Freitag, 21. Januar 2022

Geldanlagen im 4. Quartal 2021 - Aktien als Gewinner des Pandemiejahres

 

Das letzte Quartal 2021 war geprägt von Sorgen um die neue Corona-Variante „Omikron“. Trotz relativ hoher Schwankungen kann aber von einem versöhnlichen Abschluss eines insgesamt sehr guten Börsenjahres gesprochen werden. Insbesondere die Industrienationen konnten mit starkem Wachstum überraschen. Neben Corona sollte für 2022 die Entwicklung der Inflationsraten und die anstehende Zinswende in den USA von besonderer Bedeutung sein. Für die nächsten Monate gehen Experten jedenfalls von einer positiven Marktentwicklung aus - wenn die Ausbreitung von Omikron nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht.

Eurozone mit starker Erholung dank Impferfolgen

Etwa 5 Prozent BIP-Wachstum konnte die Eurozone 2021 verbuchen. Ein überraschend starker Zuwachs, wenn man die weiterhin gravierenden Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaftsentwicklung berücksichtigt. Auffällig dabei: Die nachfolgenden Corona-Wellen hatten einen deutlich geringeren Einfluss auf Wirtschaft und Aktienkurse als noch die erste Welle in 2020. Hier haben sicherlich die fiskalpolitischen Maßnahmen und Konjunkturprogramme der EU unterstützend gewirkt, aber auch der im weltweiten Vergleich höhere Impffortschritt. Die Schwierigkeiten bei den Lieferketten konnten sich ebenfalls etwas entspannen. Wichtige Ausnahme ist der weiterhin gravierende Computerchip-Mangel, von dem vor allem die Automobilindustrie hart getroffen wird. Im Laufe der nächsten Monate sollten aber auch in diesem Bereich Fortschritte zu verzeichnen sein. Anders als in den Vereinigten Staaten gibt es in der Eurozone bezüglich möglicher Zinsanhebungen kaum Spielraum. Mit Blick auf das Schuldenniveau einiger Mitgliedsstaaten sind der Europäischen Zentralbank (EZB) vorerst die Hände gebunden. Marktbeobachter gehen daher für 2022 auch nicht von einem Anstieg der Zinsen innerhalb der EU aus. Eine gute Nachricht für Anleger mit europäischen Aktien.

Ausgewähle Indizes und deren Entwicklung 2021

US-Notenbank steigt schneller aus der lockeren Geldpolitik aus

Die Federal Reserve System (Fed) hat im Dezember eine stärkere Drosselung ihrer Anleihekäufe verkündet und damit den Weg für mehrere Zinserhöhungen im ersten Halbjahr 2022 geebnet. Die Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren sollen demnach um monatlich 30 Milliarden Dollar reduziert werden. Das sogenannte „Tapering“ könnte damit schon im Frühjahr zu Ende gehen. Das Umdenken der Fed hängt insbesondere mit der Inflationsentwicklung, die im November 2021 bei 6,8 Prozent lag, aber auch den sehr positiven Arbeitsmarktdaten zusammen. Zum ersten Mal seit langem benutzte die Notenbank nicht mehr das Wort „vorübergehend“ im Zusammenhang mit der Inflation. Es wird also nicht mehr mit einem raschen Rückgang gerechnet. Gleichzeitig schätzt der FED-Chairman Jerome Powell die US-Wirtschaft aber als stark genug ein, um die Anleihenkäufe zu beenden. Eine wichtige Nachricht für Anleger ist, dass sich die Höhe der Zinserwartungen nicht verändert hat. Die Zinsen werden also voraussichtlich schneller steigen, aber nicht höher als bisher erwartet. Der neue Kurs der Fed kam jedenfalls bei Anlegern gut an: Unmittelbar nach der Verkündung konnten Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq deutliche Gewinne verbuchen.

Schwellenländer-Aktien mit Aufholpotenzial

Strengere Regulierungen in China haben im letzten Jahr immer wieder für Kursschwankungen bei asiatischen Aktien gesorgt. Besonders ins Visier der Regierung in Peking sind dabei Technologieunternehmen, Fintechs und der Bildungsbereich geraten. Mehr Regulierung bedeutet für Anleger in der Regel nichts Gutes. Schaut man sich die neuen Regelungen aber etwas genauer an, können diese langfristig für mehr Stabilität des chinesischen Marktes sorgen. Hauptziele der Maßnahmen waren etwa die Verschärfung des bisher sehr laxen Datenschutzes, die Einführung robuster Regeln für Fintechs und das Verbot wettbewerbswidriger Praktiken. Für das kommende Jahr gehen Experten wieder von ruhigerem Fahrwasser aus, was die Regulierungen angeht. Berücksichtigt man die hohen Wachstumserwartungen und relativ günstigen Bewertungen, könnte Asien damit zu den Börsengewinnern in 2022 gehören. Dies wird auch von der Entwicklung des Handelskonflikts zwischen China und den USA abhängen, der zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Anleihen in schwierigem Umfeld

Anleihen hatten es im abgelaufenen Kalenderjahr 2021 nicht leicht. Die anhaltenden Niedrigzinsen sowie die drohende Straffung der Geldpolitik drückten auf die Kurse. Die nun angekündigte Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank könnte kurzfristig die Volatilität noch einmal nach oben treiben. Trotz des schwierigen Umfelds sehen Anleihenexperten auch Chancen in einzelnen Marktsegmenten. Dazu gehören etwa Schwellenländeranleihen, die über eine hohe Verzinsung verfügen und von einer Abschwächung des Dollars profitieren könnten. Aber auch US-High-Yields sowie inflationsgebundene Anleihen stehen bei Fondsmanagern hoch im Kurs. Entsprechende Anleiheninvestments sind zwar mit höheren Risiken verbunden als klassische Staatsanleihen aus den großen Industrienationen, haben für die nächsten Jahre aber noch attraktivere Ertragsaussichten. Die Zeiten risikoloser Renditen sind jedenfalls lange vorbei.

Fazit

Das erste Halbjahr 2022 könnte in mehrfacher Hinsicht zu einem Wendepunkt werden. Da wäre zum einen die Corona-Pandemie, deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung durch weltweit steigende Impfquoten zumindest etwas reduziert werden könnten. Zum anderen läutet die Zinswende der US-Notenbank eine neue Ära der Geldpolitik ein. Auch wenn die EZB voraussichtlich keine Zinsanhebung durchführen wird, sollte auch sie mit ihrer Geldpolitik wieder Vorkrisenniveau erreichen und damit eine Normalisierung erfahren. Bei Lieferengpässen von Rohstoffen und der Verfügbarkeit von Halbleitern sollte es in den nächsten Monaten zu einer Entspannung kommen und zu einer Erholung der besonders betroffenen Branchen führen.

