verbessert, während die Exportchancen der betroffenen Länder markant reduziert sind. Die Zusagen massiver Energiekäufe in den USA und Investitionen der drei genannten Länder in den USA implizieren darüber hinaus für die gesamte US-Wirtschaft perspektivisch einen höheren Potenzialwachstumspfad. Die Revisionen des US BIP im 2.Quartal 2025 von 3,0 Prozent auf 3,8 Prozent belegen die Stärke der US-Wirtschaft gegenüber anderen Industrienationen. Laut GDP Now der Federal Reserve Atlanta liegt der aktuelle Prognosewert für das 3. Quartal 2025 bei 3,9 Prozent.

Die unterproportionale Performance der europäischen Aktienmärkte erklärt sich über die verschlechterten Terms of Trade in Kontinentaleuropa im internationalen Vergleich. Dazu gehört auch eine nachteilige Aufstellung im Energiesektor bezüglich der Energiepreise und der nachhaltigen Versorgungssicherheit. Die Stärke der Reformländer kann nicht die Schwäche der Kernländer ausgleichen. Ausbleibende Reformen und politische Unsicherheiten in Frankreich und Deutschland reduzierten die Attraktivität der hiesigen Aktienmärkte. Zudem belastet das Risiko, dass bei fortgesetzter Eskalation im Ukrainekrieg Kontinentaleuropa zum „Theatre of War“ mutieren kann.

Die Aktienmärkte in Fernost waren ex Indien die erfolgreichsten Märkte. Die Bereitschaft der Marktteilnehmer, sich in China und Hongkong stärker zu engagieren, korreliert mit der Erkenntnis, dass China sich bisher relativ erfolgreich gegen das US-Zolldiktat wehren konnte und die Wirtschaft von den US-Zöllen und US-Sanktionen nur überschaubar betroffen war. Der Nikkei-Index profitierte zuletzt von einer entspannteren Inflationssituation in Japan und stabiler Performance der Wirtschaft. Indiens Aktienmarkt war der Verlierer. Die US-Zölle und die US-Drohkulisse gegen Indien wegen der etablierten Geschäftsbeziehung zu Russland wirken belastend. Für das Herbstquartal liegt der Fokus der Märkte auf Geopolitik, auf Entwicklungen in der US-Zoll- und Sanktionspolitik, Unternehmensdaten als auch der US-Zinspolitik.

Rentenmärkte: US-Märkte genießen mehr Vertrauen im Quartalsverlauf Q3-2025

Die Rentenmärkte der USA und Europas zeigten sich im Verlauf des 3. Quartals 2025 in unterschiedlicher Verfassung. Während in den USA im Quartalsvergleich ein zarter Renditerückgang verzeichnet wurde, kam es in Europa, Japan und China zu leichten Renditeanstiegen. In den USA bildeten sich die Renditen seit Mitte Juli ausgehend von 4,50 Prozent zurück. Dagegen ergab sich in Europa auf den erhöhten Niveaus eine Seitwärtsbewegung oder sogar Renditeanstiege in diesem Zeitraum (Frankreich). Diese korreliert mit den Problemen Frankreichs, aber auch mit dem Reformmangel der Kernländer. Der hohe positive Realzins (siehe Grafik) von 2,74 Prozent ist Ausdruck der französischen Krisenlage.

Ergo genießen die US-Märkte höheres Vertrauen an den internationalen Kapitalmärkten. Unterstützend wirkte die Einleitung des US-Zinssenkungszyklus. Die Zinssenkung der Bank of England hatte ähnlich wie zuletzt bei den EZB-Zinssenkungen keine entlastende Wirkung auf die Kapitalmarktrenditen. Mit den verbesserten Rahmendaten in den USA und den sich verschlechternden Rahmendaten für Europa sollte sich das Vertrauen in die US-Kapitalmärkte auch hinsichtlich des im Vergleich attraktiven US-Realzinses fortsetzen.

Devisenmärkte: Eurostärke bemerkenswert, Gold und Silber stehlen die Show im Q3-2025

Der Euro konnte im 3. Quartal 2025 weitgehend die vorherige Stärke, insbesondere gegenüber dem USD und CHF, verteidigen und sogar gegenüber dem JPY und GBP leicht ausbauen. Hinsichtlich der unterproportionalen Performance der europäischen Aktien- und Rentenmärkte gegenüber den USA als auch der Tatsache, dass Produktionskapazitäten aus der Eurozone in die USA verlagert werden, stellt sich die Frage, welche Kapitalströme zu dieser Euro-Performance führen. Das gilt umso mehr, als dass sich die geowirtschaftlichen Bedingungen durch die US-Zollpolitik für die Eurozone markant verschlechterten und die Leistungsertüchtigung der USA bezüglich der Wachstumsdaten unerwartet und bemerkenswert war und ist.

Die Resilienz des Euros ist im Vergleich zu Gold, Silber und Bitcoin unwesentlich. Der Zerfall des globalen Organigramms und die US-Abkehr vom rechtsbasierten System erhöhte markant die Attraktivität nicht korrelierter Anlageklassen, allen voran von Gold („Währung ohne Fehl und Tadel“) als auch des Silbers („das Gold des kleinen Mannes“).

Fazit für die Devisenmärkte im dritten Quartal 2025

Die Stärke und Resilienz des Euros stach im 3. Quartal 2025 hervor und verdient sich den Begriff „bemerkenswert“. Belastende Daten und Fakten perlten ohne Wirkung ab. Die Performance von Gold und Silber als auch Bitcoin belegten die Nachfrage nach nicht korrelierten Anlagen mit Versicherungscharakter.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Externe Quellen:

  • Netfonds AG

Geldanlagen im dritten Quartal 2025 als ePaper lesen

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Sonntag, 27. Juli 2025

Geldanlagen im 2. Quartal 2025 - US-Zoll- und Geopolitik sorgen nur temporär für Verwerfungen an Märkten und die Weltwirtschaft verliert an Dynamik

 Das 2. Quartal 2025 war gekennzeichnet von Verwerfungen durch die US-Zollpolitik und Geopolitik, allen voran dem fortgesetzten Gaza-Konflikt und den Angriffen seitens Israels und der USA auf den Iran und der zunächst temporären Befriedung dieses Iran-Israel-USA-Konflikts. Der Ukraine-Konflikt setzte sich im 2. Quartal fort, ohne dass ein kurzfristiges Ende des Konflikts erkennbar ist. Das Thema China versus Taiwan stand kaum im Fokus.

