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Montag, 29. Dezember 2025

Sicherheit als Investmentchance: Denn die Investitionen in die Gefahrenabwehr werden tendenziell steigen

 Investitionen in Verteidigungs- und Sicherheitsunternehmen galten noch vor wenigen Jahren für viele Privatanleger als ein Tabuthema. Rüstungswerte standen häufig auf Ausschlusslisten von Fonds oder ETFs. Das Image der Unternehmen war negativ besetzt und ethische Bedenken dominierten die Wahrnehmung. Inzwischen hat sich diese Sichtweise grundlegend gewandelt. Die geopolitische Lage, massive Budgetsteigerungen und technologische Fortschritte haben den europäischen Verteidigungssektor in den Fokus von Anlegern gerückt.

Weltweit stiegen die Militärausgaben 2024 auf rund 2,7 Billionen US-Dollar, ein Plus von 9,4 Prozent. Europa legte mit etwa 17 Prozent deutlich stärker zu als andere Regionen. Hinzu kommt die politische Verpflichtung der NATO-Mitglieder bis 2035 bis zu fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren. Die EU unterstützt diesen Trend mit Programmen zur Stabilisierung von Lieferketten und der Förderung gemeinsamer Beschaffungsvorhaben. Für Anleger eröffnen sich damit klare, langfristige Chancen in einem Markt, der zuvor als Nische galt.

Staatliche Programme werden langfristig kalkuliert - Stabilität für Investoren

Staatliche Programme für Luft- und Raumfahrt, Munition, Panzer und technische Geräte laufen über mehrjährige Zyklen, wodurch Auftragsbücher für Unternehmen verlässlich gefüllt sind. Das schafft für Investoren eine Stabilität, die in klassischen konjunkturabhängigen Branchen selten ist. Gleichzeitig umfasst der Sektor heute deutlich mehr als klassische Rüstungsgüter: Sensorik, Software, Kommunikationssysteme, Wartung und Cyberabwehr sind zentrale Bestandteile. Die zunehmende Bedeutung von Cyberabwehr spiegelt die Realität moderner Sicherheitsrisiken wider. Angriffe auf kritische Systeme können immense wirtschaftliche und politische Schäden verursachen.

Deutschland - Militärausgaben 1953 bis 2024

Unternehmen, die auf Cyberabwehr spezialisiert sind, liefern daher nicht nur Produkte für Verteidigungsbehörden, sondern auch für zentrale zivile Infrastrukturen wie Energieversorgung, Transport und Kommunikation. Das eröffnet wiederkehrende Erlöse, stabilisiert die Geschäftsmodelle und macht Cyberabwehr zu einem der am stärksten wachsenden Segmente im Verteidigungsbereich.

Europa holt in diesem Bereich massiv auf. Staaten wie Deutschland, Frankreich, Polen und Schweden erhöhen ihre Verteidigungsbudgets deutlich, modernisieren ihre Streitkräfte und investieren in neue Technologien. Die EU verstärkt zudem industrielle Kooperationen, um langfristig ihre Lieferketten zu sichern. Dies stärkt nicht nur etablierte Unternehmen, sondern auch innovative Zulieferer. Damit können Anleger an einem breit gefächerten Sektor teilhaben, der sowohl traditionelle als auch zukunftsorientierte Geschäftsfelder vereint.

Auch der Blick auf Nachhaltigkeit hat sich verändert

Früher wurde der Verteidigungssektor von vielen Anlegern wegen ethischer Bedenken gemieden. Heute lassen sich Investments differenzierter gestalten. Viele Fonds schließen weiterhin kontroverse Waffen aus, während Unternehmen, die sogenannte „dual-use-Lösungen“ (sowohl zivil als auch militärisch nutzbar) oder sicherheitsrelevante Technologien liefern, zunehmend als notwendig für Stabilität und gesellschaftliche Sicherheit angesehen werden. Für Anleger bedeutet das: Ein Investment kann in Einklang mit eigenen ESG-Vorstellungen stehen, wenn die Auswahl bewusst getroffen wird.

