Donnerstag, 31. März 2022

Anlagekommentar Februar 2022 - Invasion Russlands in die Ukraine löst den Zinsanstieg als hauptsächliche Anlegersorge ab

 Während sich die Kapitalanleger in der ersten Monatshälfte noch auf die weiter steigenden Inflationsraten und die zu erwartende Reaktion der Zentralbanken fokussierten, so dominierte die zweite Monatshälfte die Invasion Russlands in die Ukraine und deren Folgen. Die USA und die EU nahmen zwar von einem direkten militärischen Eingreifen Abstand, verhängten aber zumindest weitreichende Sanktionen gegen Russland und leiteten eine massive Waffenhilfe für die Ukraine in die Wege. Dadurch kamen besonders Aktien von Unternehmen unter Druck , die einem hohen Geschäftsanteil in Osteuropa haben. Dagegen gehörten Unternehmen aus der Öl- und Gasindustrie, dem Bergbau- und der Rüstungsindustrie zu den Gewinnern an der Börse. Der Ölpreis legte auf über 100 US-Dollar je Fass nach oben zu, was den höchsten Stand seit 2014 bedeutete. Auch der Preis für europäisches Gas ging um 36 Prozent nach oben.

Entwicklung der Anlagemärkte im Februar 2022

Russlands Großangriff auf die Ukraine traf die Kapitalmärkte hart. Im Zuge dieser Entwicklung verlor der Weltaktienindex MSCI World in Euro -2,8 Prozent. Die amerikanischen Werte konnten sich dem nicht entziehen, was beim Dow Jones Industrial Average Index mit -3,5 Prozent zu buche schlag, auch der der marktbreite S&P 500 Index verlor -3,1 Prozent und der US-Technologieindex NASDAQ Composite Index kam auf -3,4 Prozent Rückgang. In Asien gab es eine breite Spanne mit roten Vorzeichen: Der japanische NIKKEI 225 Index kam mit -1,8 Prozent glimpflich davon und der Hang Seng Index beendete dagegen mit -4,67 Prozent tief rot den Monat. Dagegen entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte sehr unterschiedlich. So kam der DAX Index mit -6,5 Prozent sehr stark unter die Räder und Frankreichs CAC 40 Index mit -4,8 Prozent war nur leicht besser. Großbritanniens FTSE 100 Index konnte sich dem starken Rückgang entziehen und verlor nur -1,6 Prozent, was auch den IBEX 35 Index mit ebenfalls -1,6 Prozent gelang.

DAX Entwicklung

Auch an den Rentenmärkten spiegelte sich der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine wieder. So konnten sich Staatsanleihen mit bester Qualität zwar relativ gut behaupten, mussten aber dennoch leichte Kursverluste verkraften. Denn wegen der hohen Unsicherheit stiegen die Zinsen global an. Zu groß war die Sorge, dass der Krieg die Inflationsraten auf ungeahnte Höhen treiben könnte. So haben zehnjährige deutsche Staatsanleihen 12 Basispunkte höher rentiert und waren damit auf dem höchsten Stand seit Anfang 2019. Die Staatspapiere der südlichen Euroländer traf es wesentlich heftiger, da sich infolge der zu erwartenden wirtschaftlichen Eintrübung die Kreditaufschläge deutlich ausweiteten. Dagegen waren die amerikanischen Pendants nicht so stark getroffen. Hier lag die Rendite am Monatsende bei 1,83 Prozent und das Protokoll des Offenmarkt-Ausschusses der US-Notenbank bestätigte die Bereitschaft der Fed, die Zinssätze zu erhöhen und bis zu Beginn des Krieges preisten die Marktteilnehmer einen großen US-Zinsschritt um 50 Basispunkte ein.

Auch die Rohstoffpreise explodieren, weil weitreichende Lieferengpässe befürchtet werden. So verzeichneten jene Rohstoffe heftige Preisausschläge, bei den die Ukraine und/oder Russland wichtige globale Exporteure sind. Der Weizenpreis stiegt so um fast 22 Prozent, Aluminium verteuerte sich um 11,5 Prozent und Nickel um knapp 9 Prozent. Dies verstärkte die Sorgen um eine Inflation, die außer Kontrolle geraten könnte. Eine Folge daraus wäre eine starke Belastung des privaten Konsums und mögliche Produktionsunterbrechungen wegen einer Potenzierung der Lieferkettenprobleme. Das Risiko einer Stagflation erschien auf einmal als eine sehr reale Situation und die guten volkswirtschaftlichen US-Daten wurden kaum noch wahrgenommen.

Die Invasion Russlands in die Ukraine und daraus folgende  globale wirtschaftliche Konsequenzen

Am 21. Februar 2022 hat der russische Präsident Putin bekanntgegeben, dass die Gebiete Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass als unabhängige Staaten von Russland anerkannt werden und die Entsendung von Truppen in die Ostukraine angeordnet. Mit Datum vom 24. Februar 2022 ist eine Invasion Russlands in der Ukraine im Gange, die bis hin zu einer Annexion der gesamten Ukraine führen könnte. Der Westen hat im Falle einer Invasion Russlands in die Ukraine mit massiven wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine haben die USA und die EU zeitnah erste Sanktionen bekanntgegeben.

Das erste Sanktionspaket umfasst unter anderem ein Handelsverbot für russische Staatsanleihen und Vermögenswerte von mehreren Hundert Personen und Unternehmen sollen eingefroren werden. Ziel ist es, Russland den Zugang zu den internationalen Kapital- und Finanzmärkten zu begrenzen. Die Risiken für die Weltwirtschaft sind eng mit dem Ausmaß der Wirtschaftssanktionen gegen Russland verbunden. Aus aktueller Sicht, sollten selbst bei einer vollständigen Invasion der Ukraine die Sanktionen so ausfallen, dass sie die Weltwirtschaft nicht massiv treffen werden. Während sich eine Änderung in dem wirtschaftlichen Normalisierungsszenario derzeit nicht aufdrängt, bedeuten aber weiter steigende Energiepreise dennoch eine gewisse Belastung des privaten Konsums.

So wird die Kapitalmarkt-Entwicklung, zumindest in der kurzen Zeitfrist von Russlands Invasion in die Ukraine geprägt. In den kommenden Wochen dürften aber die Entwicklungen von Konjunktur und Inflation wieder zusehends stärker im Vordergrund stehen. Historisch betrachtet steigen die Risikoprämien von Risikoanlagen in solchen Situationen, während deren Kurse sinken. Dies gilt besonders im Vorfeld und zu Beginn kriegerischer Auseinandersetzungen, wenn die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf am höchsten sind. Die Lage an den Kapitalmärkten entspannt sich in aller Regel, wenn die Unsicherheiten geringer werden, besonders wenn absehbar wird, dass ein Konflikt lokal begrenzt bleibt. In den bisherigen Äußerungen Wladimir Putins steht die Machtübernahme in der Ukraine im Zentrum, weshalb eine Ausweitung kriegerischer Handlungen über die Ukraine hinaus eher unwahrscheinlich sein dürfte. Ebenso dürfte der Vorstoß Russlands unter der Einschätzung erfolgt sein, dass eine Machtübernahme rasch erfolgen kann.