Die US-Zollpolitik war und ist bezüglich des Themas Wirtschaft einer der entscheidenden Belastungsfaktoren

Zölle sind administrierte Preiserhöhungen. Sie belasten grundsätzlich die Wirtschaftssubjekte und das Potenzialwachstum. Die USA schlossen im 2. Quartal erfolgreich ein Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich. Mit China wurde der Handelskonflikt entschärft. Die Verhandlungen mit der EU laufen und sollen laut aktuellen Meldungen zum Quartalsende eine positive Grundtendenz aufweisen. Dagegen eskalierten die Verhandlungen zum Quartalsende zwischen den USA und Kanada. Die USA brachen die Handelsgespräche ab. Kanada knickte daraufhin bei der Digitalsteuer ein, sodass Gespräche fortgesetzt werden können. Das Thema der US-Zollpolitik bleibt trotz teilweiser Lösungen ein latenter Belastungsfaktor sowohl für die realwirtschaftliche Entwicklung als auch für die Finanzmärkte.

In der Folge dieser Rahmenbedingungen verkürzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die globale Wachstumsprognose im World Economic Outlook per April 2025 deutlich von bisher 3,3 Prozent auf 2,8 Prozent für das laufende Jahr. Für die Industrieländer und den Globalen Süden lagen die negativen Anpassungen jeweils bei 0,5 Prozent. Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose für die USA markant um 0,9 Prozent auf jetzt 1,8 Prozent gesenkt. Dagegen lag die Revision der BIP-Daten der Eurozone bei „nur“ -0,2 Prozent auf jetzt 0,8 Prozent. Die deutsche BIP-Prognose wurde um 0,3 Prozent auf 0,0 Prozent herabgesetzt. Unter den bedeutenden Ländern schneidet laut aktuellen Prognosen des IWF nur Mexiko mit -0,3 Prozent Kontraktion des BIP schlechter ab.

Aktueller Einkaufsmanagerindices in Q2-2025 als Bewertungsmaßstab

Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, Frühindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 2. Quartals 2025 ein positives Gesamtbild. Die USA führen im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezüglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen mit 52,8 Zählern vor Japan mit 51,4 Punkten, Großbritannien mit 50,7 Punkten und der Eurozone mit 50,2 Zählern. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem 1. Rang mit 61,0 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,7 Zähler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 2. Quartal 2025 überwiegend leichte Entspannungssignale mit Ausnahme des UK. Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) von 74,67 USD um rund 11 Prozent auf 66,41 USD (Stichtag für alle Rohstoffe 27. Juni), nachdem zuvor am 22. Juni 2025 Höchstkurse bei 85,76 USD (Kontext Angriff auf Iran) markiert wurden.

Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Rückgang um gut 19 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA ein Einbruch um rund 26 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten fallende Preise. Kupferpreise gaben im Quartalsvergleich auf EUR-Basis um gut 3,7 Prozent nach. Bei Nickel lag das Minus auf EUR-Basis bei rund 11 Prozent. Bei Aluminium kam es auf EUR-Basis zu einem Rückgang in Höhe von rund 4,2 Prozent.

Rückgang der Verbraucherpreise in der Phase von März 2025 bis Mai 2025

In der Eurozone ergab sich als Konsequenz ein Rückgang der Verbraucherpreise in der Phase von März 2025 bis Mai von 2,2 Prozent auf 1,9 Prozent. In den USA verharrte der Anstieg im Jahresvergleich bei 2,4 Prozent. Großbritannien verzeichnete dagegen von März 2025 bis Mai 2025 einen signifikanten Anstieg von 2,6 Prozent auf 3,4 Prozent. In Japan nahmen die Verbraucherpreise in diesem Zeitfenster von 3,6 Prozent auf 3,5 Prozent ab. Im Verlauf des 2. Quartals 2025 ergab sich in China ein Deflationsszenario mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,1 Prozent und einem Rückgang der Erzeugerpreise um 3,3 Prozent.

Das 2. Quartal 2025 war bezüglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von zwei Zinssenkungen in der Eurozone um jeweils 0,25 Prozent auf aktuell 2,00 Prozent (Anlagezins). Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) verzichtete auf weitere Zinsschritte und nahm eine abwartende Haltung ein (Fed Funds Satz 4,375 Prozent). Im UK kam es zu einer Senkung um 0,25 Prozent auf jetzt 4,25 Prozent. Japans Notenbank verweigerte weitere Zinserhöhungen (aktuell 0,50 Prozent). In China wurden die Zinssätze für die „Loan Prime Rates“ wegen der Deflationslage leicht um jeweils 0,10 Prozent reduziert (1-jährige Kredite jetzt 3,00 Prozent, 5-jährige Kredite aktuell 3,50 Prozent).

Entwicklung der Inflation im Quartalsverlauf

Fazit zum 2. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde und der disruptiven US-Zollpolitik bedeutungsvoll an Dynamik. Die Konjunkturverläufe zwischen den Wirtschaftsräumen des Westens und des Globalen Südens bleiben weiter markant pro Globalem Süden ausgerichtet. Während sich der „Globale Süden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert (zuletzt Annäherung Indien/China), Effizienzen erhöht und Wachstumspotenziale generiert, läuft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik gegenüber China und Russland unterproportional zu wachsen.

Die Neuausrichtung der USA zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Kooperation mit Russland, die wiederholt von US-Präsident Trump in Aussicht gestellt wurde, mag der US-Wirtschaft bei Umsetzung weitere Vorteile gegenüber der Ökonomie Europas verschaffen. Zudem war Trump seit seiner Amtseinführung im Januar sehr erfolgreich, Investitionen und Geschäftsvolumen in die USA zu lotsen (KI bis zu 3 Billionen USD, Pharmasektor circa 230 Mrd. USD, Saudi-Trip bis zu 2 Billionen USD).

Die Perspektive: 2025, bleibt weiter ein Jahr der Turbulenzen

Die von den USA ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen wirken sich grundsätzlich auf die globale Wirtschaftsaktivität fortgesetzt belastend aus. Ein schneller Lastwechsel in Richtung verstärkten Wachstums ist vor dem aktuell verfügbaren Nachrichten- und Datenhintergrund unwahrscheinlich. Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich.

