Montag, 25. Mai 2020

Anlagekommentar März 2020 - Das Coronavirus und der jüngste Ölpreisschock sorgen für einen "Schwarzen Montag" an den Börsen

Der heftige Rückschlag in den letzten Wochen an den Aktienmärkten steht im Einklang mit einer raschen Zunahme der Unsicherheiten, nachdem sich Covid-19 außerhalb von China auszubreiten begann. Dazu kommt, dass es seit dem Bekanntwerden des starken Anstiegs von Infizierten in Italien zu einer erheblichen Verschiebung der Wahrnehmung zum Coronavirus gekommen ist. Als weiterer schwerer Auslöser kam das Platzen der OPEC-Verhandlungen über Fördermengen und Preisgestaltung, was einen Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland auslöste. In dessen Zuge sank der Ölpreis auf das Niveau von 2004 und der Ölkrise Anfang der 1980er Jahre. Darüber hinaus impliziert die in den letzten Monaten bis zur Korrektur zu beobachtende Bewertungsexpansion einen zunehmenden Optimismus an den Börsen. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass die Marktreaktion in den letzten Wochen so massiv ausgefallen ist.

Entwicklung der Anlagemärkte
Der März 2020 war ein Börsenmonat, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Es war der schlechteste Börsenmonat seit dem Jahr 2008. Der Einbruch ist der schnellste Crash in der Geschichte. Mit einem Verlust von 32 Prozent in knapp drei Wochen erlebte der deutsche DAX Index das schwärzeste Börsenkapitel in seiner 33-jährigen Geschichte. Nie zuvor stürzte er in so kurzer Zeit so stark ab. Im Einzelnen sah die Performance der großen Weltbörsen im März 2020 wie folgt aus: S&P 500 Index -12,5 Prozent, NASDAQ 100 Index -7,7 Prozent, DAX -16,4 Prozent, Eurostoxx50 Index -16,2 Prozent, FTSE 100 Index -13,9 Prozent, der NIKKEI 225 Index -10,5 Prozent und der MSCI World Index (EUR) -15,2 Prozent.

DAX Entwicklung

Die zentralen Notenbanken haben die Situation nicht auf die leichte Schulter genommen und entschlossen gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) und die Federal Reserve System (Fed) haben in einer konzertieren Aktion die Finanzmärkte mit Liquidität geflutet um die wirtschaftlichen Konsequenzen der Pandemie so gut es ging einzudämmen. So hat beispielsweise die Federal Reserve System (Fed) in einer noch nie dagewesenen Aktion ihre Leitzinsen zwei Mal innerhalb eines Monats auf de facto 0 Prozent gesenkt und eine 750 Mrd. US-Dollar Geldspritze für den US-Finanzmarkt bereitgestellt. Problematisch war vor allem die Situation am Rentenmarkt, da untypischer Weise neben den Aktienkursen plötzlich auch die Anleihekurse massiv zu fallen begannen. Es herrschte am Rentenmarkt offensichtlich ein Mangel an Liquidität. Infolge der massiven Intervention der Notenbanken beruhigte sich der Rentenmarkt wieder und auch der Aktienmarkt stabilisierte sich wieder. Zuvor hatte jedoch die Volatilität auf Tagesbasis gerechnet Werte erreicht, die sogar die der Finanzkrise aus dem Jahr 2008 übertrafen. Am deutlichsten sieht man es daran, dass dem größten Tagesverlust in der Börsengeschichte der höchste Tagesanstieg der Börsengeschichte folgte.

Die Ankündigungen der großen Notenbanken, de facto unlimitiert Liquidität bereitzustellen sorgten schließlich doch dafür, dass die Tagesschwankungen letztendlich merklich zurückgingen und so etwas ähnliches wie ein geregelter Börsenverlauf wieder hergestellt werden konnten. Damit sich die Aktienmärkte stabilisieren können, müssen die Unsicherheiten reduziert werden. Entscheidend dafür ist insbesondere ein besseres Verständnis der Natur der Krankheit Covid-19, insbesondere deren globaler Ausbreitung, des Krankheitsverlaufs und der Mortalitätsrate. Auch bleiben die kurzfristigen wirtschaftlichen Trends wichtig, welche auch vom Ausmaß verfügter Einschränkungen beim Konsum und in der Produktion abhängen. Des weiteren gilt es auch die Entwicklung beim Ölpreis, aufgrund der gescheiterten Gespräche der OPEC genauer zu beobachten.