Deshalb dürften für die Kapitalmärkte in den kommenden Wochen zusehends weniger Risikoüberlegungen als die globalen wirtschaftlichen Konsequenzen aus der Invasion Russlands in der Ukraine im Vordergrund stehen. Als Übertragungsmechanismus des Konflikts sind die Rohstoffpreise, insbesondere die Energiepreise eine zentrale Größe. Denn die Energiepreise werden auch vom Ausmaß der Wirtschaftssanktionen gegen Russland bestimmt. Aktuell kann man davon ausgehen, dass die Sanktionen der europäischen Länder und der USA so gewählt werden, dass keine starken negativen Rückkopplungseffekte auf die Weltwirtschaft durch massiv höhere Energiepreise oder gar Versorgungsengpässe entstehen. Unabhängig vom Ukraine-Konflikt bleiben steigende Energie- und Rohstoffpreise aber ein möglicher Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft, da zu erwarten ist, dass die Rohstoffpreise allein im Gefolge der wirtschaftlichen Normalisierung steigen werden.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema. Dies impliziert eine positive Grundtendenz. Nach der ausgeprägten Aktien-Rallye seit den ersten Lockdowns 2020 stehen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sicherlich tiefere Erträge an, da sich das Wirtschaftswachstum vom gegenwärtig immer noch überdurchschnittlich hohen Niveau auf normale Zuwachsraten verlangsamen wird. Letzteres dürfte aber vor allem ein Thema für die zweite Jahreshälfte oder gar 2023 sein. Damit sind auch eher Korrekturen zu erwarten, wobei Rückschläge als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden können.

Auf der politischen Agenda stehen unter anderem die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April, die Zwischenwahlen in den USA im November sowie mögliche Auswirkungen im Zuge der Invasion von Russland in der Ukraine. Eine zentrale wirtschaftliche Unwägbarkeit bleibt die Inflationsentwicklung in den USA, wobei diese durch den Ukraine-Konflikt etwas in den Hintergrund rückt. Dazu bleiben die seit Monaten angebotsseitigen Störungen, wie ein starker Anstieg der Erdgaspreise, Engpässe und Lieferverzögerungen bei Komponenten, Zwischenprodukten und im Transportwesen, was die Weltwirtschaft insgesamt und ausgewählte Unternehmen belasten. Allerdings werden die positiven Grundtrends dadurch nicht in Frage gestellt.

Kurzfristig hat eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten, bei den Transportkosten und in den Lieferketten leicht positive Auswirkungen. Die Güterpreisinflation, die vor allem in den USA präsent ist und sich auch global auswirkt, wird die Märkte noch einige Zeit beschäftigen. Selbst bei anhaltend hoher Güterpreisinflation wäre eine markante Straffung der US-Geldpolitik unwahrscheinlich, da damit in der Wirtschaft insgesamt erheblicher Schaden entstehen würde. In der Summe bleibt die Anlagestrategie weiter vorwiegend auf Aktien und Unternehmensanleihen ausgerichtet. Regional sollte man aktienseitig auf Europa und die USA weiterhin fokussiert bleiben. Die Risiken im aufstrebenden Asien haben abgenommen, auch was die Marktstimmung betrifft. Dadurch kann man dort in den kommenden Monaten mit einem ähnliches Ertragsprofil wie in westlichen Industrieländern rechnen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London

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Mittwoch, 16. März 2022

Mobilitätstrends der Zukunft - Veränderungen der Infrastruktur in den Städten und Metropolregionen beeinflussen auch die Anlagemärkte

 

Wir stehen vor dem Beginn eines neuen, multimobilen Zeitalters. Technische Innovationen und veränderte Bedürfnisse der Menschen werden zum Motor neuer Formen der Fortbewegung: vernetzt, postfossil und geteilt. Die Elektromobilität nimmt an Fahrt auf. Laut der Internationalen Energie-Agentur vergrößerte sich die weltweite Elektroauto-Flotte von 2 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2017 auf 5 Millionen im Jahr 2018, was einer massiven Einsparung an CO2-Emissionen gleichkommt. Wir erleben derzeit eine Evolution der Mobilität, die durch den technologischen Fortschritt, den Klimaschutz, die Urbanisierung und die Ressourcen-Problematik beschleunigt wird. So könnten ab 2025 selbstfahrende Taxis auf den Straßen zu finden sein und 2030 könnte autonomes Fahren auch im gesamten Individualverkehr zum Alltag gehören. Das eröffnet Chancen, insbesondere für nachgelagerte Branchen. Nach Angaben des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie waren in einem Auto im Jahr 2019 durchschnittlich Prozessoren im Wert von 337 Euro verbaut. Ein Elektrofahrzeug benötigt zusätzliche Prozessoren für 410 Euro, und durch automatisiertes Fahren kommen weitere geschätzte 910 Euro für Mikroprozessoren hinzu.

Bis 2030 wird sich der Elektroantrieb durchsetzen

Das knappe Angebot an Halbleitern hat dafür gesorgt, dass mehrere Zulieferer der Automobilbranche ihre Produktion zurückfahren mussten. Das hat das weltweite Angebot an Fahrzeugen insgesamt verknappt. Besonders in den USA war der Fahrzeugbestand so niedrig, dass einige bedeutende Autohersteller schwerwiegende Auswirkungen zu spüren bekamen. Innovative Transportmöglichkeiten von Gütern Bei der Mobilität der Zukunft geht es allerdings um mehr als um die individuelle Mobilität von Menschen, sondern ganz klar auch um neue Transportmöglichkeiten im Güterverkehr. Die Zunahme des Onlinehandels hat zu einem starken Anstieg des Lieferverkehrs in den Städten geführt. Weil die Infrastruktur dafür auf Dauer nicht ausgelegt ist, und die Belastungen durch Abgase und Feinstaub in der Kritik stehen, werden neue Formen des Transports von Gütern entwickelt. Elektrische Drohnen zur Auslieferung von Paketen stehen hier an erster Stelle und auch die Wasserstofftechnologie wird ihre Rolle finden.

Für Stadt und Land klimafreundliche Mobilität möglich

Metropolen fungieren als Vorreiter

Das hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die urbane Infrastruktur. Viele Jahrzehnte wurden Städte autogerecht geplant und umgebaut. Doch wer sich die jüngsten Stadt- und Quartiersentwicklungen anschaut, liest immer wieder von autoarmen Konzepten, autofreien Zonen, Mobilitäts-Hubs und Sharing-Angeboten. Oslo hat sogar als erste europäische Hauptstadt ein Verbot für Privat-PKWs in der Innenstadt ausgesprochen. Während die Kritik an der ungezügelten privaten PKW-Nutzung vor allem in den Metropolen zunimmt, wird der ÖPNV in vielen Städten massiv ausgebaut. Außerdem gewinnt das Radfahren immer mehr an Bedeutung, gefördert durch den großzügigen Ausbau der Radwegenetze. Der Vorrang für den ÖPNV und neue Radwege auf ehemaligen PKW-Fahrstreifen hat also unmittelbaren Einfluss auf den PKW-Verkehr. Gerade während der Pandemie entstanden zahlreiche neue Pop-up-Radwege, die zum Teil für dauerhafte Lösungen gesichert werden – dieser Trend scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.