Schwellenländer könnten im nächsten Jahr ebenfalls ein Comeback erleben, da sich einige der aktuellen Belastungsfaktoren - China-Regulierungen, starker US-Dollar und relativ niedrige Impfquoten - ins Gegenteil verkehren sollten. Sollte Omikron durch die Impfanstrengungen in Schach gehalten werden, spricht aktuell viel für ein weiteres, erfolgreiches Aktienjahr 2022. Ein Jahr, das auch noch stärker als 2021 unter dem Motto „Nachhaltigkeit“ stehen wird. Dazu zählt die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen der UN-Klimakonferenz in Glasgow, die Kosten der Energiewende sowie der ungebrochene Trend zu Anlagen in ESG-Investments. Ein Trend der voraussichtlich nicht nur im nächsten Jahr von Bedeutung sein wird.

Quartalsbericht Q4 2021

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Freitag, 14. Januar 2022

Anlagekommentar Dezember 2021 - An den globalen Finanzmärkten herrscht Optimismus

 

Obwohl es rund um den Globus weiter stark steigende Corona-Neuinfektionen und  international kräftig anziehender Inflationsraten gibt, dazu steigende Energiepreise sowie die weltweit in Aussicht gestellte Geldpolitikstraffung gab zum Jahresende 2021 viel Optimismus an den internationalen Finanzmärkten. So bescheinigten mehrere Studien der neuen Coronavariante, dass sie meist mildere Krankheitsverläufe, weniger Hospitalisierungen und Todesfälle verursacht. Damit erschien den Marktteilnehmern die Ausbreitung der Variante beherrschbar und eine erneute Einführung umfangreicher Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen weniger wahrscheinlich.

Entwicklung der Anlagemärkte im Dezember 2021

Im Dezember 2021 konnte der Kapitalmarkt die Kursverluste vom November 2021 wieder aufholen. So konnte der Weltaktienindex MSCI World Index in Euro um 3,1 Prozent zu legen und auch die europäischen Aktienmärkte waren einheitlich recht stark. Damit schnitten sie besser als ihre US-Pendants ab. So stieg der Eurostoxx 50 Index um +5,8 Prozent der DAX Index kam auf +5,2 Prozent und der FTSE 100 Index auf +4,6 Prozent Zuwachs. Spitzenreiter von den großen Ländern der Eurozone war der französische CAC 40 Index mit einem Zuwachs von + 6,3 Prozent. In den USA konnte der marktbreite S&P 500 Index noch einen Zuwachs von +4,4 Prozent erzielen und war vor allem von den Substanzwerten stark angetrieben. Dagegen konnte der NASDAQ Composite Index gerade einmal +0,7 Prozent Zuwachs erzielen. Die Anleger gingen mit dem Blick auf das Zinsumfeld bei hoch bewerteten amerikanischen Wachstumstiteln auf Distanz. In Asien war der Zuwachs auch eher verhalten. So konnte der japanische NIKKEI 225 Index nur eine Zuwachs von +3,5 Prozent verbuchen. Auch der SSE Composite Index konnte nur um +2,1 Prozent zulegen und litt weiter unter den zunehmenden Probleme im Immobiliensektor.

DAX Entwicklung

An den Anleihemärkten machte sich dagegen eine Katerstimmung breit. Denn die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) kündigte an, ihre Anleihekäufe aus der Pandemie-Ära schneller als erwartet im März 2022 zu beenden. Damit soll der Weg für raschere Zinserhöhungen geebnet werden. In der Folge stiegen die zehnjährigen Zinsfestschreibungen an und die setzte die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang. Auch Sie kündigte dann an, das Tempo der Anleihekäufe zu verringern und das Notfallprogramm zum Ende des ersten Quartals im Jahr 2022 auslaufen zu lassen. Dazu kam, dass sich immer mehr Industriestaaten besorgt über die hohe Inflation äußerten, die im Dezember 2021 sowohl auf Produzenten- als auch Konsumentenebene neue langjährige Höchststände erreichte. Der Anstieg der Konsumentenpreise in den USA erreichte mit 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den höchsten Stand seit 39 Jahren und in Großbritannien wurde ein 29-Jahreshoch gemessen. Auch in der Eurozone lag der Anstieg mit 4,9 Prozent p.a. auf dem höchsten Niveau seit dem Beginn der Messungen für den gemeinsamen EUR-Währungsraum. Auch namhafte Notenbanker rückten von der monatelang proklamierten Ansicht ab, die Preissteigerungen seien nur vorübergehender Natur.

An den Rohstoffmärkten ging es weiter aufwärts und der Ölpreis stieg trotz der überraschenden OPEC-Entscheidung die Fördermenge auszudehnen, um über 14 Prozent nach oben. Auch bei den Industriemetalle war der Aufwärtstrend weiter intakt. So verteuerte sich Aluminium um 7 Prozent und bei Kupfer gab es auch einen Zuwachs von Plus von 2,4 Prozent. Auch die Edelmetalle profitierten von den hohen Inflationszahlen, wodurch sich Gold um 3 Prozent verteuerte und Silber um 2 Prozent zulegte.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema. Dies impliziert eine positive Grundtendenz. Nach der ausgeprägten Aktien-Rallye seit den ersten Lockdowns 2020 stehen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sicherlich tiefere Erträge an, da sich weder Wirtschaft noch Börsen in der Frühphase der Erholung befinden. Damit sind auch eher Korrekturen zu erwarten, wobei Rückschläge als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden können. Zu den Chancen gehört derzeit ein besseres konjunkturelles Momentum, als Folge gesunkener Corona-Fallzahlen in den USA und einer in den letzten Wochen markant erhöhten Impfrate im aufstrebenden Asien. Seit Monaten gibt es  angebotsseitige Störungen, wie ein starker Anstieg der Erdgaspreise, Engpässe und Lieferverzögerungen bei Komponenten, Zwischenprodukten und im Transportwesen, was die Weltwirtschaft insgesamt und ausgewählte Unternehmen belasten. Allerdings werden die positiven Grundtrends dadurch nicht in Frage gestellt.

Kurzfristig hat eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten, bei den Transportkosten und in den Lieferketten leicht positive Auswirkungen, die Unsicherheiten bezüglich „Omikron" sind negativ. Die Güterpreisinflation, die vor allem in den USA präsent ist und sich auch global auswirkt, wird die Märkte noch einige Zeit beschäftigen. Selbst bei anhaltend hoher Güterpreisinflation wäre eine markante Straffung der US-Geldpolitik unwahrscheinlich, da damit in der Wirtschaft insgesamt erheblicher Schaden entstehen würde. In der Summe bleibt die Anlagestrategie weiter vorwiegend auf Aktien und Unternehmensanleihen ausgerichtet. Regional sollte man aktienseitig auf Europa und die USA weiterhin fokussiert bleiben. Die Risiken im aufstrebenden Asien haben abgenommen, auch was die Marktstimmung betrifft. Dadurch kann man dort in den kommenden Monaten mit einem ähnliches Ertragsprofil wie in westlichen Industrieländern rechnen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London

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Montag, 20. Dezember 2021

Ausblick 2022 – Chancen und Risiken im Überblick

 Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Zum Jahresschluss herrscht auf medialer und politischer Ebene und an Finanzmärkten begrenzte Zuversicht für die nähere Zukunft. Risikowahrnehmung ist durch die Themen Corona, Inflation, Zinspolitik, Stagflation, Staatsdefizite und geopolitische Risiken bestimmt.