Cloud, Künstliche Intelligenz & Co. kristallisieren sich als Stützen in der Krise heraus
Global gesehen ist der Technologiesektor (IT) eines der wichtigsten Zugpferde der Weltwirtschaft. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie ändert sich dies nicht. Ganz im Gegenteil: In und nach der Krise werden neue digitale Lösungen verstärkt nachgefragt. Bei einem Blick auf die Indizes wird das Potential offenkundig: Allein der Nasdaq 100, der viele der US-Technologie-Aktien abbildet, konnte seit Mitte 2008 um mehr als 300 Prozent steigen. Im Vergleich dazu legte der S&P 500 im gleichen Zeitraum nur um knapp 140 Prozent zu. IT umfasst dabei alle Sektoren der Informations-, Kommunikations- und Datenverarbeitung. Derzeit besonders vielversprechend sind unter anderem die Teilbereiche Cloud, Software und Künstliche Intelligenz (KI).

Anders als in früheren Zeiten ist der heutige IT-Sektor geprägt von soliden Bilanzen und starken Cashflows. Dies resultierte in den vergangenen Jahren in steigenden Dividenden und Aktienrückkäufen, was wiederum den Aktionären von IT-Unternehmen zugutekam. Aber nicht nur die Rückflüsse an Aktionäre machen die Aktien so attraktiv, sondern global betrachtet profitieren die IT-Unternehmen von starken Gewinnwachstumsraten. Diese sind größtenteils der voranschreitenden Digitalisierung zu verdanken. Wer nicht mitzieht, bleibt im Wettbewerb schnell auf der Strecke. Unternehmen weltweit haben erkannt, wie wertvoll ihre Daten sind und erhöhen global die Investitionen in Softwarelösungen, Big Data, Künstliche Intelligenz und Cloud Computing.

Die derzeitige Krise ist Beschleuniger der bisherigen Trends
Die Nutzung von Cloud-Diensten ist in den vergange­nen Jahren stark gestiegen, mehr als 70 Prozent aller IT-Services werden inzwischen aus einer Cloud bereit­gestellt. In Zeiten von Home Office, Home Schooling & Co. dürfte sich der Trend zuletzt nochmals verstärkt haben. Täglich benutzen Menschen weltweit bewusst und unbewusst Software. Bei einem Notebook oder PC ist das Betriebssystem genauso eine Software wie die darauf installierten Programme und jegliche Daten, die damit erzeugt werden. Eine der großen Veränderungen der letzten Jahre war die Umstellung auf das Subskriptionsmodell. Hierbei handelt es sich um ein (digitales) Geschäftsmodell, bei dessen Basisform der Anbieter eine definierte Leistung verkauft und der Kunde für deren Nutzung regelmäßig bezahlt. Das Geschäftsmodell ist alt: Zeitungsabon­nements und Vereinsmitgliedschaften sind typische Formen von Subskriptionsmodellen. Die Vorteile dieses Geschäftsmodells sind wiederkehrende Einnahmen, ein stabiler Cashflow und dauerhafte Kundenbindungen. Einige Softwareunternehmen können über 90 Prozent ihrer Umsätze als wiederkehrend verbuchen. Das ist für Investoren gerade in Zeiten interessant, wenn die konjunkturelle Lage ungewiss ist.