Mikromobilität im Zeichen des Wachstums

Bis 2030 könnte der Mikromobilitätsmarkt einen Wert von 500 Mrd. US-Dollar erreichen, so die Consultingagentur McKinsey. Viele Großstädte wie Paris oder Seattle sehen sich dazu veranlasst, Straßen für den Autoverkehr zu sperren und mehr Fahrradwege zu bauen. Zudem hat die COVID19-Pandemie dazu geführt, dass die Menschen sich wieder mehr auf ihre lokale Umgebung konzentrieren – ein Trend, der sich im Konzept der „15-Minuten-Stadt“ widerspiegelt, in der alle wichtigen Einrichtungen und Angebote in diesem Radius für die Bürger erreichbar sind.

Regeln für die Verkehrswende - automatisiert, vernetzt, versichert

Individualverkehr neu gedacht

Natürlich wird dafür viel mehr Infrastruktur benötigt, wie z. B. flächendeckende Lademöglichkeiten in den Metropolregionen. Außerdem können wir uns auf mehr Regulierung und Kontrolle einstellen – sowohl der Mikromobilitätsunternehmen als auch der Nutzer. Und das Potenzial geht über die physische Infrastruktur hinaus. Intelligente Städte und Unternehmen, die auf Mikromobilität setzen, können diese durch Apps, die
einen Anreiz zu ihrer Nutzung bieten, erleichtern und fördern. Und wenn doch das Auto gebraucht wird, muss es vor allem für die jüngere Generation nicht mehr das eigene Fahrzeug sein. Zwar ist das Auto weiterhin sehr wichtig für die jüngere Generation, es muss sich aber in einen aktiven, umweltbewussten Lebensstil integrieren lassen. Fahrräder, Scooter, Shuttles und Skateboards hingegen prägen immer mehr das Bild unserer Städte. Klein, leicht, umweltfreundlich und einfach mit anderen zu teilen – die Vorherrschaft des Autos als Verkehrsmittel der Wahl wackelt. Willkommen in der Mikromobilitätsrevolution!

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Freitag, 11. Februar 2022

Anlagekommentar Januar 2022 - Westliche Zentralbanken schlagen zur Zinspolitik und Inflationsentwicklung ungewohnt schärfe Töne an

 Die amerikanische Federal Reserve System (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben zur Zinspolitik und Inflationsentwicklung deutliche aggressivere Töne an den Tag gelegt. So sorgen die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine für kräftig steigende Energiepreise bei Öl und Gas. Auch zunehmend knappe Lagerbestände bei den sechs wichtigsten Industriemetallen sind ein weiterer Preistreiber. Mehrere US-Notenbanker äußerten sich besorgt über den Anstieg der amerikanischen Inflationsrate auf den höchsten Wert seit 40 Jahren von 7,5 Prozent und brachten so ein schnelleres und stärkeres Anheben der Leitzinsen wieder auf die aktuelle Agenda.

Mit knapp 5 Prozent im Vorjahresvergleich blieb auch in der Eurozone die Inflation weiter hoch, obwohl die meisten Analysten mit einer abnehmenden Inflationsrate gerechnet hatten. So hat sich auf die europäische Zentralbank der Druck erhöht, früher als erwartet mit Zinserhöhungen gegenzuhalten. Diese Umstände führten zu deutlich steigenden Renditen bei kurzlaufenden Staatsanleihen und sorgten für vorsichtige Ausblicke der berichtenden Industrieunternehmen. Dadurch gab es bei den Aktienmärkten die schlechteste Monatsentwicklung seit der Finanzkrise im Jahr 2009.

Entwicklung der Anlagemärkte im Januar 2022

Im Zuge dieser Entwicklung gab der globale MSCI World Index -5,3 Prozent ab, wobei amerikanische Werte überproportional verloren. So verlor der marktbreite S&P 500 Index -5,3 Prozent und der US-Technologieindex NASDAQ Composite Index kam sogar auf -9 Prozent Rückgang. Auch in Asien gab es eine Dominanz mit tiefroten Vorzeichen: Der japanische NIKKEI 225 Index verlor -6,2 Prozent und der SSE Composite Index beendete sogar mit -7,7 % den Monat. Dagegen konnten sich die eher zyklischen europäischen Aktienmärkte besser schlagen. So kam der DAX Index nur auf - 2,6 Prozent und Frankreichs CAC 40 Index auf -2,2 Prozent. Großbritanniens FTSE 100 Index konnte sich sogar gegen den Trend stemmen und um +1,1 Prozent zulegen.

DAX Entwicklung

An den Rentenmärkten waren die deutlich steigende Renditen kurzlaufender Staatsanleihen das beherrschende Thema. Vor allem ein möglicher großer Zinsschritt um 50 Basispunkte bei der nächsten Sitzung der US-Zentralbank Federal Reserve System (Fed) besorgte die Marktteilnehmer. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang in diesem Zuge um 0,27 auf 1,78 Prozent nach oben. Durch den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), früher als erwartet mit Zinserhöhungen gegenzuhalten, nahm ebenfalls zu. Dies sorgte dafür, dass zehnjährige deutsche Staatspapiere erstmals seit drei Jahren wieder im positiven Bereich rentierten. Für Rentenfonds bedeutete dies einen Kursrückgang, wobei mittelfristig durch die nun wieder zu erzielenden Renditen über die Ausschüttungen eine Kompensation erfolgt.

Die Rohstoffmärkte profitierten dagegen von den geopolitische Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. So konnte ein Fass Brent-Öl einen Zuwachs von +18 Prozent verbuchen, was den höchsten Stand seit dem Jahr 2014 markierte. Dagegen konnte der Goldpreis davon nicht profitieren, er verlor infolge des Zinsausblicks und der starken US-Währung -1,8 Prozent.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema. Dies impliziert eine positive Grundtendenz. Nach der ausgeprägten Aktien-Rallye seit den ersten Lockdowns 2020 stehen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sicherlich tiefere Erträge an, da sich das Wirtschaftswachstum vom gegenwärtig immer noch überdurchschnittlich hohen Niveau auf normale Zuwachsraten verlangsamen wird. Letzteres dürfte aber vor allem ein Thema für die zweite Jahreshälfte oder gar 2023 sein. Damit sind auch eher Korrekturen zu erwarten, wobei Rückschläge als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden können.