Corona: Ein Überblick

Das Thema Corona wird die Welt auch 2022 bewegen. Wird in eine Pandemie hineingeimpft, werden Mutationen ausgelöst. Derzeit belastet die Corona-Mutante-Omikron. Saisonal ergeben sich in den kalten Jahreszeiten verschärfte Infektionsszenarien, die sich durch Gegenmaßnahmen und dem jahreszeitlichen Wechsel abschwächen werden. Mutationen schwächen sich in ihrer Gefährlichkeit im Zeitverlauf grundsätzlich ab. Ausnahmen bestätigen die Regel. Entsprechend ist verantwortliches Handeln gefragt. Pandemien sind nachweislich endliche Herausforderungen. Per 1. Dezember 2021 ergab sich global laut WHO folgendes Bild:

WHO Corona Pandemie

Bezüglich der Sterblichkeit bietet die WHO eine globale Darstellung kombiniert mit den Inzidenzen an. Es ist erkennbar, dass trotz steigender Inzidenz auf globaler Ebene, die Sterblichkeit stabil ist. Das bestätigt den Wirkungsmechanismus der beschlossenen Maßnahmen.

Globale Corona Statistik

Die Daten und Maßnahmen deuten keine dauerhafte Verschärfung der Krisensituation an.

Inflation: Basiseffekte und Kernrate

Die Preisinflation erreicht derzeit die höchsten Niveaus seit mehreren Jahrzehnten. Sie fällt höher aus als prognostiziert. In dem Euro-Raum betrug der Anstieg der Verbraucherpreise im letzten Monat 4,9 Prozent und in den USA 6,2 Prozent im Jahresvergleich.

Dieser Preisanstieg wird durch mehrere Treiber getragen. Die derzeitigen Lieferengpässe werden laut Expertenmeinung noch bis in das 2. Halbjahr 2022 Inflationsakzente setzen. Eine wichtige Größe stellen Rohstoffpreise dar (u.a. fossile Brennstoffträger). Der im Vorjahr stattgefundene Einbruch dieser Preise durch die Corona-Pandemie verstärkt die Basiseffekte. Im Jahr 2022 fallen die Basiseffekte mit hoher Wahrscheinlichkeit aus und dürften die inflationäre Gesamtsituation entspannen. Ob der aktuelle Einbruch der Rohstoffpreise (siehe Chart) zusätzlich eine dauerhafte Entspannungsindikation darstellt, ist ungewiss.

CRB Rohstoffpreisindex Entwicklung

Nach der quantitativen Analyse schauen wir auf die qualitative Analyse der Preisentwicklung. Eine Zentralbank kann nicht direkt Rohstoffpreise oder globale Lieferketten beeinflussen. Zentralbanken müssen auf die Inflationsquellen innerhalb der Volkswirtschaft reagieren. Die werden von der Kernrate der Verbraucherpreise abgebildet. Sie legte im Euro-Raum zuletzt auf 2,6 Prozent zu, deutlich unter der Gesamtrate (4,9 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit, dass im Zeitfenster des 4. Quartals 2021 die Spitzen der Inflationsentwicklung erreicht werden, ist hoch.

Die Verringerung der Anleiheankäufe durch die Zentralbanken, die in den USA begonnen hat, wird zeitversetzt global fortschreiten und kann als ein Indiz einer Stabilisierung gewertet werden. Das Thema Zinserhöhungen kann im 2. Halbjahr 2022 greifen. Diese Schritte wären kein Trendwechsel der repressiven Zentralbankpolitik, sondern sie wären Ausdruck eines erhöhten Inflationsbilds um 0,5 Prozent - 1,0 Prozent (Vergleich zu vor sechs Monaten) im Rahmen einer Parallelverschiebung Inflation/Zins. Real negative Zinsen werden am westlichen Geldmarkt und in weiten Teilen des Kapitalmarktes bestimmend bleiben. Eine Trendwende der repressiven westlichen Zentralbankpolitik ist nicht erkennbar.

Stagflation: Eine Bewertung

Im 3. Quartal 2021 wurde der Begriff Stagflation diskutiert. Eine Stagflation definiert eine Situation eines Währungsraumes, in der wirtschaftliche Stagnation und Inflation als auch abnehmende Beschäftigung miteinander einhergehen.

Die Weltwirtschaft wächst gemäß Prognosen des IWF 2021 mit 5,9 Prozent und 2022 mit 4,9 Prozent über ihrem Potenzial. Globale Arbeitsmärkte entwickeln sich positiv. Lohnsummen als auch Kaufkraft steigen und Sozialsysteme werden entlastet. Im Euro-Raum nähert sich die Arbeitslosenrate mit 7,3 Prozent dem niedrigsten Wert in der Gesamthistorie bei 7,1 Prozent (2008). Die Inflation ist Ausdruck erhöhter Nachfrage (Lieferengpässe). Der Index des deutschen Auftragseingangs hat im letzten Berichtsmonat den höchsten Wert in der Geschichte dieses Index geliefert, der mehr als 20 Prozent oberhalb des Niveaus vor Ausbruch der Corona-Krise liegt. Die aktuelle und weltweit prognostizierte Entwicklung steht in keinem Zusammenhang mit Inhalten der Stagflation.

Staatsdefizite: Bruttoschulden/Schuldentragfähigkeit

Im Zuge der Corona-Krise sind die Staatsdefizite angeschwollen. Das ist hinsichtlich einer Bruttoschuldenbetrachtung kritisch. Entscheidender ist die Schuldentragfähigkeit. Die hat sich nicht verschlechtert, da die Zinsniveaus niedrig sind. Japans gute Bonität (S&P Rating A+) trotz Bruttoschulden in Höhe von circa 240Prozent des BIP belegt, dass Schuldentragfähigkeit die entscheidende Größe ist. Staatsdefizite sind mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 7 - 8 Jahren finanziert. Alte Schulden mit höheren Zinsen wurden und werden mit Neuemissionen mit niedrigerem Zins refinanziert. Neuschulden werden mit Niedrigzins aufgenommen. Die Schuldentragfähigkeit erlaubt trotz hoher Bruttoschulden die Umsetzung der geplanten Wirtschaftsprogramme. Auf Sicht der kommenden 12 - 18 Monate ergibt sich aus der Entwicklung der Staatsdefizite mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Krisenpotential für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte.