Für 2026 zeigt sich ein vielversprechender, aber differenzierter Ausblick. Die bereits beschlossenen Budgetsteigerungen sichern Aufträge für mehrere Jahre, insbesondere in klassischen Segmenten (Luftverteidigung, Munitionsproduktion, Panzer- und Schiffstechnologie). Gleichzeitig entstehen neue Wachstumsfelder: Cyberabwehr, digitale Sicherheit und Raumfahrtanwendungen werden künftig deutlich an Bedeutung gewinnen. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Cyberlösungen stark steigen wird, weil Staaten und kritische Infrastruktur zunehmend Angriffen ausgesetzt sind und gleichzeitig regulatorische Anforderungen an Sicherheit zunehmen.

Technologische Fortschritte, darunter Drohnen, elektronische Kriegsführung und intelligente Überwachungssysteme, könnten in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen. Dies erhöht die Diversifikation innerhalb von Fonds und ETFs, da Hardware-, Service- und Technologiefirmen gemeinsam vertreten sind. Anleger können so Risiken einzelner Unternehmen reduzieren, während sie am Wachstum des Sektors partizipieren.

Politische und regulatorische Risiken werden das Thema aber auch in 2026 begleiten

Der weitere Verlauf des Ukraine-Kriegs, Haushaltsänderungen, Regierungswechsel oder geänderte Prioritäten können Aufträge verzögern. Exportkontrollen oder internationale Abkommen können den Zugang zu Märkten beeinflussen. Diese Risiken sollten Anleger bewusst einplanen, weshalb der Verteidigungssektor idealerweise als kleiner, klar definierter Baustein im Portfolio genutzt wird. Gleichzeitig bieten die langfristige Nachfrage, die breite Wertschöpfung und die strukturellen Wachstumstreiber gute Chancen auf stabile Erträge, auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.

Fazit

Insgesamt zeigt sich: Verteidigungs- und Sicherheitsinvestments sind heute keine Randerscheinung mehr. Europa investiert massiv in seine Fähigkeiten, politische Zusagen sichern Aufträge, und technologische Innovationen erweitern die Chancen für Unternehmen und Anleger. Mit einem klaren Ziel, definiertem Risiko und einer bewussten Berücksichtigung von ESG-Kriterien kann der europäische Verteidigungssektor 2026 als interessanter Satellit im Portfolio dienen. Cyberabwehr und digitale Sicherheit könnten dabei zu den dynamischsten Segmenten zählen, die das Thema langfristig prägen.

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Mittwoch, 17. Januar 2024

Small Caps: Darum bieten kleine Unternehmen aktuell große Chancen

 Kleine Unternehmen, die sogenannten "Small Caps," sind ein faszinierender Teil des Aktienmarktes. Small- und Mid- Caps bieten oft das Potenzial für beeindruckende Renditen, aber auch erhebliche Schwankungen. Grundsätzlich kann die Aufnahme von Small Caps in ein Portfolio die Diversifikation erhöhen und so das Gesamtrisiko der Portfolios reduzieren. Außerdem sind Small und Midcaps im historischen Vergleich überwiegend sehr günstig bewertet. Warum dies so ist, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die Vorteile von Small Caps liegen in ihrem Wachstumspotenzial

Die starkansteigenden Zinsen und Rezessionsängste der letzten beiden Jahre haben dafür gesorgt, dass Small Caps hinter den Aktien großer Unternehmen zurückgeblieben. Es lohnt sich aber genau hinzuschauen, warum dies so ist und insbesondere wann dieses Verhältnis wieder kippen könnte.
Small Caps sind Unternehmen mit einer vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung. Die genaue Definition kann je nach Börse und Region variieren, aber im Allgemeinen sind Small Caps typischerweise Unternehmen, deren Marktwert im Bereich von einigen Millionen bis zu einigen Milliarden Dollar liegt. Diese Unternehmen sind in der Regel kleiner als ihre "Large Cap" und "Mid Cap" Pendants, die oft in den Schlagzeilen stehen.

verschiedene Anlageklassen im Renditevergleich von 2003 bis 2023

Kleine Unternehmen haben oft erhebliches Wachstumspotenzial. Sie können schneller expandieren, neue Märkte erschließen und innovative Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Zudem sind Small Caps in der Regel agiler und flexibler als große Konzerne. Sie können sich schnell an Veränderungen in der Geschäftsumgebung anpassen und Chancen nutzen, die sich bieten. Dies ist besonders wichtig in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen oder sich ändernder Marktdynamiken.