Auf der politischen Agenda stehen unter anderem die Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April, die Zwischenwahlen in den USA im November sowie mögliche Ereignisse im Zuge des noch ungelösten Ukraine-Konflikts. Eine zentrale wirtschaftliche Unwägbarkeit bleibt die Inflationsentwicklung in den USA. Seit Monaten gibt es  angebotsseitige Störungen, wie ein starker Anstieg der Erdgaspreise, Engpässe und Lieferverzögerungen bei Komponenten, Zwischenprodukten und im Transportwesen, was die Weltwirtschaft insgesamt und ausgewählte Unternehmen belasten. Allerdings werden die positiven Grundtrends dadurch nicht in Frage gestellt.

Kurzfristig hat eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten, bei den Transportkosten und in den Lieferketten leicht positive Auswirkungen. Die Güterpreisinflation, die vor allem in den USA präsent ist und sich auch global auswirkt, wird die Märkte noch einige Zeit beschäftigen. Selbst bei anhaltend hoher Güterpreisinflation wäre eine markante Straffung der US-Geldpolitik unwahrscheinlich, da damit in der Wirtschaft insgesamt erheblicher Schaden entstehen würde. In der Summe bleibt die Anlagestrategie weiter vorwiegend auf Aktien und Unternehmensanleihen ausgerichtet. Regional sollte man aktienseitig auf Europa und die USA weiterhin fokussiert bleiben. Die Risiken im aufstrebenden Asien haben abgenommen, auch was die Marktstimmung betrifft. Dadurch kann man dort in den kommenden Monaten mit einem ähnliches Ertragsprofil wie in westlichen Industrieländern rechnen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
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Schwellenländer - Wieder ein zuversichtlicher Blick für die Geldanlage

 

Für die Schwellenländer lief das Jahr 2021 eher durchwachsen. Allen voran die Regulierungswelle im chinesischen Technologiesektor setzte den Märkten ebenso zu wie die Probleme im Immobiliensektor - ganz zu schweigen von den politischen Spannungen mit Hongkong und Taiwan. Im neuen Jahr sehen Experten aber auch in China wieder Aufholpotenzial wegen der inzwischen relativ niedrigen Bewertungen. Wir richten aber auch einen Blick nach Brasilien und Indien.

Es sprechen unterschiedliche Gründe dafür, den Weg der Schwellenländer ins Jahr 2022 mit Optimismus zu betrachten. In den Aktienbewertungen scheint viel Vorsicht eingepreist zu sein, weshalb sie auf einen attraktiven langfristigen Wert hindeuten. Die Bewertungen des chinesischen Marktes dürften sich einem Tiefpunkt nähern und sollten sich davon ausgehend nach den negativen Meldungen im Jahr 2021 wieder erholen. Zwar könnten die kurzfristigen Belastungen durch die regulatorische Ungewissheit und die „Null-Covid“-Strategie bis ins Jahr 2022 anhalten, doch die politischen Entscheidungsträger sind bereit dazu, das Wirtschaftswachstum bei Bedarf zu stabilisieren.

Es herrscht ein gemäßigter Optimismus

2021 war ein schwieriges Jahr für die Schwellenländer. Durchwachsene Impffortschritte in den einzelnen Ländern trugen zu Fehlentwicklungen bei der Überwindung der Pandemie bei. Die wirtschaftliche Wiederbelebung in den Schwellenländern und die Wiederaufnahme des Handels an ihren Aktienmärkten blieben folglich hinter dem Tempo in den Industrieländern zurück. Vor allem China bereitete Sorgen: Eine straffere Fiskal- und Geldpolitik, die Kampagne „Allgemeiner Wohlstand“ mit regulatorischen Änderungen in vielen Branchen und eine Null-Covid-Politik dämpften die Anlegerstimmung. Sorgen angesichts der Inflation und des geldpolitischen Kurses in den USA rückten ebenfalls in den Vordergrund. Wichtige Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko, Russland und Südkorea kamen den Industrieländern mit der Absicht, den Preisdruck zu dämpfen, bei der Anhebung der Zinssätze zuvor.

Entwicklung von ausgewählten Schellenländerfonds

Dennoch gibt es mehrere Gründe, den Weg der Schwellenländer ins Jahr 2022 mit Zuversicht zu betrachten. Beispielsweise scheint in den Aktienbewertungen viel Vorsicht eingepreist zu sein, weshalb sie auf einen attraktiven langfristigen Wert hindeuten. Auch die Aussichten für Anleihen sind ermutigend, da die Realrenditen in den Schwellenländern über jenen der Industrieländer liegen. Auch die Haushalts- und Leistungsbilanzen der Schwellenländer sind in besserer Verfassung als zuvor. Die institutionellen Reformen der letzten Jahrzehnte in wichtigen Schwellenländern haben deren wirtschaftliche Disziplin und Krisenresistenz gestärkt. Die hohen Rohstoffpreise der letzten sind ein zusätzlicher Glücksfall für die Exporteure. Die bessere Finanzlage der Schwellenländer lässt hoffen, dass es keine Wiederholung der extremen Marktspannungen gibt, denen die Schwellenländer in früheren Abschwungphasen ausgesetzt waren.

Vielfältige Triebkräfte in den Emerging Markets

Die Bewertungen des chinesischen Marktes scheinen sich einem Tiefpunkt zu nähern und dürften sich davon ausgehend nach den negativen Meldungen im Jahr 2021 wieder erholen. Zugegebenermaßen könnten sich manche kurzfristigen Belastungen allerdings bis ins Jahr 2022 hineinziehen. Es steht zu erwarten, dass China seine Null-Covid-Strategie bis weit in das neue Jahr hinein beibehalten wird, um den Erfolg der Olympischen Winterspiele und des 20. nationalen Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas nicht zu gefährden. Beschränkungen des internationalen Reiseverkehrs und sonstige Mobilitätseinschränkungen werden die Wirtschaftstätigkeit bremsen.

Auch die regulatorische Ungewissheit könnte andauern. So sind die jüngsten regulatorischen Änderungen zum Teil auf den politischen Zyklus in China zurückzuführen, der im 20. nationalen Parteitag seinen Höhepunkt erreichen dürfte. Wenn sich der politische Wirbel gelegt hat, dürfte wie in den vergangenen politischen Zyklen endlich wieder Klarheit über die Rechtsvorschriften herrschen. Die chinesische Politik hat jedoch erfreulicherweise zum Ausdruck gebracht, dass sie nach wie vor eine starke wachstumsfördernde Agenda verfolgt und nicht die Absicht hat, den Privatsektor mit Vorschriften zu ersticken. China verfügt über die politischen Instrumente zur Stabilisierung des Wachstums und ist bereit, sie bei Bedarf einzusetzen, wie die jüngste Senkung des Mindestreservesatzes im Land gezeigt hat.