In diesem Kontext konstatierte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ, Zentralbank der Zentralbanken), dass die Weltwirtschaft nach ihrer Einschätzung vor einer neuen Ära der Unsicherheit stehe. Zunehmende Handelskonflikte und geopolitische Spannungen gefährdeten das globale Finanzsystem laut jüngst veröffentlichtem Jahresbericht. Der von den USA vorangetriebene Handelskrieg und andere politische Weichenstellungen zerfaserten die etablierte Wirtschaftsordnung.

Dies stelle auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in Institutionen wie die Zentralbanken auf die Probe. In dem Jahresbericht warnte die BIZ eindringlich vor der weltweit steigenden Staatsverschuldung. Dieser Trend könne nicht so weitergehen. Zudem trügen die Alterung der Bevölkerung, der Klimawandel und Probleme in den Lieferketten zu einem unbeständigeren Umfeld bei.

Nicht nur die seitens der USA mit Zöllen belegten Länder sind und bleiben ökonomischen Stresszuständen ausgeliefert. Die Daten aus den USA belegen, dass die US-Wirtschaft holpert. So sank die Kapazitätsauslastung der US-Industrie von März auf Mai 2025 von 77,8 Prozent auf 77,4 Prozent. Der S&P Composite Index, der mit 52,8 Punkten solides Wachstum der Gesamtwirtschaft impliziert, scheint die Realität nur in Teilen abzubilden.

So bleibt der US-Immobiliensektor in einem rezessiven Umfeld gefangen, messbar am Index der anhängigen Hausverkäufe (tiefste Niveaus der letzten 25 Jahre) oder dem NAHB Housing Market Index (Tiefststand seit 12/2022). Auch die Daten des die US-Wirtschaft tragenden Sektors der Dienstleistungen sind ambivalent. Der Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektor nach Lesart des ISM notierte per Mai bei 49,9 Punkten (zarte Kontraktion), während der Index, der von S&P für diesen Sektor erhoben wird, mit 53,7 Zählern solides Wachstum impliziert.

Derartige Divergenzen forcieren keine Zuversicht für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte

Trumps massive Erfolge, Investitionen in die USA zu leiten, spielen auf kurze Sicht eine untergeordnete Rolle, sie haben mittel- und langfristigen positiven Charakter. Unterschwellig unterstützend wirken in den USA die Themen Energieversorgungssicherheit und insbesondere im Vergleich zu Europa günstige Energiepreise.

Bezüglich der Ukraine-Krise bleiben die USA determiniert, Frieden zu schaffen, was insbesondere für Europa Potenzial (Aspekte Kosten, Wirtschaftspotenzial) erhöhen würde. Die Politik seitens des UK, Frankreichs, Deutschlands und der EU wirkt trotz unterstützender Lippenbekenntnisse jedoch faktisch gegen diese Entwicklung. Ergo steht dieser positive Katalysator voraussichtlich weiter zeitnah nicht zur Verfügung.

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Die Nahostlage bleibt kritisch. Die zunächst temporäre Befriedung des Iran-Israel-USA-Konflikts wirkt positiv. Anders der Gaza-Konflikt, er bleibt virulent und ungelöst. Die beiden Schwergewichte der EU, Deutschland und Frankreich, sind mangels umfassender Reformpolitik weiter Belastungsfaktoren in der Eurozone. Die ehemaligen Problemländer sind dank der Reformen heute die Stabilisatoren der Eurozone.

Die Wahlen in Deutschland haben sich bezüglich der zu erwartenden Inhalte der neuen Regierung bisher als wenig belastbar erwiesen. Wortbrüche und Brüche des Koalitionsvertrags (zuletzt Stromsteuer) pflastern den Weg der neuen schwarz-roten Koalition und unterminieren das Vertrauen von Wirtschaft und Bürgern. Das Risiko, dass Deutschland die EU und Eurozone nach unten zieht, ist und bleibt gegeben. Fehlende Konkurrenzfähigkeit bei den Rahmendaten wird bestenfalls unterproportional seitens Deutschlands, Frankreichs und der EU adressiert.

Die in China aufgelegten Konjunkturprogramme und die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung stabilisieren den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. Weitere Zinssenkungen zur stärkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich. Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von Stabilität mit positivem Grundton geprägt sein.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer Dynamikabschwächung der Konjunktur

Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per Mai 2025 mit 51,2 Punkten versus Februar 2025 mit 51,5 Punkten zunächst überschaubare Momentum-Verluste.

Die Einkaufsmanagerindices (PMIs) signalisieren in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die USA mit 52,0 Punkten (S&P Index) und für Japan mit 50,4 Zählern Expansion. Dagegen ergeben sich in der Eurozone laut Definition des Index mit 49,4 Punkten (Deutschland 49,0) und im UK mit 47,7 Zählern Kontraktion. Die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor aus Indien (58,4) und aus Russland (50,2) implizieren Wachstum. Dagegen implizieren die Werte aus China (49,7) und aus Brasilien (49,4) Kontraktion.

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 2. Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung im Quartalsvergleich ex Deutschland und Brasilien im Wachstumsmodus. Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft mit einem Anteil zwischen 60 Prozent-70 Prozent der Gesamtwirtschaft. Dieser Sektor war im 2. Quartal 2025 losgelöst vom partiellen Dynamikverlust zumeist der entscheidende Katalysator des Wachstums. Das wird sich im dritten Quartal 2025 fortsetzen.

Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer Zinssenkungen liefern für die Verstetigung der Wirtschaftsaktivität grundsätzlich Unterstützung

Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische Unterstützung für die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen. Die im 2. Quartal 2025 verfügten Leitzinssenkungen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) (0,50 Prozent) und der Bank of England (0,25 Prozent) hatten jedoch auf den Rentenmärkten nur partielle Traktion. Damit stand der Entlastung am Geldmarkt, die wichtig für die Finanzierung des Umlaufvermögens ist, eine überschaubare Entlastung am Kapitalmarkt gegenüber (Investitionen).

Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sank im Quartalsvergleich von 2,73 Prozent auf aktuell 2,60 Prozent und die 10-jährige britische Staatsanleihe von 4,68 Prozent auf 4,48 Prozent. Anders war das in den USA. Dort kam es nach dem Renditeverfall im 1. Quartal 2025 zu einer Seitwärtsbewegung (4,21 Prozent). Die US-Notenbank verzichtete fortgesetzt auf Zinssenkungen. Der Rohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte leicht unterstützende Auswirkungen im Rahmen von Preisrückgängen insbesondere in den Sektoren Energie und Industriemetallen im 2. Quartal 2025.

Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hängt an der internationalen Politik (Zoll- und Geopolitik), aber auch an der US-Notenbank bezüglich der Zinspolitik. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten positives Potential. Die Spreizung bezüglich der potentiellen Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen und den Schwellenländern setzt sich fort.

Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen. Das bisherige Reformpaket weist in die richtige Richtung, ohne jedoch Primärursachen (u.a. Energie) zu bereinigen. Das Risiko einer deutschen konjunkturellen „Scheinblüte“ mit konsumtiven ökonomischen Einmaleffekten anstelle von investiven Multiplikatoreffekten (Generierung von Steuersubstrat) steht im Raum, wenn die strukturellen Kernursachen nicht adressiert werden.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft - Zollschock sorgt für geopolitische Eskalationen

An den Finanzmärkten ergaben sich im Frühjahrsquartal teilweise starke Neubewertungen. Losgelöst von der schwächeren globalen Konjunkturdynamik und den geowirtschaftlichen als auch geopolitischen Herausforderungen waren Risikoaktiva nach dem 8. April gefragt. Die Erholung korrelierte nach dem Zollschock mit der Erkenntnis, dass US-Präsident Trump eine pragmatische Herangehensweise in den Zollkonflikten einschlug, um potentielle Schäden für die US-Wirtschaft zu minimieren, aber ohne seine Zielprojektionen aufzugeben. Die geopolitischen Eskalationen, allen voran der Angriff auf den Iran durch Israel und die USA, hatten keine nachhaltige Risikoaversion zur Folge.

Aktienmärkte: Aktien legten zu, Divergenzen bei der Amplitude im Quartalsverlauf Q2-2025

Das Frühjahrsquartal war an den Aktienmärkten von einem hohen Maß an Heterogenität bei positiver Grundtendenz geprägt. Der MSCI World Index konnte im Quartalsvergleich um 10,96 Prozent zulegen. Die US-Märkte stachen positiv hervor, gleiches gilt für den Nikkei Index. Die europäischen Märkte generierten eine heterogene Performance. Der DAX stieg deutlich, der Eurostoxx 50 Index mühte sich auf leicht positives Terrain. Auch der indische Aktienmarkt reüssierte. Dagegen lieferten sowohl der Hangseng (Hongkong) als auch der CSI 300 (Festlandchina) zwar eine positive, aber unterproportionale Entwicklung.

Im 2. Quartal 2025 zerstreuten sich die Ängste, die im März 2025 aufkamen, dass die so genannten „Trump-Trades“ zur Disposition stünden. Aktien und Krypto-Anlagen lieferten eine starke Performance gekoppelt an den Pragmatismus Trumps in den Zollkonflikten. Auch das Thema der US-Leitzinssenkungen wurde zum Ende des 2. Quartals 2025 hoffähiger. Im Raum stehen zwei Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf.

Vergleich der Aktienmärkte im Quartalsverlauf

Trotz der Verluste in der globalen Wirtschaftsdynamik lief die Berichtssaison der Unternehmen positiv. In der Berichtssaison setzten insbesondere US-Techwerte positive Akzente, allen voran Microsoft und Alphabet. In der Folge waren insbesondere US-Aktienmärkte nachgefragt. Die Leitzinssenkungen der EZB und der Bank of England verfehlten zwar eine umfassende Wirkung am Rentenmarkt, sie wurden dennoch vom Aktienmarkt goutiert. Die anhaltenden Anpassungen internationaler Portfolien zu Gunsten europäischer Titel bleibt ein hintergründiger Unterstützungsfaktor.

Die Aktienmärkte in Fernost generierten kein einheitliches Bild. Der NIKKEI 225 Index (Japan) stieg signifikant nach der Schwäche im 1.Quartal 2025. Der indische Markt (Sensex) hat sich deutlich erholt. Anzeichen eines Endes der mehr als ein Jahr dauernden Konsolidierung sind gegeben. Dagegen liefen sowohl die Märkte Festlandchinas (CSI 300) als auch Hongkongs der Performance hinterher. Beide Märkte, aber vor allen Dingen Festlandchina, werden aus politischen Gründen weniger stark in Portfolien berücksichtigt. Für das Sommerquartal gilt es, die Wendungen in der Geopolitik und in der Zollpolitik eng zu begleiten. Entspannungen liefern Aufwärtspotenzial.

Rentenmärkte: Fallende Renditen in Europa, Seitwärtsbewegung in den USA im Quartalsverlauf Q2-2025

Die Rentenmärkte der USA und Europas zeigten sich im Verlauf des 2. Quartals 2025 in unterschiedlicher Verfassung. Augenfällig war und ist, dass die Zinssenkungen der EZB und der Bank of England im 2.Quartal 2025 am Rentenmarkt nur partiell verfingen. Offenbar gibt es ein Vertrauensdefizit der Märkte gegenüber den beiden Zentralbanken, aber auch begründete Sorgen bezüglich der öffentlichen Haushaltspolitiken in Europa.

Vergleich der Rendite-Entwicklungen an den Rentenmärkten

Die Verweigerung der Fed, Zinsen trotz repressiven Realzinses um die Marke von +2 Prozent (EUR +0,10 Prozent, Japan -3,0 Prozent) zu senken, verhinderte eine positive Performance der US-Staatsanleihen.

Fazit für die Aktienmärkte und Rentenmärkte im zweiten Quartal 2025

Die nicht gegebene Traktion der Kapitalmärkte auf die Leitzinssenkungen im 1. Quartal 2025 wich einer unterproportionalen Traktion der Leitzinssenkungen europäischer Notenbanken im 2. Quartal 2025. Damit nahm die Steilheit der Zinskurven zu. Der Verzicht der US-Notenbank auf Zinssenkungen verhinderte Renditerückgänge an den US-Märkten. Die Wirksamkeit der Leitzinssenkungen bezüglich der Forcierung der Investitionstätigkeit, die maßgeblich kapitalmarktabhängig ist, bleibt in Europa unausgeprägt.