Künstliche Intelligenz: Grundstein für Technikstandards von morgen
KI ist in der Lage, selbstständig zu lernen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Damit ist KI zukunftsweisend für viele Sektoren, unter anderem kognitive Assistenten, Robotik, smarte Geräte, automatisierte Analysen, Bildverarbeitung und medizinische Diagnose. Aktuell ist KI noch ein „Nischenthema“, auf das sich nur wenige Unternehmen konzentrieren. KI legt den Grundstein für die Standards der Technik von morgen. Vor allem die USA und China haben im Bereich der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren stark investiert: Die Ausgaben für intelligente Technologien sind von 10 auf 14 Prozent des gesamten IT-Budgets gestiegen.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Angesichts der von Sars-CoV-2 verursachten erheblichen Störungen in der chinesischen Wirtschaft, deren Auswirkungen auf die globalen Lieferketten und den Reiseverkehr sowie erhöhter Unsicherheiten bezüglich der Ausbreitung des Coronavirus in den Industrieländern aktualisieren wir unsere Szenarien der Vormonate. Entscheidend für die Finanzmärkte ist, ob Produktionsunterbrechungen weitgehend auf China beschränkt bleiben oder zum globalen Phänomen werden. Ein Szenario einer raschen Erholung impliziert, dass das Schlimmste in China bald vorbei sein wird und dass sich das Virus nicht in großem Umfang weltweit ausbreitet. Allerdings ist dies eine Hypothese, die durch die aktuelle Nachrichtenlage in Frage gestellt werden muss.
Weiterhin sorgen dennoch Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.
Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:
  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Donnerstag, 30. April 2020

Der Coronavirus und die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte

Ein Virus hat selten eine größere Wirkung an den Finanzmärkten ausgelöst. Inzwischen erreicht die Anzahl der weltweit Infizierten etwa 214.890 Fälle, wovon in Deutschland bisher 12.327 Fälle bestätigt sind (Stand: 18.03.2020, 20:00 Uhr). Es kommen stündlich neue Meldungen hinzu. In der Folge des Ausbruchs des COVID-19 und der folgenden globalen Ausbreitung ausgehend von China kam es zu einer Neubewertung an den Finanzmärkten und in der Bewertung der weiteren Konjunkturaussichten in der Weltwirtschaft.

COVID 19 - Alles in Aufruhr – Eine Bestandsaufnahme!
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen lag der maximale Rückgang des DAX Index ausgehend von den kürzlich markierten Höchstkursen bei ordentlichen 27,6 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sank auf -0,47 Prozent. Gold wertet in der Krisensituation dynamisch um gut 177 Euro ab. Weder der japanische Yen, noch der Schweizer Franken konnten ihrer Krisenrolle am Devisenmarkt gerecht werden. Auch der US-Dollar konnte nicht reüssieren. Der „Safe-Haven-Status“ zog aktuell nicht. Gegen jede Erfahrung wertete der Euro gegenüber den Hauptwährungen auf. Anders ausgedrückt versagten klassische Korrelationen im aktuellen Umfeld in einem Umfang, der als markante Anomalie klassifiziert werden muss. Das primäre Problem, dem die Welt sich ausgesetzt sieht, ist die mit der Pandemie verbundene gefühlte Unsicherheit, in wie weit beispielsweise die globalen Produktionsprozesse in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den wirtschaftlichen Folgen gibt es auf quantitativer Basis Aussagen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der OECD. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) werden die Einbußen des globalen Wachstums per 2020 bei circa 0,1 - 0,2 Prozent liegen. Am 2. März lieferte die OECD eine revidierte Prognose, die 0,5 Prozent unterhalb der bisherigen Vorhersage lag. Beide Institutionen verwiesen gleichzeitig auf die Risikobehaftung dieser aktuellen Prognosen.

Eintagesverluste Dow Jones Industrial Average

Bei COVID-19 handelt es sich um einen aggressiven Virenstamm, der leicht übertragbar ist. Es gibt gegen das Virus keine Medikamente von der Stange. Impfstoffe sind auf Sicht nicht verfügbar. Die Sterberate ist mit 3,4 Prozent deutlich höher als bei einer herkömmlichen Grippe bei circa 0,1 - 0,2 Prozent. Aktuelle Erfahrungswerte zeigen, dass in 80 Prozent der Fälle der Verlauf der Grippe unkritisch ist. 15 Prozent der Fälle sind problematisch (Lungenentzündung). Die restlichen 5 Prozent sind kritisch. Betroffen sind vor allen Dingen vorerkrankte ältere Personen (Herz- Kreislaufprobleme). Die Sterberate ist aber weitaus geringer als bei SARS mit 9,6 Prozent oder bei MERS mit 37,5 Prozent. China liefert Indikationen über den weiteren möglichen Verlauf. Die Reaktion in Wuhan und der Provinz Hubei, wo das Virus erstmalig in Erscheinung trat, erfolgte spät. Die Provinz Hubei ist das Epizentrum der Erkrankung. Von derzeit 89.198 Infizierten kommen 67.103 aus Hubei. Von den global zu beklagenden 3.048 Todesfällen kommen 2.803 aus der Provinz Hubei. Die Letalitätsrate stellt sich in Hubei auf 4,2 Prozent.