In Brasilien sind die Bewertungen auf ein extrem niedriges Niveau gesunken, was interessante Investitionschancen eröffnet. Bedenken in Bezug auf eine mögliche fiskalische Nach Lässigkeit, steigende Zinssätze und die Wahrscheinlichkeit eines Wiedererstarkens linker politischer Kräfte bei den Parlamentswahlen im nächsten Jahr haben zu einem Ausverkauf an den Märkten geführt. Selbst in dieser Situation erscheinen die brasilianischen Fundamentaldaten solider als je zuvor seit der letzten Rezession. In jüngster Zeit haben sich die brasilianische Haushalts- und Leistungsbilanz verbessert, wobei dem Land als Nettoexporteur von Öl die höheren Ölpreise zugute kamen. Die günstigen makroökonomischen Bedingungen machen sich auch auf Unternehmensebene bemerkbar. So konnte beispielsweise der staatliche Ölproduzent Petrobras dank Rationalisierung und steigenden Cashflows, die durch die höheren Ölpreise ermöglicht wurden, seine Schulden in den letzten Jahren deutlich abbauen.

In Indien ist nach der zweiten Corona-Welle eine Erholung der Wirtschaftstätigkeit zu verzeichnen. Der Kreditzyklus zeigt Anzeichen eines Aufschwungs, und die großen Banken verzeichnen ein gesundes Kreditwachstum. Auch der Wohnimmobilienzyklus nimmt an Fahrt auf, seit Häuser und Wohnungen bezahlbarer geworden sind. Gleiches gilt für den Infrastrukturzyklus im Zuge der von der Regierung eingeleiteten Infrastrukturmaßnahmen. Indiens Konjunkturbelebung geht mit einer soliden Haushalts- und Leistungsbilanz einher.

Langfristige Chancen nutzen

In den Schwellenländern sind weiterhin positive strukturelle Kräfte zu beobachten, die neue Investitionschancen eröffnen dürften. Die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema. Indiens florierende Internetwirtschaft zieht Kapital von Anlegern an, die auf der Suche nach neuen Wachstumsbereichen sind, vor allem angesichts des regulatorischen Wandels in China. Der elektronische Zahlungsverkehr, Lebensmittellieferungen und andere disruptive Geschäftsmodelle sind auf dem Vormarsch und veranlassen selbst traditionelle Unternehmen zu Innovationen, um der Konkurrenz standzuhalten. In China gewinnt die Digitalisierung der Industrie an Fahrt, da die Wirtschaft einen Aufstieg in der Wertschöpfungskette anstrebt. Weltweit unterstreicht die anhaltende Halbleiterknappheit die enorme Nachfrage nach Chips aufgrund des technologischen Fortschritts, und so werden starke Gewinne für einige der weltweit größten Halbleiterunternehmen in Märkten wie Taiwan und Südkorea erwartet.

Aufstellung der Bevölkerung in wichtigen Industrie- und Schwellenländern

Die Dekarbonisierung ist ein weiterer Trend, den es zu beobachten gilt. Die Zusagen der großen Schwellenländer, CO2-Neutralität zu erreichen, dürften die Initiativen rund um Elektrifizierung und erneuerbare Energien verstärken und damit auf mehrere Jahre hinaus für eine Belebung in den betreffenden Branchen sorgen. Wir haben erlebt, wie sich das Wachstum südkoreanischer Hersteller von Elektrofahrzeugbatterien und chinesischer Solarenergieunternehmen stark beschleunigt hat und sie dadurch zu weltweit führenden Unternehmen aufgestiegen sind.

Widerstandsfähigkeit inmitten von Risiken

Bestimmte Risiken könnten den Gesamtausblick für die Schwellenländer verändern, wenngleich sie nicht Teil des Basisszenarios sind. So könnte beispielsweise ein plötzlicher und starker Anstieg der US-Leitzinsen eine Marktvolatilität auslösen. Umgekehrt könnte eine unerwartet lockere US-Politik den Schwellenländern helfen, die Industrieländer zu überflügeln. Gleichzeitig könnten gefährlichere COVID-19-Varianten auftauchen. Die Marktschwankungen, die auf die jüngste Entdeckung der Omikron-Variante folgten, erinnern an die nach wie vor bestehenden Ungewissheiten, auch wenn die bisherigen Anzeichen darauf hindeuten, dass die Symptome der Variante milder ausfallen könnten als befürchtet. Auch die Beziehungen zwischen China und Taiwan gilt es im Auge zu behalten, da sich die Spannungen zwischen den beiden Ländern zuspitzen. In dem sich weiterentwickelnden Anlageumfeld ist in den Schwellenländern vor allem auf die Widerstandsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften und Unternehmen zu
achten.

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Freitag, 4. Februar 2022

Bei Immobilienbewertungen rücken ESG-Risiken in den Fokus

 

In Europa entfallen nach Schätzungen der EU-Kommission rund 40 Prozent des Energieverbrauchs auf Gebäude. Deshalb kann der Immobiliensektor durch entsprechende Maßnahmen viel zum Klimaschutz beitragen. Immobilienunternehmen stehen zunehmend in der Pflicht, nachhaltige Kriterien bei Umweltschutz, Sozialstandards und guter Unternehmensführung (ESG) stärker als bisher zu beachten.

Klimawandel ruft bei Immobilien die Politik auf den Plan

Immobilienunternehmen sind schon heute dazu angehalten, für mehr Nachhaltigkeit beim Bau und Betrieb von Gebäuden zu sorgen. Die neue Bundesregierung wird ihre Anstrengungen zum Klimaschutz weiter forcieren. Nach Einschätzung von Benita Schneider, Leiterin des europäischen Immobilien Asset Managements der DWS, kommt zunächst nichts völlig Unerwartetes auf die Branche zu. Denn Nachhaltigkeit bei Immobilien ist schon seit Jahren ein Thema. Was stärker wiegt, ist das gestiegene Bewusstsein, dass der Klimawandel ein gemeinsames und inzwischen vor allem ein rasches Handeln fordert. Das hat über die Jahre vermehrt die Politik auf den Plan gerufen und Forderungen nach einem stärkeren ordnungspolitischen Rahmenwerk vergrößert.

Kühle Luft - Energieverbrauch für die Raumkühlung in Wohn- und Geschäftsgebäuden

Immobilienunternehmen beachten ESG-Risiken stärker als bisher

Langfristig orientierte Anbieter von Immobilienfonds fungieren schon längere Zeit als eine Art Risikomanager, die auch die sogenannten ESG-Risiken ins Kalkül ziehen. Die Nichtbeachtung von ökologischen, sozialen Aspekten sowie Kriterien der Unternehmensführung, birgt zusätzliche Risiken im Investmentprozess.
Da ist zunächst das Carbon Transition Risk, das sich durch die Umstellung einer Gesellschaft auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft ergibt. Daneben besteht das Physical Climate Risk. Dabei werden die physischen Auswirkungen des Klimawandels auf einen bestimmten Immobilienstandort betrachtet, beispielsweise bei Gebäuden in Küstennähe oder – ganz aktuell – im Überschwemmungsbereich von Flüssen. Schließlich darf man das Social Norms Risk nicht aus den Augen verlieren. Auch die Immobilienwirtschaft kann sich nicht der sozialen Verantwortung entziehen, die sich aus den geänderten Ansprüchen der Gesellschaft, von Mietern und Investoren in Bezug auf Klimawandel und Nachhaltigkeit ergeben.
Diese Risiken werden im Management von Immobilienfonds bereits heute berücksichtigt, indem festgelegt werde, bei welchen Immobilien Maßnahmen ergriffen werden müssen, um deren CO2-Fußabdruck zu verringern. Schließlich ist eine der Aufgaben eines treuhänderischen Verwalters von Immobilienfondsvermögen, die Objekte auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, um deren Attraktivität für die Mieter und deren Werthaltigkeit für die privaten und institutionellen Anleger zu erhalten beziehungsweise im Idealfall zu steigern.