Geopolitische Risiken

Die geopolitischen Risiken bleiben 2022 und darüber hinaus erhalten. Ein heißer Krieg ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf der Agenda. Dafür sind die internationalen Abhängigkeiten (u.a. elementare Rohstoffe) von Russland und China zu ausgeprägt. Auch ist das Niveau der Wehrtechnik sowohl in Russland als auch in China auf einem Plateau, das für den Westen zu viele Risiken mit sich brächte. Die Machtauseinandersetzungen werden sich jedoch fortsetzen. Sie schränken ökonomische Potenziale ein. Bei Entspannung eröffneten sich weltweit durch Multiplikatoreffekte deutlich erhöhte Wachstums- und Wohlstandschancen.

Wirtschaft und Märkte 2022

Die positive Grundtendenz sollte in der Weltwirtschaft anhalten. So erwartet der IWF 2022 ein globales Wachstum in Höhe von 4,9 Prozent. Das BIP der USA soll um 4,9 Prozent, das des Euro-Raums um 4,3 Prozent und das Chinas um 5,7 Prozent steigen. Die global aufgesetzten und noch nicht umgesetzten Wirtschaftsprogramme bieten über 2022 hinaus positive Wachstumsperspektiven für die Weltwirtschaft und die globalen Aktienmärkte, denn diese Programme müssen durch Unternehmen umgesetzt werden.

Auch die politischen Maßnahmen, die global verfügt werden, um Klimaschutzziele zu erreichen, zwingen Unternehmen in Neuinvestitionen, die weitere Wachstumsimpulse liefern werden. Neben den zu erwartenden positiven Impulsen aus dem Investitionssektor ergeben sich durch absehbar starke Arbeitsmärkte Lohnsummeneffekte, die auf den internationalen Konsum positiv durchwirken.

Die zuvor dargestellten Risiken sind im kommenden Jahr geeignet, der globalen Wirtschaft zeitlich begrenzt Dellen zuzufügen und Märkte in zeitlich begrenzte Korrekturen zu zwingen. Der positive Grundtenor für Ökonomie und Aktienmärkte bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten.

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Quelle: Folker Hellmeyer

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Anlagekommentar November 2021 - Rohstoffe treiben die Inflation und die Energiemärkte befinden sich im Ausnahmezustand

 

In Europa ist Erdgas derzeit ein knappes Gut, wodurch es zu massiven Preisanstiegen gekommen ist. Aufgrund von Störungen bei Zulieferern aus Russland und Norwegen, welche fast die Hälfte des europäischen Erdgases liefern, konnten die nach dem letzten kalten Winter geleerten Gaslager nicht wieder wunschgemäß aufgefüllt werden. Gleichzeitig stieg die Nachfrage wegen eines geringen Windaufkommens. Auch auf globaler Ebene ist eine außergewöhnliche Konstellation temporärer Faktoren, beispielsweise überschwemmte Kohle-Bergwerke in China, wenig Hydroelektrizität in Brasilien als Folge geringer Niederschläge eine weitere Ursache für die Anspannung der Energiemärkte.

Die Energienachfrage sinkt selbst kurzfristig bei den stark steigenden Preisen nur wenig, da der aktuelle Bedarf, z.B. für Heizung, Mobilität und in der Industrie weitgehend groß ist. Somit kann schon ein geringes Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu enormen Preisschwankungen führen. Die Politik versucht zwar derzeit, Engpässen entgegenzuwirken, dennoch können Kursausschläge nach oben wesentlich größer ausfallen als Kursrückschläge. Die Energiewende ist bei Öl- und Gasunternehmen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden, weshalb in den letzten Jahren außerordentlich wenig in neue Förderkapazitäten investiert wurde. Bei einem weiter steigenden Bedarf, dürften die Risiken von Preisausschlägen bei Erdöl und Erdgas in den kommenden Jahren vergleichsweise hoch bleiben.

Entwicklung der Anlagemärkte im November 2021

Obwohl der November 2021 ein eher ruhiger Börsenmonat war, musste er zum Monatsende eine leichte Marktkorrektur nach unten verkraften. So schaffte der globale Anlageindizes MSCI World Index (EUR) nur +0,5 Prozent Zuwachs. Bei den amerikanischen Anlageindizes gab es ein gegensätzliches Bild, der S&P 500 Index ging um -0,8 Prozent nach unten und der NASDAQ 100 Index schaffte +1,8 Prozent Zuwachs. Die europäischen Werte mussten geschlossen Federn lassen. Der deutsche DAX Index ging mit -3,4 Prozent, der Eurostoxx 50 Index mit -4,4 Prozent und der britische FTSE 100 Index mit -2,5 Prozent nach unten. Auch der japanische NIKKEI 225 Index konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen musste mit -3,7 Prozent einen weiteren Rückgang zum Vormonat verkraften.

DAX Entwicklung

Die Rentenmärkte leiden weiter unter der Niedrigzins-Phase. Hier sorgte lediglich die Federal Reserve System (Fed) mit der weiter verfolgten Abkehr der bisherigen Zinspolitik für klare Positionen. Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt dagegen auf ihrem bisherigen Kurs. Im Rohstoffbereich ging beispielsweise der Rohölpreis von seinen Höchstständen Ende Oktober 2021 wieder deutlich zurück. Auch der Goldpreis war vom weltweiten Anziehen der Inflationsraten völlig unbeeindruckt und hat sich kaum verändert. Ähnliches gilt auch für die wichtigen Industriemetalle. Insgesamt passierte an dem Rohstoffmarkt im November 2021 relativ wenig und wirkte eher richtungslos.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema. Dies impliziert eine positive Grundtendenz. Nach der ausgeprägten Aktien-Rallye seit den ersten Lockdowns 2020 stehen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sicherlich tiefere Erträge an, da sich weder Wirtschaft noch Börsen in der Frühphase der Erholung befinden. Damit sind auch eher Korrekturen zu erwarten, wobei Rückschläge als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden können. Zu den Chancen gehört derzeit ein besseres konjunkturelles Momentum, als Folge gesunkener Corona-Fallzahlen in den USA und einer in den letzten Wochen markant erhöhten Impfrate im aufstrebenden Asien. Seit Monaten gibt es  angebotsseitige Störungen, wie ein starker Anstieg der Erdgaspreise, Engpässe und Lieferverzögerungen bei Komponenten, Zwischenprodukten und im Transportwesen, was die Weltwirtschaft insgesamt und ausgewählte Unternehmen belasten. Allerdings werden die positiven Grundtrends dadurch nicht in Frage gestellt.