Devisenmärkte: Euro profitiert markant im Quartalsverlauf Q2-2025

Der Euro profitierte stark von Sorgen über die öffentlichen US-Haushalte und deren nachhaltige Finanzierung. Die Herabstufung der Bonität der USA um eine Stufe seitens der Ratingagentur Moody’s lieferte einen weiteren Katalysator. Auch die geringere negative Anpassung des BIP der Eurozone (-0,2 Prozent auf +0,8 Prozent) im Vergleich zu den USA (-0,9 Prozent auf +1,8 Prozent) mag hilfreich gewesen sein. Verbalakrobatik, dass der EUR in die Rolle des USD hineinwachsen werde oder könne, wirkten losgelöst von Fakten psychologisch unterstützend.

Die den Euro belastenden Faktoren:

  • der zunehmenden Zinsdifferenz zu Gunsten des USD am Geldmarkt,
  • des hohen positiven Realzinses in den USA gegenüber der Eurozone,
  • der leistungsertüchtigenden Reformpolitik der USA (Steuern, Subventionen, weniger Bürokratie, billige Energie, Versorgungssicherheit) bei unzureichender Reformpolitik in Europa,
  • der Wachstumsdifferenz zu Gunsten der USA,
  • der US-Wirtschafts- und Technologiefreundlichkeit,
  • und der hohen Investitionszusagen (reale Kapitalzuflüsse) der Unternehmen (KI, Pharma etc.) für den US-Standort

spielen derzeit keine tragende Rolle.

Devisenmärkten im Quartalsverlauf

Fazit für die Devisenmärkte im zweiten Quartal 2025

Die derzeit stattfindende Anpassung der internationalen Portfolien zu Gunsten Europas hält an und unterstützt den Euro, allen voran den Schweizer Franken. Die Fokussierung auf die US-Haushaltsproblematik unter Ausblendung der zunehmenden Probleme in den Haushalten der Länder der Eurozone ist ein zweiter Katalysator. Die Vorteile der USA als Wirtschaftsstandort, die Ansätze der Haushaltskonsolidierung, die dortigen Verbesserungen der Rahmendaten und der Zinsvorteil werden derzeit nicht diskontiert.

Gold konnte im 2. Quartal 2025 weiter glänzen und legte wegen der globalen Unsicherheiten und Umbrüche um 5,70 Prozent zu. Hintergründig unterstützen ausgeprägte Notenbankkäufe. Gold hat im Jahr 2024 den Euro als zweitgrößte Devisenreserve hinter dem USD abgelöst. Bitcoin als nicht korreliertes Anlagegut profitierte stark und legte um 30,11 Prozent zu.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Externe Quellen:

  • Netfonds AG

Geldanlagen im zweiten Quartal 2025 als ePaper lesen

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Mittwoch, 23. April 2025

Geldanlagen im 1. Quartal 2025 - Disruptive US-Politik führt zu erhöhter Verunsicherung in Wirtschaft und Finanzmärkten

 Das 1. Quartal 2025 war gekennzeichnet von Disruptionen der Trump-Administration in vielen Feldern. Sie haben zur Folge, dass sowohl das Organigramm als auch die Systematiken, die unsere Welt seit 1945 maßgeblich bestimmten, in Frage gestellt sind. Die Folge ist eine erhöhte Verunsicherung in der Realwirtschaft als auch an den Finanzmärkten.

Von einem grundsätzlich multilateralen von der Globalisierung geprägten Ansatz, aber bei weitem nicht perfektem System, mäandert die westliche Weltgemeinschaft durch die aktuelle US-Politik zu einer Politik der bilateralen Beziehungen, in der weniger das Recht, als die Stärke oder vermeintliche Stärke bestimmend ist. Gleichzeitig setzt sich der Emanzipationsprozess des Globalen Südens fort, der nach wie vor das System der multilateralen und rechtsbasierten Ordnung anstrebt.

US-Politik sorgt für gravierende Missstimmungen

Die US-Regierung agiert völlig losgelöst vom Völkerrecht mit Interessen an Grönland, Kanada und dem Panama-Kanal. Drohungen, die Ziele im Zweifelsfall auch militärisch zu erzwingen, stehen im Raum. Dieser Politikansatz verunsichert. Andererseits ist die US-Regierung fokussiert, den Ukraine-Krieg zu beenden und die wirtschaftliche Kooperation mit Russland auch gegen den Widerstand in großen Teilen Europas, allen voran in Frankreich und dem UK, wiederzubeleben. Das wirkt positiv. Der Nahost-Konflikt bleibt virulent. Die loyale Haltung der USA gegenüber Israel ist ausgeprägt. Ob Palästina eine Zukunft hat, ist offen. Davon unabhängig erscheint eine nachhaltige Befriedung der Region außer Sichtweite.

Die US-Zollpolitik war und ist bezüglich des Themas Wirtschaft der entscheidende Belastungsfaktor. Zölle sind administrierte Preiserhöhungen. Sie belasten die Wirtschaftssubjekte und das Potenzialwachstum. Die Unsicherheit, ob die aggressive Zollpolitik der USA zu größeren Handelskriegen führen wird, forcierte im Verlauf des 1. Quartals 2025 zunehmende realwirtschaftliche Verunsicherung und Risikoaversion an den Finanzmärkten.

Exkurs: Diese Zollpolitik der USA ist nur möglich, weil die USA zuvor die Schiedsgerichte der WTO (Welthandelsorganisation) durch Nichtbesetzung der Richterposten in der Phase 2014 - 2019 handlungsunfähig machten. 166 Staaten von 193 UN-Staaten haben sich der Gerichtsbarkeit der WTO unterworfen. Die WTO stellt das Gerüst der Globalisierung durch einen belastbaren Rechtsrahmen dar. Die Zoll- und Sanktionspolitik der USA stellt seit Jahren einen kontinuierlichen Bruch des WTO-Rechts dar, der nicht verfolgt werden kann, da die Schiedsgerichte nicht handlungsfähig sind.