Auch die Tatsache, dass Small Caps oft weniger im Rampenlicht stehen, kann von Investoren genutzt werden. Da sie von den meisten Investoren übersehen werden, können sie unterbewertet sein und Fondsmanagern die Möglichkeit bieten, günstige Aktien zu finden. Im Gegensatz dazu werden größere Unternehmen ständig und sehr genau analysiert, sodass ich in diesem Segment seltener echte „Schnäppchen“ finden lassen. Schließlich sind kleine Unternehmen oft Innovationsführer und entwickeln neue Produkte oder Dienstleistungen, die den Markt verändern können. Investoren, die auf der Suche nach innovativen Ideen sind, könnten in Small Caps fündig werden.

Allerdings sind auch Nachteile mit Small Caps verbunden

Das Wachstumspotenzial von Small Caps geht in der Regel mit höheren Risiken einher. Kleinere Unternehmen sind anfälliger für Marktvolatilität, Finanzprobleme und Wettbewerbsdruck. Zudem haben Small Caps oft geringere Handelsvolumina als große Unternehmen, was zu geringerer Liquidität an den Börsen führt. Es kann schwieriger sein, Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, insbesondere in größeren Mengen. Dies kann unter Umständen zu starken (Tages-)Schwankungen führen.

Des Weiteren verfügen kleine Unternehmen in der Regel über begrenztere finanzielle und personelle Ressourcen im Vergleich zu großen Konzernen, was sich auf ihre Fähigkeit auswirken kann, Wachstumsziele zu erreichen oder sich von Krisen zu erholen. Außerdem bedeutet die geringere Anzahl an Analysten, die Small Caps verfolgen und analysieren, dass gerade Privatanleger schwieriger an Informationen gelangen.

Der aktuelle Abschwung seit Beginn des Jahres 2022 wurde allerdings noch von weiteren Faktoren begünstigt. Die Zentralbanken der entwickelten Märkte haben auf die hohe Inflation mit aggressiven Zinserhöhungen reagiert. Infolgedessen zieht sich die Inflation von ihren Höchstständen im Sommer zurück, insbesondere in den USA. Sie bleibt jedoch noch über den Zielraten vieler Zentralbanken, insbesondere in Großbritannien und Europa. Zum Beispiel betrug die Inflation in der Eurozone im September immer noch 4,3 Prozent, verglichen mit dem 2 Prozent Ziel der EZB.

Small Caps reagieren besonders stark auf die steigenden Zinssätze

Dies liegt unter anderem in ihrem häufig höheren Verschuldungsniveau. Viele Small Caps sind auf Fremdkapital angewiesen, um zu wachsen oder ihre Geschäftstätigkeiten zu finanzieren. Wenn die Zinssätze steigen, erhöhen sich die Kosten für die Bedienung von Schulden, was die Gewinne der Unternehmen belastet. Dies kann dazu führen, dass die finanzielle Situation von Small Caps instabiler wird, da sie unter dem Druck steigender Zinsen leiden. Darüber hinaus wird die Fähigkeit dieser Unternehmen beeinträchtigt, neues Kapital aufzunehmen, insbesondere wenn sie in der Vergangenheit auf Kredite oder Anleihen angewiesen waren, um ihre Expansionspläne zu finanzieren.

Eine eingeschränkte Kapitalverfügbarkeit kann das Wachstumspotenzial von Small Caps erheblich beeinträchtigen. Zudem tendieren Anleger oft dazu, in Zeiten steigender Zinsen ihr Kapital aus riskanteren Anlagen abzuziehen und in sicherere Anlagen wie Staatsanleihen oder größere, etablierte Unternehmen zu investieren. Dies führt zu einem Rückgang der Nachfrage nach Small-Cap-Aktien und kann deren Preise drücken. Infolgedessen können Small Caps in Zeiten steigender Zinsen Schwierigkeiten haben, ihre Aktienkurse aufrechtzuerhalten.

Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2022

Für das Jahr bedeutete 2022 dies konkret: Konnte sich der DAX im Vorjahr mit einem Minus von rund 12 Prozent vergleichsweise passabel aus der Affäre ziehen, standen beim SDAX satte 27 Prozent Verlust zu Buche. Auch seit Jahresbeginn 2023 liefen die Kurse der Small Caps den Large Caps nur hinterher.

Trotz oder gerade wegen dieser Entwicklung, sollten sich Anleger gerade jetzt wieder mit den kleinen Unternehmen auseinandersetzen. Denn die genannten negativen Faktoren werden auf den Kopf gestellt, wenn wir aus einer Phase steigender Zinsen oder einer Rezession herauskommen. In Erholungsphasen übertreffen kleinere Unternehmen normalerweise ihre größeren Konkurrenten. Aufgrund ihrer Natur sind Small Caps wendiger und können schneller auf Veränderungen in der Geschäftsumgebung reagieren als Large Caps.

Kleinere Unternehmen können daher von den neuen Chancen profitieren, die eine wachsende Wirtschaft bietet. Der daraus resultierende Anstieg des Risikoappetits der Investoren hilft auch kleinen Unternehmen.

Auch die aktuellen Bewertungen sind attraktiv

In Europa handeln kleinere Unternehmen historisch betrachtet eigentlich mit einem Aufschlag gegenüber großen Unternehmen aufgrund ihres überlegenen Wachstums- und Ertragspotenzials. Nach der schwachen Performance des letzten Jahres handeln europäische Small Caps derzeit allerdings wieder mit einem Rabatt gegenüber ihren größeren Pendants. Angesichts des potenziellen Aufschwungs beim Verlassen von Abschwüngen könnte dies einen attraktiven Einstiegspunkt für langfristige Investoren darstellen.

In den USA spielt sich eine ähnliche Dynamik ab. Hier ist der Bewertungsabschlag von Small Caps gegenüber Large Caps so groß wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Ein Einstieg sollte sich also langfristig lohnen. Tatsächlich haben Small-Cap-Aktien in den USA nach einem ähnlichen Niveau der "Günstigkeit" Anfang 2001 in den folgenden drei, fünf und zehn Jahren deutlich besser abgeschnitten.
Grundsätzlich kann die Aufnahme von Small Caps in ein Portfolio die Diversifikation erhöhen und somit das Gesamtrisiko eines Portfolios reduzieren.

  • Erstens weisen Small Caps oft eine geringere Korrelation zu Large-Cap-Aktien auf, was die Risikostreuung im Portfolio verbessert.
  • Zweitens sind Small Caps weniger von internationalen Märkten abhängig, wodurch das Portfolio gegenüber globalen Risiken abgeschirmt wird.
  • Drittens agieren Small Caps in verschiedenen Branchen und Sektoren, was Chancen in Nischenmärkten eröffnet.

Die Einbeziehung dieser Unternehmen kann dazu beitragen, das Portfolio gegenüber internationalen Risiken zu schützen und Renditechancen in vielfältigen Marktbedingungen zu bieten.

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Dienstag, 25. August 2020

Wasserstoff - der blaue Energieträger der Zukunft?

 Auch wenn es für eine Entwarnung noch zu früh ist, scheint der Höhepunkt der COVID-19-Welle in immer mehr Ländern doch überschritten: Die Fallzahlen gehen vielerorts zurück und die Überlegungen für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität werden endlich konkreter. Grund genug mit einem echten Zukunftsthema nach vorn zu blicken, dass auch für eine langfristige Geldanlage von Bedeutung sein kann.