Auch die gestiegenen Inflationsraten haben bisher die Kapitalmärkte nur wenig beeindruckt. Bezüglich US-Staatsfinanzen muss am 3. Dezember 2021 das Budget unter Dach und Fach sein, damit kein Government-Shutdown droht. Etwa zur gleichen Zeit muss auch die Schuldenobergrenze erhöht werden, was für den Erhalt der Zahlungsfähigkeit der USA unabdingbar ist. Demgegenüber dürften Steuererhöhungen für Unternehmen nicht länger Teil eines Budget-Deals sein. In der Summe bleibt die Anlagestrategie weiter vorwiegend auf Aktien und Unternehmensanleihen ausgerichtet. Regional sollte man aktienseitig auf Europa und die USA weiterhin fokussiert bleiben. Die Risiken im aufstrebenden Asien haben abgenommen, auch was die Marktstimmung betrifft. Dadurch kann man dort in den kommenden Monaten mit einem ähnliches Ertragsprofil wie in westlichen Industrieländern rechnen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
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DAX 40 – Eine Revolution oder ein Rohrkrepierer?
Autoversicherung - Wechseln ist sinnvoll und kleingedrucktes zu beachten ist angeraten
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Freitag, 3. Dezember 2021

DAX 40 - Eine Revolution oder ein Rohrkrepierer?

 Der deutsche Leitindex musste trotz guter Performance immer wieder Kritik einstecken, nun soll mit dem neuen DAX 40 alles besser werden. Doch hatte das Börsenbarometer im internationalen Vergleich überhaupt solche Defizite? Und was bringen die Neuerungen für Anleger?

Wie der DAX gern verunglimpft wird

Was wurde nicht alles gelästert über den deutschen Leitindex? Angefangen bei der Namensgebung: Der zunächst favorisierte Vorschlag KISS, das Akronym von KursInformationSSystem, löste 1988 bei der Financial Times solch beißenden Spott aus, dass die Verantwortlichen in Frankfurt es damals vorzogen, ihre Wahl noch einmal zu überdenken. Der Legende nach soll dann ein Banker beim Spazieren mit seinem Dackel - englisch dachshund - die zündende Idee zum DAX gehabt haben.

„In Wahrheit ein Tummelplatz für Sin Stock“

Auch Anlass zu substantieller Kritik bot das deutsche Börsenbarometer seitdem reichlich. So dürften die Stichworte Dieselgate, Libor-Skandal oder Schienenkartell vielen noch geläufig sein, allerdings schon halb verdrängt durch den alles überschattenden Fall Wirecard. Diese und weitere Beispiele nährten den Verdacht, so Kai Lehmann in seiner Analyse „Der DAX: Leit- oder Leidindex?“ für das Flossbach von Storch Research Institute aus dem vergangenen Jahr, der vermeintliche Börsenolymp sei in Wahrheit „ein Tummelplatz für Sin Stock“.

 

Handelssaal Börse Frankfurt

Neben krassen Verfehlungen in Sachen Good Governance verfolgt den DAX zudem hartnäckig „[d]er Mythos vom Verlierer-Index“, wie „DIE WELT“ (17.08.2021) in einer Auswertung der langfristigen Performance schreibt. Das Spiegelbild der deutschen Wirtschaft enthalte für die Schar der Kritiker neben einem Kapitalvernichter, einem Restrukturierungsfall und einem gefallenen Börsenstar vor allem wenig profitable Konzerne mit gestrigen Geschäftsmodellen, unterm Strich „eine Riege von Problemunternehmen“.

Bei näherer Betrachtung halten viele dieser Kritikpunkte einer Überprüfung jedoch nicht stand, denn die Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache. Vor allem bei der langfristigen Performance muss sich der DAX im Konzert der wichtigsten europäischen Indizes absolut nicht verstecken. Lässt man für gleiche Bedingungen die Dividenden, die der DAX-Performance-Index automatisch als reinvestiert wertet, auch bei SMI, FTSE 100 & Co. in die Betrachtung einfließen, zeigt sich: Über einen Zeitraum von zehn Jahren (Stand 1. September 2021) muss sich der DAX in Sachen Performance nur dem Schweizer SMI geschlagen geben, wobei der eidgenössische Index sich zuletzt mit einem Wertzuwachs von knapp 211 Prozent vom DAX mit 185 Prozent absetzen konnte.

Wertentwicklung ausgewählter europäischer Aktienindizes
Da schau her: Im Kanon der europäischen Leitdindizes muss sich der DAX in Sachen Performance über den Betrachtungszeitraum von zehn Jahren (Stand 1. September 2021) nur dem Schweizer SMI geschlagen geben, führt aber das Feld der Verfolger an. Währenddessen haben Indizes wie der britische FTSE 100, die gemeinhin als dynamischer wahrgenommen werden, im direkten Vergleich das Nachsehen.

DAX an der Spitze des Verfolgerfelds

Anschluss an den DAX als direkter SMI-Verfolger hält noch der französische CAC 40 mit einem Plus von rund 168 Prozent, während sein italienisches Pendant, der FTSE MIB, mit 141 Prozent schon den Anschluss verliert. Noch einmal deutlich dahinter reiht sich der britische FTSE 100 mit knapp 103 Prozent Wertsteigerung ein. Weit abgeschlagen rangiert der spanische IBEX 35, der über zehn Jahre kaum 50 Prozent Plus verzeichnet hat.

Eine ähnliche Verteilung zeigt sich in dem von Lehmann betrachteten Zeitraum auch bei den Wachstumsraten der in den Indizes enthaltenen Konzerne: So bewegt sich das Wachstum der aggregierten Umsatzerlöse der Schweizer Unternehmen (2,5 Prozent) mit jenem der deutschen (2,4 Prozent) auf ähnlichem Niveau und danach kommt lange nichts.

Aus DAX-Sicht noch erfreulicher die Situation beim durchschnittlichen Gewinnwachstum: Das beschreibt Lehmann im Fall der italienischen und französischen Raten von 1,0 Prozent bzw. 0,6 Prozent treffend als „anämisch“, von den spanischen und britischen Konzernen, bei denen das Gewinnwachstum sogar rückläufig war, ganz zu schweigen. Mit 2,6 Prozent wesentlich besser in dieser Disziplin unterwegs sind die eidgenössischen Unternehmen, während sich die deutschen mit 3,1 Prozent p.a. an die Spitze des Vergleichs setzen können. Nicht schlecht für „eine Riege von Problemunternehmen“ möchte man meinen.

Die Revolution bleibt vorerst aus

Fernab revolutionärer Bestrebungen tragen die nun durchgeführten Reformen zum DAX 40 denn auch eher die Züge einer behutsamen Modellpflege mit nachholendem Charakter, eines Neustarts mit externer Signalwirkung, der den Wirecard-Skandal symbolisch hinter sich lassen soll, nach dem Motto: „Seht her, wir haben daraus gelernt!“. Wenn die Unternehmen künftig fristgerecht testierte Zahlen vorlegen oder ihr rechtskonformes Handeln durch einen Prüfungsausschuss belegen müssen, wird dies krimineller Energie wie im Fall Wirecard sicher auch künftig kaum Einhalt gebieten, entspricht aber nun internationalen Standards. Und auch die gestärkte Marktkapitalisierung, die jetzt entscheidendes Kriterium für die Aufnahme in den DAX ist, reflektiert bloß aktuelle Gepflogenheiten, während die aus der Zeit gefallene Größe des Handelsumsatzes entfällt. Das stattdessen geforderte Mindesthandelsvolumen dürfte in der Praxis ebenfalls kaum eine Rolle spielen.