Trotz dieser Belastungen war die Weltwirtschaft im 1. Quartal 2025 gekennzeichnet von maßvoller Konjunkturdynamik

Der Internationale Währungsfonds erhöhte im Januar 2025 die Wachstumsprognose für das Wirtschaftswachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr von 3,2 Prozent auf 3,3 Prozent. Das Wachstum teilt sich laut Prognosen des IWF ungleich zwischen Industrieländern und den aufstrebenden Ländern auf. Industrieländer werden laut aktueller IWF-Prognose 2024 um 1,9 Prozent (zuvor 1,8 Prozent) zulegen, während die aufstrebenden Länder die Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent (zuvor 4,2 Prozent) ausweiten werden.

Innerhalb der Industrieländer nehmen die Divergenzen zu. Die Prognose der USA wurde deutlich um 0,5 Prozent auf 2,7 Prozent erhöht, während die Prognose für die Eurozone um 0,2 Prozent auf 1,0 Prozent reduziert wurde. Dafür war eine Reduktion der BIP-Prognose Deutschlands um 0,5 Prozent auf 0,3 Prozent maßgeblich verantwortlich. Der so genannte Globale Süden bleibt der Taktgeber und Stabilisator der Weltwirtschaft. Innerhalb des Globalen Südens ist Asien bezüglich der Wirtschaftsentwicklung dominant. Die IWF-Prognose für den asiatischen Raum liegt per 2025 bei 5,1 Prozent (zuvor 5,2 Prozent).

Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, Frühindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich zum Ende des 1. Quartals 2025 ein heterogenes Bild zu Lasten Japans und Europas. Die USA führen im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezüglich der großen Industrienationen oder Industrieregionen mit 53,5 Zählern vor Großbritannien mit 52,0 Punkten und der Eurozone mit 50,4 Punkten. Japans Composite Index impliziert mit 48,5 Zählern Kontraktion.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 1. Quartal 2025 überwiegend leichte Entspannungssignale

Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) um knapp 2 Prozent. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Rückgang um gut 4 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA ein Anstieg um rund 3 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten zumeist höhere Preise. Kupferpreise legten im Quartalsvergleich auf USD-Basis um rund 11 Prozent und auf EUR-Basis um gut 6,5 Prozent zu. Bei Nickel lag der USD-Anstieg bei gut 5 Prozent und der Anstieg auf EUR-Basis bei knapp 1,5 Prozent. Bei Aluminium kam es auf USD-Basis zu einem Plus in Höhe von rund 2,5 Prozent, auf EUR-Basis zu einem Rückgang um circa 1,5 Prozent.

In der Eurozone ergab sich als Konsequenz ein Rückgang der Verbraucherpreise in der Phase von Dezember bis Februar von 2,4 Prozent auf 2,3 Prozent und in den USA von 2,9 Prozent auf 2,8 Prozent. Großbritannien verzeichnete dagegen von Dezember bis Februar einen Anstieg von 2,5 Prozent auf 2,8 Prozent. In Japan legten die Verbraucherpreise von 3,6 Prozent auf 3,7 Prozent zu. Im Verlauf des 1. Quartals 2025 ergab sich in China ein Deflationsszenario mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,7 Prozent zuletzt und einem Rückgang der Erzeugerpreise um 2,3 Prozent.

Das 1. Quartal 2025 war bezüglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von zwei Zinssenkungen in der Eurozone um jeweils 0,25 Prozent auf aktuell 2,50 Prozent (Anlagezins). Die US-Notenbank verzichtete auf weitere Zinsschritte und nahm eine abwartende Haltung ein (Fed Funds Satz 4,375 Prozent). Im UK kam es zu einer Senkung um 0,25 Prozent auf jetzt 4,50 Prozent. Japans Notenbank sah sich hinsichtlich hoher Preisniveaus zu einer Zinserhöhung von 0,25 Prozent auf 0,50 Prozent genötigt. In China wurden die Zinssätze für die „Loan Prime Rates“ trotz der Deflationslage unverändert belassen (1-jährige Kredite jetzt 3,10 Prozent, 5-jährige Kredite aktuell 3,60 Prozent).

Entwicklung der Inflation im Quartalsverlauf

Fazit zum 1. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft hält trotz Krisenherden und US-Disruptionen weitgehend das Niveau der erwarteten Expansion. Die Konjunkturverläufe zwischen den Wirtschaftsräumen des Westens und des Globalen Südens bleiben markant pro Globalem Süden ausgerichtet. Innerhalb der Industrienationen fällt Europa gegenüber den USA weiter ab. Während sich der „Globale Süden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, läuft der „Westen“ das Risiko, durch Abgrenzungspolitik gegenüber China und Russland unterproportional zu wachsen.

Die Neuausrichtung der USA zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Kooperation mit Russland, die im Putin/Trump Telefonat in Aussicht gestellt wurde, mag der US-Wirtschaft bei Umsetzung weitere Vorteile gegenüber der Ökonomie Europas verschaffen.

Die Perspektive: 2025, zunächst ein Jahr der Turbulenzen

Die von den USA ausgehenden politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen wirken sich grundsätzlich auf die globale Wirtschaftsaktivität belastend aus. Der Politikstil maximaler Forderungen der Trump-Administration irritiert. Ermutigend ist dann die wieder im Raum stehende Verhandlungsbereitschaft, mit dem Ziel, für die USA günstige „Deals“ abzuschließen.

Im April 2025 wird es zunächst zur Verhängung der angekündigten US-Zölle kommen. Anschließend ist Trump laut aktuellen Aussagen bereit, nachzuverhandeln. Die Reaktionen bezüglich der betroffenen Länder sind nach manchen martialischen Einlassungen zu Beginn (u.a. Kanada) diplomatischer geworden. Viele Länder sind zu Konzessionen gegenüber den USA bereit, um die Zollhöhen zu nivellieren. Zu ihnen gehören Indien, Vietnam und zuletzt auch die EU, die laut Presseberichten diesbezüglich Handlungsfelder definiert.

Nicht nur die seitens der USA mit Zöllen belegten Länder sind ökonomischen Stresszuständen ausgeliefert

Die Daten aus den USA belegen, dass die positive Wahrnehmung der Trump-Politik zunehmend konterkariert wird. So nimmt der Optimismus kleiner Unternehmen seit zwei Monaten ab. Das Verbrauchervertrauen brach förmlich ein. Die Mahnungen seitens der Wirtschaftsverbände nehmen ob der US-Politik deutlich zu. Das von der Atlanta Federal Reserve betriebene Modell zur Berechnung des US-BIP im ersten Quartal 2025 steht seit dem 28. März bei -2,8 Prozent in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung. Als Fazit lässt sich ziehen, dass die heiß gekochte „Suppe der Zölle“ wohl nicht ganz so heiß ausgelöffelt wird.