Noch keine verbindlichen Standards

Wohn- und Gewerbeimmobilien gelten wegen ihres hohen Energieverbrauchs als einer der Schlüsselfaktoren, um die Erderwärmung zu begrenzen und die EU bis 2050 kohlenstoffneutral zu stellen. Den einen verbindlichen Standard, die Energieeffizienz im Bestand zu steigern, gibt es nicht, aber viele Wege dorthin. So kann man bei einem Neubau statt einer Gasheizung eine Wärmepumpe oder statt einer Klimaanlage Kühldecken einbauen oder eine sonnenabweisende Fassade planen. Beim Bestand kann man zumindest für die Allgemeinflächen auf Anbieter grüner Energieformen zurückgreifen, oder mit einer extern entwickelten Software an das Gebäudeleitsystem einer Immobilie ankoppeln. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz können so Ineffizienzen aufgedeckt und die Energieeffizienz des Gebäudebetriebes nachhaltig erhöht werden. Das hilft nicht nur, CO2-Emissionen zu reduzieren, sondern ermöglicht auch Energie- und Kosteneinsparungen in den Gebäuden. Das ist auch für die Mieter ein großes Plus, wenn dadurch die Nebenkosten sinken.
Beim Neuerwerb von Immobilien sollten Fondsgesellschaften die Möglichkeit nutzen, die zuvor erwähnten drei ESG-Risiken im Rahmen des Due Diligence Prozesses zu bewerten und somit zu analysieren, ob ein Objekt bezüglich des Rendite-Risiko-Profils den eigenen Erwartungen und denen ihrer Anleger entspricht.

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Möglicher Wertverfall durch Umweltauflagen

Zudem besteht die Möglichkeit, anhand des europäischen Carbon Risk Real Estate Monitors (CRREM) zu prüfen, ob und wann ein Wertverfall des Gebäudes infolge strengerer Umweltauflagen droht, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Anhand dieser Indikation und der Kalkulation möglicher Kosten kann der Fondsmanager dann entscheiden, ob ein Objekt für den Kauf in Frage kommt oder nicht.
Die von der EU geforderte Klimaneutralität bezieht sich nicht nur auf die CO2-Emissionen, die durch den Gebäudebetrieb entstehen. Auch Baumaterialien selbst haben unterschiedliche CO2-Fußabdrücke, so stellt sich die Frage, wie sich diese Treibhausgase im Immobilienbaumanagement berücksichtigen lassen. Hier wird in der Praxis zwischen Neubau und Sanierung unterschieden. Bei Sanierungen entsteht CO2 auf unterschiedlichen Wegen, etwa beim Abriss durch Transport und Entsorgung von Schutt oder beim Wiederaufbau durch den Einsatz von Zement. Daher sollte sorgfältig abgewogen und geprüft werden, inwieweit Gebäudesubstanz erhalten werden kann. Zum anderen kann mit alternativen Materialien wie Holz gebaut werden, die CO2 sogar langfristig binden, oder auf Baustoffe zurückgegriffen werden, die mittels CO2-armer Prozesse hergestellt werden.

Die Einbindung von Mietern

Ein wichtiges Instrument, um ESG-Kriterien in „grünen“ Mietverträgen für einen nachhaltigen Gebäudebetrieb zu implementieren, ist die Einbindung von Mietern in Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit. In vielen Ländern etwa ist der Mieter nicht verpflichtet, Verbrauchsdaten mit dem Vermieter zu teilen. Aber je mehr solcher Daten zur Verfügung stehen, desto besser lässt sich ein Gebäude analysieren. Weitergehende Vereinbarungen lassen sich etwa bezüglich des Einkaufs sogenannter grüner Energie, der Reduzierung von Abfällen oder der Verwendung von umweltschonenden Putzmitteln bei der Reinigung in den verwalteten Immobilien treffen. Um eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung der Immobilie zu erreichen ist der Besitzer der Immobilie auf die Kooperation der Mieter angewiesen, dies kann nicht einseitig durchgesetzt werden.

Regelmäßige energetische Überprüfungen

Jede Nutzungsart hat ihre Besonderheiten in Bezug auf Energieverbrauch und Energiemix. Die genaue Erfassung und Auswertung von Daten ist wesentlich, um den Nachhaltigkeitserfolg zu bewerten. Dies wird in der Regel innerhalb eines Immobilienportfolios sichergestellt, indem beispielsweise für jeden Fonds ein Strategie entworfen wird, die das Ziel verfolgt , die CO2-Emissionen und den Energieverbrauch der Fondsimmobilien zu reduzieren. Darin ist aufzuführen, welche Maßnahmen für welche Immobilien eingeleitet und welche weiteren Maßnahmen darüber hinaus noch erforderlich sind. Auch sollten die Bestandsobjekte im regelmäßigen Abstand einiger Jahre einer energetischen Prüfung unterzogen. Im Zentrum dieser Überprüfung steht die Frage: Entspricht die Gebäudetechnik dem aktuellen Stand und was wäre nötig, um die Energieeffizienz des Gebäudes weiter zu verbessern? Neben der damit verbundenen Einsparung von Energie- und anderen Betriebskosten wirkt sich dies auch positiv auf die Gebäudezertifizierung aus, was wiederum ein bestimmtes Maß an Verantwortungsbewusstsein signalisiert, für Nachhaltigkeitsaspekte sensibilisiert und die Wettbewerbsfähigkeit eines Gebäudes erhöht.

Gesundheit und Wohlbefinden in Immobilien

Eine weitere Frage ist, inwieweit sich Zertifizierungen auf die Vermietbarkeit von Gebäuden auswirken. Schon heute sind Zertifizierungen ein gutes Argument, ihre Bedeutung wird weiter zunehmen. Das gelte auch auf Mieterseite, Stichwort „Carbon Transition Risk“ beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Denn Mieter werden zunehmend energieeffiziente Gebäude nutzen wollen, nicht nur weil deren Betriebskosten niedriger sind, sondern weil sie selbst als Unternehmen ihren Beitrag zum Umweltschutz leisten wollen. Einen immer höheren Stellenwert nimmt auch das Thema Gesundheit und Wohlbefinden in Immobilien ein. Das Installieren von Plasma-Luftreinigungssysteme in den Aufzugskabinen der Fahrstühle sind nur ein Beispiel, um Viren und andere schädliche Partikel zu eliminieren und die Nutzung von Fahrstuhlkapazitäten selbst in Corona-Zeiten wieder auf Normalniveau zu bringen.