DAX Entwicklung

Schon praxisnäher ist das künftig erforderliche positive EBITDA, also das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Mit ihm müssen die Unternehmen in den vorangegangenen zwei Jahren im Plus gelegen haben, um DAX-40-Aspirant zu werden. Die Maßnahme gilt als Konsequenz aus den Erfahrungen mit Delivery Hero: Der Lieferdienst verzeichnet, da er Wachstum über Profit stellt, fortgesetzt Anlaufverluste und kann bislang kein positives Geschäftsjahr vorweisen.

Ebenfalls angepasst wurde der Turnus, in dem die neuen Kriterien überprüft werden. Das geschieht nun halbjährlich statt wie bisher alle zwölf Monate. Zusätzlich sollen sogenannte fast-entry- beziehungsweise fast-exit-Regeln für zügigeren DAX-Ein- oder -Ausstieg von Unternehmen sorgen. Hier überprüfen die Verantwortlichen zum Ende jedes Quartals in einem Schnellverfahren, ob es nach Börsenwert Auf- oder Abstiegskandidaten gibt.

Etwas mehr von dem Zauber, der bekanntlich jedem Anfang innewohnt, bringen die zehn Neuen mit: Mit Airbus und Brenntag stammen zwei aus dem Segment Industriegüter, vier kommen mit HelloFresh, Puma, Zalando, Porsche aus dem Bereich zyklischer Konsum. Mit Siemens Healthineers, Sartorius und Qiagen verstärken drei den Sektor Gesundheitswesen, während Symrise den Bereich Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe vertritt.

Die Struktur des DAX ändern sie mit ihrem Anteil von etwa 17 Prozent an der gesamten Marktkapitalisierung des Leitindex nur wenig: Healthcare kann sich vor den Sektor Materialien setzen und rangiert nun knapp hinter dem verarbeitenden Gewerbe, das größte Stück vom Kuchen macht aber weiterhin zyklischer Konsum vor Industriegütern aus.

Warum der MDAX das Nachsehen hat

Auch wenn der ganz große Wurf also ausgeblieben ist, ist die DAX-Reform doch gewiss kein Rohrkrepierer, sondern bietet Anlegern verschiedene Vorteile: Zuallererst rückt der Neustart den DAX auch international wieder stärker ins Blickfeld von Investoren und macht ihn als Benchmark attraktiver. Dabei dürften sich nicht nur Anleger über ihr breiter diversifiziertes Portfolio freuen, auch Fondsmanager haben jetzt mehr Möglichkeiten, die Vorteile aktiven Managements unter Beweis zu stellen.

Darüber hinaus erwarten Beobachter von den international meist gut aufgestellten Neuzugängen deutliche Wachstumsimpulse, während der digitale Wandel zahlreicher Vertreter der Old Economy im Index auf gutem Wege ist und ebenfalls neue Wachstumschancen birgt. Als Leidtragender dieser Entwicklung gilt der MDAX, der mit den zehn Neuen seine dicksten Brocken ersatzlos an den DAX verliert und so nur noch 50 Titel umfasst. Ob und wie der DAX 40 letztlich davon wird profitieren können, muss sich natürlich zeigen. Ein gutes Zeichen für die Fortsetzung als Erfolgsgeschichte ist das neue Rekordhoch von 16.064 Punkten Anfang des Monats aber allemal.

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Mittwoch, 17. November 2021

Anlagekommentar Oktober 2021 - Die Konjunkturdaten kühlen sich ab und die Inflationsraten steigen höher als erwartet

 Die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Laufe des Oktobers etwas eingetrübt. So dürften nach der ausgeprägten Aktien-Rallye in diesem Jahr in den kommenden sechs bis zwölf Monaten die Erträge etwas tiefer ausfallen. Diese Einschätzung wird weniger von der Tatsache getragen, dass die führenden Aktienindizes heute höher liegen, als unmittelbar vor dem Rückschlag des Corona-Pandemie-Ausbruchs im März 2020. Aus vergangenen Zyklen kann abgelesen werden, dass die Aktienerträge in aller Regel dann am höchsten sind, wenn sich die Wirtschaft nach einem Abschwung kräftig erholt.

Deshalb wird die wirtschaftliche Dynamik in Europa und den USA in den kommenden sechs bis zwölf Monaten etwas nachlassen, was für verhaltene, aber nicht negative Aktienerträge spricht. In den USA könnte das Momentum wegen derzeit rückläufiger Covid-19-Fallzahlen im vierten Quartal sogar vorübergehend etwas anziehen und die Kapitalmärkte positiv stützen.

Entwicklung der Anlagemärkte im Oktober 2021

Nach der Marktkorrektur an den Aktienmärkten im September 2021, ging es bei den wichtigsten Aktienindizes in der westlichen Welt wieder nach oben. So konnte der globale Anlageindizes MSCI World Index (EUR) um +5,6 Prozent zulegen. Bei den amerikanischen Anlageindizes, wie dem S&P 500 Index ging es um +6,9 Prozent und beim  NASDAQ 100 Index sogar mit +7,9 Prozent nach oben. Auch die europäischen Werte legten auf einem etwas geringeren Niveau zu. Der deutsche DAX Index konnte mit +2,5 Prozent, der  Eurostoxx 50 Index mit +5,0 Prozent und der britische FTSE 100 Index mit +2,2 Prozent einen Zuwachs erzielen. Gegen den Trend musste der japanische NIKKEI 225 Index mit -1,9 Prozent einen Rückgang verkraften.

DAX Entwicklung

An den Anleihemärkten gab es dagegen keine großen Veränderungen. Das Ende der ultra-niedrigen Zinspolitik ist wohl nicht mehr zu leugnen, denn die Notenbanken werden in ihren Aussagen immer konkreter. Allerdings ist mit Zinserhöhungen unmittelbar noch nicht zu rechnen.  Die Anleiherückkaufprogramme der Notenbanken werden aber bereits merklich reduziert. Bei den Rohstoffen ist der Rohölpreis weiter unverändert auf dem Weg nach oben und scheint derzeit durch nichts zu stoppen zu sein. Beim Kupferpreis ging es derweil nach unten und er ist bereits merklich von seinen Höchstständen entfernt. Bei den Agrarmärkten zeigt sich dagegen eher ein gemischtes Bild. Gold tritt seit langem auf der Stelle und Silber ist auf dem Weg nach unten. Somit ist Rohöl unumstritten der König an den Rohstoffmärkten und der Rest zeigt sich derzeit eher unauffällig. Hier spielt sicherlich auch der immer stärker werdende US-Dollar eine Rolle, der für die Rohstoffmärkte in der Vergangenheit immer nachteilig war, da die wichtigsten Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden.