Die erwartete Konjunkturbelebung per 2025, die auch in der Januar-Prognose des IWF zarte Traktion hatte, weicht der Erkenntnis, dass das „Best Case“-Szenario fortgesetzte maßvolle Konjunkturdynamik sein wird. Diesbezüglich wird der IWF Mitte April die neuen Konjunkturprognosen vorlegen. Leichte Reduktionen sind in hohem Maße für das Jahr 2025 wahrscheinlich.

Bezüglich der Ukraine-Krise bleiben die USA determiniert, Frieden zu schaffen, was insbesondere für Europa Potential (Aspekte: Kosten, Wirtschaftspotential) erhöhen würde. Die Politik seitens des UK, Frankreichs, Deutschlands und der EU wirkt jedoch gegen diese Entwicklung. Ergo steht dieser positive Katalysator voraussichtlich zeitnah nicht zur Verfügung.

Die EU agiert statisch und ist und bleibt voraussichtlicher Verlierer dieser Konstellationen

Geopolitisch hängt die EU in den Ansätzen der „US-Biden-Politik“ fest und erscheint nicht bereit, die Kriegsausrichtung ernsthaft durch Unterstützung der Friedensinitiativen anzupassen. Die beiden Schwergewichte der EU, Deutschland und Frankreich, wirken politisch fortgesetzt dysfunktional. Die Wahlen in Deutschland haben sich bezüglich der zu erwartenden Inhalte der neuen Regierung bisher als wenig vielversprechend erwiesen. Die Erkenntnis, dass mehr Geld nicht notwendige Reformen ersetzen kann, erscheint derzeit unausgeprägt zu sein. Entsprechend reagieren die Wirtschaftsverbände zunehmend kritisch. Ohne Reformen nimmt das Risiko der Abwanderung der Unternehmen aus Deutschland zu. Das Risiko, dass Deutschland die EU und Eurozone nach unten zieht, ist und bleibt gegeben.

Die US-Wirtschaft zeigt sich aktuell verunsichert bezüglich Wirkungen der US-Zollpolitik auf Inflation und Konjunktur, messbar in einigen Sentiment-Indikatoren. Andererseits wurden im 1. Quartal 2025 massive Investitionen im KI-Bereich und Pharmasektor (u.a. Johnson & Johnson 55 Mrd. USD, Ely Lilly 27 Mrd. USD) angekündigt oder vereinbart. Der Potentialwachstumspfad der USA erhöht sich diesbezüglich mittel- und langfristig. Hoffnungen sind berechtigt, dass das Thema Zölle im 2. Quartal 2025 zu größten Teilen beordnet sein sollte. Nach 12 Monaten fallen die statistisch messbaren Wirkungen wegen der Basiseffekte zu großen Teilen weg. Ergo bleibt der Pfad der US-Wirtschaft zunächst labil. Die Perspektiven stimmen dank verbesserter Rahmendaten (weniger Bürokratie, geringere Steuern, mehr und günstige Energie).

Die in China aufgelegten Konjunkturprogramme und die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung verbessern den regionalen Ausblick. Zinssenkungen zur stärkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich. Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von Stabilität mit positiven Grundton geprägt sein.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer Dynamikabschwächung der Konjunktur

Der von JP Morgan für die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per Februar 2025 mit 51,5 Punkten den schwächsten Indexstand seit Dezember 2023. Die Einkaufsmanagerindices (PMIs) signalisieren in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes für die westlichen Länder Kontraktion. Die USA schneiden mit 49,8 Punkten am besten ab. Die Eurozone folgt mit 48,7 Zählern (Deutschland 48,3). Japan reiht sich mit 48,3 Zählern ein, gefolgt vom UK bei 44,6 Punkten.

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Die aktuell verfügbaren Werte der Länder des Globalen Südens für diesen Sektor aus Indien (57,6), aus Brasilien (53,0), aus China (NBS 51,5, Caixin 51,1) und aus Russland (50,2) belegen die positive Divergenz zu Gunsten des Globalen Südens. Der Dienstleistungssektor bewegte sich im ersten Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung im Quartalsvergleich ex UK in einer Abwärtsbewegung. Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft mit einem Anteil zwischen 60 Prozent - 70 Prozent der Gesamtwirtschaft. Dieser Sektor war im 1. Quartal 2025 losgelöst vom Dynamikverlust weiterhin der entscheidende Katalysator des Wachstums.

Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer Zinssenkungen liefern für die Verstetigung der Wirtschaftsaktivität grundsätzlich Unterstützung. Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische Unterstützung für die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen.

Die im 1. Quartal 2025 verfügten Leitzinssenkungen seitens der EZB (0,50 Prozent) und der Bank of England (0,25 Prozent) hatten jedoch auf den Rentenmärkten keine Traktion. Im Gegenteil, die Renditen legten zu. Damit stand der Entlastung am Geldmarkt, die wichtig für die Finanzierung des Umlaufvermögens ist, eine Verschärfung am Kapitalmarkt gegenüber, der für Investitionen von tragender Bedeutung ist. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe legte im Quartalsvergleich von 2,36 Prozent auf aktuell 2,74 Prozent zu, die 10-jährige britische Staatsanleihe von 4,57 Prozent auf 4,68 Prozent.

Anders war das in den USA - Die US-Notenbank verzichtete auf Zinssenkungen

In der Folge kam es zu einem Renditerückgang im Ultimovergleich von 4,52 Prozent auf 4,22 Prozent. Der Rohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die Weltfinanzmärkte überwiegend keine wesentlichen Auswirkungen im 1. Quartal 2025.

Die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hängt an der internationalen Politik. Das gilt für die US-Zollpolitik und die Antworten der betroffenen Länder als auch der Geopolitik bezüglich der Ukraine-Krise und der Krise um Palästina. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten positives Potential.