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Freitag, 21. Januar 2022

Geldanlagen im 4. Quartal 2021 - Aktien als Gewinner des Pandemiejahres

 

Das letzte Quartal 2021 war geprägt von Sorgen um die neue Corona-Variante „Omikron“. Trotz relativ hoher Schwankungen kann aber von einem versöhnlichen Abschluss eines insgesamt sehr guten Börsenjahres gesprochen werden. Insbesondere die Industrienationen konnten mit starkem Wachstum überraschen. Neben Corona sollte für 2022 die Entwicklung der Inflationsraten und die anstehende Zinswende in den USA von besonderer Bedeutung sein. Für die nächsten Monate gehen Experten jedenfalls von einer positiven Marktentwicklung aus - wenn die Ausbreitung von Omikron nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht.

Eurozone mit starker Erholung dank Impferfolgen

Etwa 5 Prozent BIP-Wachstum konnte die Eurozone 2021 verbuchen. Ein überraschend starker Zuwachs, wenn man die weiterhin gravierenden Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaftsentwicklung berücksichtigt. Auffällig dabei: Die nachfolgenden Corona-Wellen hatten einen deutlich geringeren Einfluss auf Wirtschaft und Aktienkurse als noch die erste Welle in 2020. Hier haben sicherlich die fiskalpolitischen Maßnahmen und Konjunkturprogramme der EU unterstützend gewirkt, aber auch der im weltweiten Vergleich höhere Impffortschritt. Die Schwierigkeiten bei den Lieferketten konnten sich ebenfalls etwas entspannen. Wichtige Ausnahme ist der weiterhin gravierende Computerchip-Mangel, von dem vor allem die Automobilindustrie hart getroffen wird. Im Laufe der nächsten Monate sollten aber auch in diesem Bereich Fortschritte zu verzeichnen sein. Anders als in den Vereinigten Staaten gibt es in der Eurozone bezüglich möglicher Zinsanhebungen kaum Spielraum. Mit Blick auf das Schuldenniveau einiger Mitgliedsstaaten sind der Europäischen Zentralbank (EZB) vorerst die Hände gebunden. Marktbeobachter gehen daher für 2022 auch nicht von einem Anstieg der Zinsen innerhalb der EU aus. Eine gute Nachricht für Anleger mit europäischen Aktien.

Ausgewähle Indizes und deren Entwicklung 2021

US-Notenbank steigt schneller aus der lockeren Geldpolitik aus

Die Federal Reserve System (Fed) hat im Dezember eine stärkere Drosselung ihrer Anleihekäufe verkündet und damit den Weg für mehrere Zinserhöhungen im ersten Halbjahr 2022 geebnet. Die Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren sollen demnach um monatlich 30 Milliarden Dollar reduziert werden. Das sogenannte „Tapering“ könnte damit schon im Frühjahr zu Ende gehen. Das Umdenken der Fed hängt insbesondere mit der Inflationsentwicklung, die im November 2021 bei 6,8 Prozent lag, aber auch den sehr positiven Arbeitsmarktdaten zusammen. Zum ersten Mal seit langem benutzte die Notenbank nicht mehr das Wort „vorübergehend“ im Zusammenhang mit der Inflation. Es wird also nicht mehr mit einem raschen Rückgang gerechnet. Gleichzeitig schätzt der FED-Chairman Jerome Powell die US-Wirtschaft aber als stark genug ein, um die Anleihenkäufe zu beenden. Eine wichtige Nachricht für Anleger ist, dass sich die Höhe der Zinserwartungen nicht verändert hat. Die Zinsen werden also voraussichtlich schneller steigen, aber nicht höher als bisher erwartet. Der neue Kurs der Fed kam jedenfalls bei Anlegern gut an: Unmittelbar nach der Verkündung konnten Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq deutliche Gewinne verbuchen.

Schwellenländer-Aktien mit Aufholpotenzial

Strengere Regulierungen in China haben im letzten Jahr immer wieder für Kursschwankungen bei asiatischen Aktien gesorgt. Besonders ins Visier der Regierung in Peking sind dabei Technologieunternehmen, Fintechs und der Bildungsbereich geraten. Mehr Regulierung bedeutet für Anleger in der Regel nichts Gutes. Schaut man sich die neuen Regelungen aber etwas genauer an, können diese langfristig für mehr Stabilität des chinesischen Marktes sorgen. Hauptziele der Maßnahmen waren etwa die Verschärfung des bisher sehr laxen Datenschutzes, die Einführung robuster Regeln für Fintechs und das Verbot wettbewerbswidriger Praktiken. Für das kommende Jahr gehen Experten wieder von ruhigerem Fahrwasser aus, was die Regulierungen angeht. Berücksichtigt man die hohen Wachstumserwartungen und relativ günstigen Bewertungen, könnte Asien damit zu den Börsengewinnern in 2022 gehören. Dies wird auch von der Entwicklung des Handelskonflikts zwischen China und den USA abhängen, der zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Anleihen in schwierigem Umfeld

Anleihen hatten es im abgelaufenen Kalenderjahr 2021 nicht leicht. Die anhaltenden Niedrigzinsen sowie die drohende Straffung der Geldpolitik drückten auf die Kurse. Die nun angekündigte Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank könnte kurzfristig die Volatilität noch einmal nach oben treiben. Trotz des schwierigen Umfelds sehen Anleihenexperten auch Chancen in einzelnen Marktsegmenten. Dazu gehören etwa Schwellenländeranleihen, die über eine hohe Verzinsung verfügen und von einer Abschwächung des Dollars profitieren könnten. Aber auch US-High-Yields sowie inflationsgebundene Anleihen stehen bei Fondsmanagern hoch im Kurs. Entsprechende Anleiheninvestments sind zwar mit höheren Risiken verbunden als klassische Staatsanleihen aus den großen Industrienationen, haben für die nächsten Jahre aber noch attraktivere Ertragsaussichten. Die Zeiten risikoloser Renditen sind jedenfalls lange vorbei.

Fazit

Das erste Halbjahr 2022 könnte in mehrfacher Hinsicht zu einem Wendepunkt werden. Da wäre zum einen die Corona-Pandemie, deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung durch weltweit steigende Impfquoten zumindest etwas reduziert werden könnten. Zum anderen läutet die Zinswende der US-Notenbank eine neue Ära der Geldpolitik ein. Auch wenn die EZB voraussichtlich keine Zinsanhebung durchführen wird, sollte auch sie mit ihrer Geldpolitik wieder Vorkrisenniveau erreichen und damit eine Normalisierung erfahren. Bei Lieferengpässen von Rohstoffen und der Verfügbarkeit von Halbleitern sollte es in den nächsten Monaten zu einer Entspannung kommen und zu einer Erholung der besonders betroffenen Branchen führen.