Megatrends - Langsame Lawinen an den Kapitalmärkten

Ein Begriff für langfristig anhaltende Trends ist derzeit in aller Munde: der Megatrend. Megatrends entwickeln sich zunächst oftmals unbemerkt, sind in ihrer Wirkung aber enorm mächtig. Sie stellen ein Modell für den Wandel der Zeit dar, der in einer komplexen und vielfältigen Dynamik stattfindet. Alle Ebenen der Gesellschaft werden durch Megatrends beeinflusst: Individuen, Unternehmen und ganze Wirtschaftsbereiche unterliegen dank ihnen oftmals einer Evolution. Anfangs erscheinen Megatrends nur sehr punktuell oder regional, doch im Laufe der Zeit entwickeln sie sich von einer Randerscheinung zu einem weltweiten Phänomen. Ihre Dynamik nimmt durch vielschichtige Wechselwirkungen immer mehr an Fahrt auf.

Ein Trend beeinflusst den nächsten und so verstärkt sich ihre Wirkung – wie eine Lawine, die langsam ins Rollen gerät. Ein allgegenwärtiges Beispiel dafür liefert das Internet der Dinge. Vor einigen Jahren noch geisterte der Begriff durch die visionäre Fachpresse. Inzwischen ist das Internet der Dinge fester Bestandteil des Alltags geworden und lässt den Desktop-Computer in der Ecke verstauben. Die Haustür, der Geschirrspüler, das Hundehalsband und die Waage: Sie alle sind inzwischen miteinander vernetzt und wir steuern das Gefüge bequem mit dem Smartphone von unterwegs. Die internetbasierte Datenübertragung macht es möglich!

Herausforderungen für die Wirtschaft

Ein Megatrend wird nicht mal eben erfunden oder ausgerufen. Es handelt sich dabei vielmehr darum, ein konzentriertes Ineinandergreifen neuer Entwicklungen in Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen. Dabei gilt es, als Unternehmen diese Entwicklung frühzeitig zu erkennen, um sich mit den Trends für die strategische Ausrichtung des Geschäftsmodells auseinanderzusetzen. Die Schwierigkeit beruht dabei vor allem darin, den Wald vor lauter Bäumen zu sehen und Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden. Für den Investor bedeutet dies, Unternehmen zu finden, die Vorreiter und Vorbereiter von Megatrends sind, ist der zentrale Investmentansatz ihrer Fonds. Die Herausforderung für ein Fondsmanagement besteht dabei darin, dass es eine kontinuierliche Beobachtung und Analyse verschiedenster gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Entwicklungen unter einen Hut bringen muss, sowie daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Der Ursprung der Megatrends

Ein Megatrend reflektiert gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Veränderungen und hat aufgrund der Wechselwirkung gleichsam eine enorme Relevanz für die langfristige Entwicklung von Gesellschaften und Wirtschaften. Der genaue Ursprung eines Trends lässt sich selten festlegen. Oftmals finden mehrere ähnliche Entwicklungen parallel zueinander statt, die sich gegenseitig verstärken und irgendwann zu einem Phänomen avancieren: Der Megatrend ist geboren. Wer glaubt, dass die westliche Welt und ihre Industrienationen der alleinige Ursprung jeden modernen Fortschritts seien, der irrt gewaltig. Denn Megatrends zeigen sich überall auf der Welt in unterschiedlichsten Ausprägungen. Beispielsweise ist das Thema E-Mobilität auch bei uns inzwischen omnipräsent, doch der tatsächliche Durchbruch fand längst in China statt. Für zukunftsorientierte und langfristig planende Investoren heißt es daher, auch den Blick über den heimischen Tellerrand und insbesondere nach Asien zu wagen.

Der Wachstumsmarkt in Asien

Wenn man in den nächsten zehn Jahren im Technologiebereich von Trends profitieren möchte, so kommt man bei der Vermögensallokation um den asiatischen Kontinent nicht herum. Anlageexperten sehen in Asien zumindest teileweise das Silicon Valley der Zukunft. Die Geschwindigkeit, mit der neue Geschäftsmodelle in Asien vorangetrieben und staatlich gefördert werden, nimmt weiter zu.

So hat China die USA bei den Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Jahr 2020 überholt und es wird erwartet, dass die Volksrepublik im Jahr 2025 bereits jährlich etwa 900 Milliarden US-Dollar in diesen Bereich investieren wird. Die größten Chancen in Asien finden sich in den technologischen Kernbereichen wie beispielsweise Halbleiter, E-Autos, Künstliche Intelligenz, Roboter, Automatisierung. Die Technologie-Epizentren sind dabei die Länder Südkorea, Japan, China und Taiwan. Die Folge des wirtschaftlichen Aufstiegs und des steigenden Wohlstands wird sich zwangsläufig auch auf die Konsumgütermärkte niederschlagen. Während nicht auszuschließen ist, dass auch europäische Markenkonzerne von der asiatischen Dynamik profitieren, setzt die chinesische Regierung den Fokus nun vermehrt auf die Förderung lokaler Markenhersteller.

So ist die anhaltende Offenheit von Unternehmen gefragt. Wer die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennt, hat die Möglichkeit, strukturellen Veränderungen mit einem evolutionären oder revolutionären Geschäftsmodell zu begegnen. Für Investoren bietet sich die Möglichkeit, strategisch von den Megatrends unserer Zeit sowie von der Entwicklung daran partizipierender Unternehmen zu profitieren und kurzfristige Schwankungen gut zu überstehen.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema, wodurch sich für Risikoanlagen wie Aktien oder Unternehmensanleihen eine positive Ertragstendenz ableiten lässt. Die Börsenerträge sind zwar nach der Frühphase einer wirtschaftlichen Erholung gesunken und die Kapitalmärkte sind korrekturanfälliger geworden, was aber nicht bedeutet, dass die bisherigen positiven fundamentalen Grundtrends grundsätzlich in Frage gestellt werden. Auch wenn die Energiepreise wie Erdgas und Elektrizität unlängst stark gestiegen sind, wird dies die wirtschaftliche Normalisierung nur verzögern. Für den Fall einer Zahlungsunfähigkeit von systemisch relevanten Unternehmen in China, wie beispielsweise China Evergrande Group, stehen erprobte Prozeduren wie Rekapitalisierung, Schuldenrestrukturierung und Verkauf von Vermögensteilen im Rahmen einer geordneten Liquidation zur Verfügung. Dadurch können die systemischen Risiken stark relativiert werden. Auch eine mögliche Erhöhung des Körperschaftssteuersatzes in den USA von 21 Prozent auf 26,5 Prozent würde die Gewinnaussichten der Unternehmen nur kurzfristig tangieren.