Schon seit Langem preisen Wissenschaftler Wasserstoff als den idealen Treibstoff
Die NASA verwendet Wasserstoff bereits seit den 1970er Jahren, um Raumfähren zu starten und Raketen in die Umlaufbahn zu schießen. Flüssiger Wasserstoff ist Schätzungen zufolge mindestens dreimal effizienter als Benzin und andere fossile Brennstoffquellen. Doch allen Verheißungen zum Trotz: Aus kommerzieller Sicht ist Wasserstoff bisher ein Flop. Da ist nicht nur das Problem der teuren Herstellung, auch Speicherung und Transport sind schwierig. Da Wasserstoff außergewöhnlich reaktionsfreudig ist, muss er in komprimierter Form unter einem Druck von rund 70 bar aufbewahrt oder bei einer Temperatur von –253 °C verflüssigt werden. Ungeachtet dieser Nachteile gibt es vielerorts Bemühungen, das Potenzial des Wasserstoffs nachhaltig nutzbar zu machen. So unterstützen inzwischen zahlreiche Länder, darunter beispielsweise die EU, Japan und die USA, Wasserstoff-Technologien und -Anwendungen, mit Subventionen. Mögliche zukünftige Anwendungsbereiche liegen dabei insbesondere in der Brennstoffzellen-Technologie (saubere und effiziente Antriebe) und in der Energiespeicherung.

Wasserstoff-Absatzes an Tankstellen in Deutschland

Herstellung, Versorgung und Logistik bremsen noch den kommerziellen Erfolg
Das Hauptproblem liegt derweil in der Herstellung von Wasserstoff und der Versorgung und Logistik mit Wasserstoff, die momentan noch zu teuer und aufwendig ist, um kommerziell erfolgreich zu sein. Traditionell gibt es bei der Herstellung von Wasserstoff zwei Möglichkeiten. Die erste ist die sogenannte Reformierung, bei der Dampf mit sehr hohen Temperaturen von bis zu 1.000 °C eingesetzt wird, um den Wasserstoff aus Methan herauszulösen. Dieses Verfahren ist jedoch problematisch, da es teuer ist und Treibhausgase freisetzt.

Die zweite etablierte Methode zur Gewinnung von Wasserstoff ist die Elektrolyse, bei der Strom durch Wasser geleitet wird, um Wasserstoff und Sauerstoff voneinander zu trennen. Das ist zwar umweltfreundlicher als die Reformierung, aber ebenso teuer. Je nachdem, welche Energiequelle zur Herstellung von Wasserstoff genutzt wird, spricht man von „grauem“, „blauem“ oder „grünen“ Wasserstoff. Grauer Wasserstoff wird mithilfe von fossilen Energien, insbesondere Erdgas produziert und liefert daher keinen CO2 Vorteil. Der Herstellungspreis ist daher auch vom Gaspreis abhängig und liegt aktuell bei circa 1,50 Euro pro kg. Dazu kommt, dass der graue Wasserstoff durch seine CO2 Emissionen auch vom CO2 Preis abhängig ist und daher momentan weder wirtschaftlich noch ökologisch eine Lösung darstellt.
Blauer Wasserstoff ist effektiv grauer Wasserstoff mit Karbon-Abscheidung und Speicherung (CCS). Zusätzlich zu den Herstellungskosten von grauem Wasserstoff fallen also auch noch die Kosten für CCS an, die etwas höher als die Erlöse aus den CO2 Zertifikaten, so dass die Gesamtkosten etwas über den des grauen Wasserstoffs liegen. Grüner Wasserstoff wird dagegen mit Strom aus erneuerbaren Energien (Solar und/oder Wind) produziert und kostet aktuell mehr als das Doppelte im Vergleich zu grauem Wasserstoff. Die Herstellungskosten sollten allerdings über die nächsten 10 Jahre um bis zu 70 Prozent fallen. Derzeit sind globale Elektrolysekapazitäten noch sehr begrenzt, so dass grüner Wasserstoff frühestens im Jahr 2025 ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein wird.

Bei einer längerfristig ausgelegten Geldanlage durch aus einen Blick wert
Mittel- bis langfristig könnten wasserstoffbasierte Technologien und Anwendungen also durchaus eine wichtige Rolle beim Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Welt spielen, allerdings sind sie heute ohne Subventionen noch nicht wirtschaftlich. Aktuell schreibt noch keines der wenigen „Pure-Play“ Wasserstoff Unternehmen schwarze Zahlen, obwohl die Bewertungen dieser Unternehmen in den letzten Quartalen teilweise deutlich angestiegen sind. Deshalb kann eine Beobachtung der weiteren Entwicklung dieser Unternehmen nicht Schaden.

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