Die Spreizung bezüglich der Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen wird sich zu Gunsten der Schwellenländer fortsetzen. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft - Europa gewinnt an Boden und Edelmetalle erleben eine starke Nachfrage

An den Finanzmärkten ergaben sich im Winterquartal Neubewertungen. Europäische Aktienmärkte gewannen Boden. Fernöstliche Aktienmärkte lieferten ein heterogenes Ergebnis. So stiegen der Hangseng (Hongkong) und der Kospi (Südkorea), Festlandchina verlor leicht, ebenso wie der indische Markt. Der Nikkei (Japan) verlor signifikant. US-Aktienmärkte gaben deutlich nach. Europäische Rentenmärkte tendierten schwächer, US-Rentenmärkte dagegen freundlich. Krypto-Anlagen verloren signifikant. Edelmetalle waren stark nachgefragt. Der EUR konnte gegenüber dem USD zulegen.

Aktienmärkte: Divergentes globales Bild im Quartalsverlauf Q1-2025

Das Winterquartal war an den Aktienmärkten geprägt von einem hohen Maß an Heterogenität. Der MSCI-World Index verlor im Quartalsvergleich, was auch am hohen US-Anteil im Index lag (-2,14 Prozent). Dagegen reüssierten die europäischen Märkte. Das galt noch mehr für den Hangseng (Hongkong). US-Märkte standen dagegen unter deutlichem Druck. Mehr noch gilt es für den Nikkei (Japan).

Das Quartal war geprägt von der Erwartung, dass es zu weniger US-Leitzinssenkungen kommen wird. Das belastete US-Märkte hintergründig. Die Evaluierung der Trump-Politik wirkte bis in die zweite Hälfte Februar positiv, da sich die Märkte auf geringere Steuern, weniger Bürokratie und mehr und günstigere Energie fokussierten. Dann drehte sich die Einschätzung auch wegen der näher rückenden US-Zollpolitik und den darin innewohnenden Risiken markant. Insbesondere hoch bewertete Titel der USA wurden abverkauft.

Vergleich der Aktienmärkte im Quartalsverlauf

Trotz der steileren Zinskurve in den europäischen Ländern konnten die europäischen Märkte deutlich an Boden gewinnen. Die Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England verfehlten zwar ihre Wirkung am Rentenmarkt vollständig, sie wurden dennoch vom Aktienmarkt goutiert. Die anhaltenden Anpassungen internationaler Portfolien zu Gunsten europäischer Titel bleibt ein hintergründiger Unterstützungsfaktor. Dabei spielt die entspanntere geopolitische Risikoeinschätzung eine bedeutende Rolle. Zudem gab es eine Rotation von der Allokation von hoch bewerteten Märkten in günstiger bewertete Märkte.

Die Aktienmärkte in Fernost generierten kein einheitliches Bild. Der Nikkei-Index (Japan) gab signifikant nach. Sowohl der indische Markt (Sensex) als auch der Markt von Festlandchina (CSI 300) gingen mit leichten Verlusten aus dem Quartal. Dagegen konnte der Markt in Hongkong markant Boden gewinnen. Er profitierte unter anderem von der Rotation in günstig bewertete Märkte. Für das Frühlingsquartal gilt es, die Wendungen in der Geopolitik und in der Zollpolitik eng zu begleiten. Entspannungen liefern Aufwärtspotenzial.

Rentenmärkte: Steigende Renditen im Quartalsverlauf, aber nicht in China im Quartalsverlauf Q1-2025

Die Rentenmärkte der USA und Europas zeigten sich im Verlauf des 1. Quartals 2025 in unterschiedlicher Verfassung. Die Hintergründe sind vielfältig. Augenfällig war und ist, dass die Zinssenkungen der EZB und der Bank of England am Rentenmarkt nicht verfingen. Offenbar gibt es ein Vertrauensdefizit der Märkte gegenüber den beiden Zentralbanken. Dagegen wurde die abwartende Haltung der US-Notenbank an den Rentenmärkten honoriert. Ein weiterer Grund für den US-Renditerückgang liegt in sich abschwächenden Datensätzen, insbesondere bei Sentiment-Indikatoren.

Vergleich der Rendite-Entwicklungen an den Rentenmärkten

Fazit für die Aktienmärkte und Rentenmärkte im ersten Quartal 2025

Die massiven Schuldenprogramme der EU für Waffen (konsumtiv) und auch Deutschlands (mindestens 50 Prozent konsumtiv) werfen neben der prekären Haushaltslage Frankreichs aber auch Großbritanniens lange Schatten auf europäische Rentenmärkte. Die nicht gegebene Traktion der Leitzinssenkungen europäischer Notenbanken am Rentenmarkt unterminiert die Wirksamkeit der Leitzinssenkungen bezüglich der Forcierung der Investitionstätigkeit, die maßgeblich kapitalmarktabhängig ist. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung verschärft zudem das Thema Kosten der Staatsfinanzierung in europäischen Ländern. Derzeit scheint die Einschätzung der internationalen Kapitalmärkte bezüglich der USA und deren Politikansätzen von größerer Zuversicht geprägt zu sein.

Devisenmärkte: EUR und JPY auf der Verliererstraße im Quartalsverlauf Q1-2025

An den Devisenmärkten profitierte der Euro von einer neuen geopolitischen Einwertung der Risiken für Europa ausgehend von der Ukraine und der Neuadjustierung internationaler Aktien-Portfolien zu Gunsten Europas. Das waren und sind die entscheidenden Größen für den Anstieg, aber auch die bisherige Widerstandskraft für den Euro auf dem gegenwärtigen Niveau.

Devisenmärkten im Quartalsverlauf

Die den Euro belastenden Faktoren:

  • ob das Thema der zunehmenden Zinsdifferenz zu Gunsten des USD am Geldmarkt,
  • des hohen positiven Realzinses in den USA gegenüber der Eurozone,
  • der leistungsertüchtigenden Reformpolitik der USA (Steuern, Subventionen, weniger Bürokratie, billige Energie, Versorgungssicherheit) bei ausbleibender Reformpolitik in Europa,
  • aber auch der Wachstumsdifferenz zu Gunsten der USA,
  • der US-Wirtschafts- und Technologiefreundlichkeit
  • und der Frage nach der Qualität des politischen Personals,

spielen derzeit keine tragende Rolle.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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  • Netfonds AG

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