So sprechen mittelfristig in einem weiter anhaltenden Nullzinsumfeld die Dividendenrenditen und Ertragsaussichten für Aktien weiter für Erfolg. Aufgrund des aktuellen Wirtschaftsszenarios werden konjunktursensitive Werte und damit auch das Segment kleinerer und mittelgroßer Unternehmen auf Erholungskurs bleiben. Aber auch bei Value-Aktien gibt es weiterhin Potenzial und auch defensive Unternehmen mit einer soliden Dividendenhistorie sollten besser abschneiden als Unternehmensanleihen mit Anlagequalität. Nach der derzeitigen längeren Phase eines insgesamt positiven Börsentrends sind Gewinnmitnahmen weiter wahrscheinlich. Ohne signifikante negative Nachrichten sind Korrekturphasen jedoch meist von kurzer Dauer und würden eher weiter Einstiegsmöglichkeiten zum Nachkaufen bieten.

Trotz einer möglicherweise hohen Marktvolatilität in den kommenden Monaten, sollte man sich als Anleger zunehmend auf eine weitgehende Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivität in den kommenden 12-24 Monaten einstellen. Zu berücksichtigen gilt auch, dass sich die relevanten Stellen, wie Regierungen, Gesundheitssysteme, Einzelpersonen und Unternehmen seit Monaten viel dazu gelernt haben, mit der Situation umzugehen. In der aktuellen Phase sind Unternehmen zu bevorzugen, die sich bisher in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewährt haben und eine solide Bilanz aufweisen.

Weiterhin sorgen dennoch Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug erhalten.

Anlagemärkte Entwicklung

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Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

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Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
  • Textbereich "Megatrents - Langsame Lawinen an den Kapitalmärkten" von MainFirst Affiliated Fund Managers (Deutschland) GmbH
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Freitag, 5. November 2021

Attraktive Alternativen zu Strafzins, Inflation & Co. - Wie ihr Geld besser für Sie arbeitet

 Strafzinsen waren für viele lange kein Thema, doch nun wird das sogenannte Verwahrentgelt teilweise schon ab 5.000 Euro Einlagesumme und darunter fällig. Zugleich schmälert die Inflation das Vermögen. Anlegern bieten sich zum Glück attraktive Alternativen.

Die Commerzbank hat ihn, die Postbank hat ihn, die ING seit kurzem auch und viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken ebenso: Die Rede ist vom Strafzins, von den Geldhäusern selbst mehr oder weniger schamhaft als „Verwahrentgelt“ verbrämt. Ging zu Beginn noch bei jeder größeren Bank, die ihn einführte, ein Aufschrei durch die Finanzpresse, ist das heute kaum noch eine Meldung wert. Und das obwohl das Phänomen weiter munter um sich greift.

Banken verdienten 2020 am Verwahrentgelt

So zählt etwa das Vergleichsportal Biallo aktuell 500 Banken und Sparkassen, die Negativzinsen auf private Guthaben berechnen. Allein mehr als 240 davon kamen demnach im laufenden Jahr hinzu. Das Verwahrentgelt beträgt in aller Regel 0,5 Prozent, ebenjener Satz, den die Geschäftsbanken selbst an die Europäische Zentralbank (EZB) entrichten müssen, wenn sie dort Einlagen belassen. Diese Kosten gebe man mit dem Verwahrentgelt bloß weiter, lautet daher seit jeher das Mantra des Bankenlagers.

Durchschnittliche Realzinsentwicklung

War diese Argumentation in der frühen Niedrigzinsphase vielleicht schlüssig, ist sie spätestens seit vergangenem Jahr Makulatur, wie die jüngste Ertragslage-Statistik der Bundesbank offenbart: Demzufolge zahlten die Geschäftsbanken 2020 netto 1 Milliarde Euro Einlagenzins an die EZB, während ihr Zinsaufwand im eigenen Einlagengeschäft durch „angepasste Einlagenkonditionen“ im selben Zeitraum um 1,3 Milliarden Euro zurückging. Im Klartext: Unterm Strich hat man durch den Strafzins 300 Millionen Euro Plus gemacht.

Das mag auch an den stetig sinkenden Freibeträgen liegen, ab denen der Strafzins greift: Anfänglich waren nur größere Vermögen betroffen, heute sind Freibeträge von nur noch 25.000 bis 50.000 Euro üblich. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht, vielmehr zeigen immerhin schon 33 Ausreißer wohin die Reise geht - sie verlangen das Verwahrentgelt laut Biallo-Portal bereits ab dem ersten Euro.

Wer sich als Bestandskunde in Sicherheit wähnt, erlebt dieser Tage möglicherweise eine unangenehme Überraschung, denn auch sie sind gegen den Strafzins nicht mehr gefeit: Stattdessen gibt es immer öfter ein Schreiben von der Bank, man möge doch bitte dem Verwahrentgelt zustimmen, damit die Geschäftsbeziehung fortgeführt werden könne. Tut man das nicht, droht also schlicht die Kündigung des Kontos.

Die gestiegene Inflation tut ihr Übriges

Ungemach droht dem deutschen Sparer aber noch von ganz anderer Seite, denn gemeinsam mit dem Verwahrentgelt nimmt die zuletzt deutlich gestiegene Inflationsrate Einlagen gewissermaßen in die Zange. Der Kaufkraftverlust beträgt aktuell 4,1 Prozent, ein Stand, der zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent übertroffen wurde. Beobachter rechnen zwar nicht damit, dass dies von Dauer sein wird. Doch bereits jetzt hat die gegebene Konstellation aus Strafzins und Inflation für einen neuen Höchststand beim Wertverlust für Sparer gesorgt.

So lag der Realzins Ende des zweiten Quartals 2021 Berechnungen der comdirect und Barkow Consulting zufolge bei 2,19 Prozent, wodurch die Spareinlagen der Deutschen allein im ersten Halbjahr 2021 mehr als 22 Milliarden Euro (!) an Wert verloren haben. Das sind pro Kopf 269 Euro in nur sechs Monaten. Das läppert sich: Seit Ende 2010 haben Niedrigzins und Inflation statistisch betrachtet jeden Deutschen 2.019 Euro gekostet. Vermögen bewahren und vermehren geht anders.

Realzinsverlust

Wie Sie Ihr Geld schützen und vermehren können

Um zu erkennen wie, muss man nicht lange suchen, ein Blick etwa auf den DAX Index genügt. Auch wenn die vergangene Wertentwicklung bekanntlich kein Garant für zukünftige Performance ist und das deutsche Börsenbarometer zuletzt etwas nachgab, bietet der Leitindex über die vergangenen zehn Jahre mit einem Plus von aktuell mehr als 165 Prozent doch ein eindrucksvolles Gegenbeispiel, von Dow Jones Industrial Average Index, S&P 500 Index & Co. ganz zu schweigen. An der Enwicklung der Aktienmärkte lässt sich im Rahmen eines Sparplans indes schon mit kleinen Beträgen teilhaben .

Es muss jedoch nicht zwingend ein Aktienfonds sein: Selbst im Anleihebereich finden sich noch ausgewählte Produkte, die mit der nötigen Expertise für eine auskömmliche Rendite sorgen können. Damit bietet sich selbst dem defensiven, sicherheitsorientierten Anleger weiterhin die Chance, endlich vom gehörnten Sparer zum glücklichen Investor zu werden.

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