Schwellenländer könnten im nächsten Jahr ebenfalls ein Comeback erleben, da sich einige der aktuellen Belastungsfaktoren - China-Regulierungen, starker US-Dollar und relativ niedrige Impfquoten - ins Gegenteil verkehren sollten. Sollte Omikron durch die Impfanstrengungen in Schach gehalten werden, spricht aktuell viel für ein weiteres, erfolgreiches Aktienjahr 2022. Ein Jahr, das auch noch stärker als 2021 unter dem Motto „Nachhaltigkeit“ stehen wird. Dazu zählt die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen der UN-Klimakonferenz in Glasgow, die Kosten der Energiewende sowie der ungebrochene Trend zu Anlagen in ESG-Investments. Ein Trend der voraussichtlich nicht nur im nächsten Jahr von Bedeutung sein wird.

Quartalsbericht Q4 2021

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Freitag, 14. Januar 2022

Anlagekommentar Dezember 2021 - An den globalen Finanzmärkten herrscht Optimismus

 

Obwohl es rund um den Globus weiter stark steigende Corona-Neuinfektionen und  international kräftig anziehender Inflationsraten gibt, dazu steigende Energiepreise sowie die weltweit in Aussicht gestellte Geldpolitikstraffung gab zum Jahresende 2021 viel Optimismus an den internationalen Finanzmärkten. So bescheinigten mehrere Studien der neuen Coronavariante, dass sie meist mildere Krankheitsverläufe, weniger Hospitalisierungen und Todesfälle verursacht. Damit erschien den Marktteilnehmern die Ausbreitung der Variante beherrschbar und eine erneute Einführung umfangreicher Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen weniger wahrscheinlich.

Entwicklung der Anlagemärkte im Dezember 2021

Im Dezember 2021 konnte der Kapitalmarkt die Kursverluste vom November 2021 wieder aufholen. So konnte der Weltaktienindex MSCI World Index in Euro um 3,1 Prozent zu legen und auch die europäischen Aktienmärkte waren einheitlich recht stark. Damit schnitten sie besser als ihre US-Pendants ab. So stieg der Eurostoxx 50 Index um +5,8 Prozent der DAX Index kam auf +5,2 Prozent und der FTSE 100 Index auf +4,6 Prozent Zuwachs. Spitzenreiter von den großen Ländern der Eurozone war der französische CAC 40 Index mit einem Zuwachs von + 6,3 Prozent. In den USA konnte der marktbreite S&P 500 Index noch einen Zuwachs von +4,4 Prozent erzielen und war vor allem von den Substanzwerten stark angetrieben. Dagegen konnte der NASDAQ Composite Index gerade einmal +0,7 Prozent Zuwachs erzielen. Die Anleger gingen mit dem Blick auf das Zinsumfeld bei hoch bewerteten amerikanischen Wachstumstiteln auf Distanz. In Asien war der Zuwachs auch eher verhalten. So konnte der japanische NIKKEI 225 Index nur eine Zuwachs von +3,5 Prozent verbuchen. Auch der SSE Composite Index konnte nur um +2,1 Prozent zulegen und litt weiter unter den zunehmenden Probleme im Immobiliensektor.

DAX Entwicklung

An den Anleihemärkten machte sich dagegen eine Katerstimmung breit. Denn die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) kündigte an, ihre Anleihekäufe aus der Pandemie-Ära schneller als erwartet im März 2022 zu beenden. Damit soll der Weg für raschere Zinserhöhungen geebnet werden. In der Folge stiegen die zehnjährigen Zinsfestschreibungen an und die setzte die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang. Auch Sie kündigte dann an, das Tempo der Anleihekäufe zu verringern und das Notfallprogramm zum Ende des ersten Quartals im Jahr 2022 auslaufen zu lassen. Dazu kam, dass sich immer mehr Industriestaaten besorgt über die hohe Inflation äußerten, die im Dezember 2021 sowohl auf Produzenten- als auch Konsumentenebene neue langjährige Höchststände erreichte. Der Anstieg der Konsumentenpreise in den USA erreichte mit 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den höchsten Stand seit 39 Jahren und in Großbritannien wurde ein 29-Jahreshoch gemessen. Auch in der Eurozone lag der Anstieg mit 4,9 Prozent p.a. auf dem höchsten Niveau seit dem Beginn der Messungen für den gemeinsamen EUR-Währungsraum. Auch namhafte Notenbanker rückten von der monatelang proklamierten Ansicht ab, die Preissteigerungen seien nur vorübergehender Natur.

An den Rohstoffmärkten ging es weiter aufwärts und der Ölpreis stieg trotz der überraschenden OPEC-Entscheidung die Fördermenge auszudehnen, um über 14 Prozent nach oben. Auch bei den Industriemetalle war der Aufwärtstrend weiter intakt. So verteuerte sich Aluminium um 7 Prozent und bei Kupfer gab es auch einen Zuwachs von Plus von 2,4 Prozent. Auch die Edelmetalle profitierten von den hohen Inflationszahlen, wodurch sich Gold um 3 Prozent verteuerte und Silber um 2 Prozent zulegte.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema. Dies impliziert eine positive Grundtendenz. Nach der ausgeprägten Aktien-Rallye seit den ersten Lockdowns 2020 stehen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sicherlich tiefere Erträge an, da sich weder Wirtschaft noch Börsen in der Frühphase der Erholung befinden. Damit sind auch eher Korrekturen zu erwarten, wobei Rückschläge als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden können. Zu den Chancen gehört derzeit ein besseres konjunkturelles Momentum, als Folge gesunkener Corona-Fallzahlen in den USA und einer in den letzten Wochen markant erhöhten Impfrate im aufstrebenden Asien. Seit Monaten gibt es  angebotsseitige Störungen, wie ein starker Anstieg der Erdgaspreise, Engpässe und Lieferverzögerungen bei Komponenten, Zwischenprodukten und im Transportwesen, was die Weltwirtschaft insgesamt und ausgewählte Unternehmen belasten. Allerdings werden die positiven Grundtrends dadurch nicht in Frage gestellt.

Kurzfristig hat eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten, bei den Transportkosten und in den Lieferketten leicht positive Auswirkungen, die Unsicherheiten bezüglich „Omikron" sind negativ. Die Güterpreisinflation, die vor allem in den USA präsent ist und sich auch global auswirkt, wird die Märkte noch einige Zeit beschäftigen. Selbst bei anhaltend hoher Güterpreisinflation wäre eine markante Straffung der US-Geldpolitik unwahrscheinlich, da damit in der Wirtschaft insgesamt erheblicher Schaden entstehen würde. In der Summe bleibt die Anlagestrategie weiter vorwiegend auf Aktien und Unternehmensanleihen ausgerichtet. Regional sollte man aktienseitig auf Europa und die USA weiterhin fokussiert bleiben. Die Risiken im aufstrebenden Asien haben abgenommen, auch was die Marktstimmung betrifft. Dadurch kann man dort in den kommenden Monaten mit einem ähnliches Ertragsprofil wie in westlichen Industrieländern rechnen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London

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