Es wird weder die Welt, noch werden die Finanzmärkte untergehen
Anders ausgedrückt ergaben sich ex Epizentrum bisher 245 Todesfälle bei 22.095 Infektionen auf globaler Ebene. Daraus leitet sich eine Sterberate von circa 1,1 Prozent ab. Das Muster ex-Hubei ist für den größten Teil der Welt hinsichtlich der verfügten Prophylaxe weitaus wahrscheinlicher als das Szenario Hubei. Aber in Ländern, deren öffentliche Ordnung weniger ausgeprägt ist und deren Gesundheitssystem Mängel aufweist (auch USA) sind die Risiken höher. Die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus haben massive Folgen für Mensch und Wirtschaft. Das soll nicht klein geschrieben werden. Diese Folgen sind jedoch temporärer Natur. Ökonomisch bremsen diese Maßnahmen. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt und gestört. Der Konsum geht zurück. Reise- und Messetätigkeit wird minimiert. Lieferketten sind eingeschränkt, mindestens aber bedroht. Die durch diesen exogenen Effekt des Ausbruchs des Coronavirus angerichteten Schäden lassen sich nicht vollständig aufholen. Sie werden aber zu guten Teilen aufgeholt werden.

DAX mit Kurseinbruechen

Das wäre anders, wenn es sich um ein endogenes wirtschaftliches Problem handeln würde. Hier handelt es sich um ein exogenes, ein von außen wirkendes, Problem. Entsprechend wird weder die Welt, noch werden die Finanzmärkte untergehen. 7,7 Milliarden Menschen wollen versorgt sein. Von Seiten der Politik und der Zentralbanken erreichten uns zu Monatsbeginn aufbauende Töne. Die Bereitschaft, unterstützend einzugreifen, ist erkennbar. Konjunkturprogramme, individuelle Programme für betroffene Unternehmen (Deutschland Kurzarbeitergeld) zusätzliche Liquidität und Zinssenkungen sind beschlossene oder auf der Agenda stehende Maßnahmen. Fraglos setzen alle diese Maßnahmen nicht bei der Ursache an. Sie wirken gegen die Symptome.
Die ins Auge gefassten Konjunkturprogramme gekoppelt mit Aufholeffekten bieten makroökonomisch ein solides Wachstumsbild der Weltwirtschaft in der Zukunft. Zu erwartende Zinssenkungen und Liquiditätsmaßnahmen vermindern global den Diskontierungsfaktor für alle anderen Anlageklassen, beispielsweise Aktien oder Immobilien.

Fazit
Die Welt wird nicht an COVID-19 scheitern. Die Frage ist nur, wann der Höhepunkt der Gesundheitskrise durch diese schwere Grippe erreicht ist. Die sich anschließende Frage ist, ab wann der Markt die Potentiale bezüglich der ordentlichen verringerten Bewertung attraktiver Aktiva wahrnehmen wird.

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Montag, 20. April 2020

Anlagekommentar Februar 2020 - Die Corona-Virus-Epidemie trübt die Anlegerstimmung und belastet damit die Kapitalmärkte

Durch die sich immer mehr ausbreitende Corona-Virus-Epidemie haben die Aktienmärkte weltweit korrigiert. Das Virus entwickelte sich zunehmend zu einem signifikanten Risikofaktor für die Kapitalmärkte. Bis Mitte Januar 2020 wurden die Auswirkungen der Virusinfektion noch ignoriert, allerdings sorgte der rapide Anstieg der Infizierten und Todesfälle sowie die drastischen Eindämmungsmaßnahmen der chinesischen Regierung dafür, dass die Anleger in der zweiten Monatshälfte im Januar unruhiger wurden. Dieser Trend hat sich im Februar 2020 noch verstärkt, da sich die Corona-Virus-Epidemie weltweit immer rasanter ausbreitet.

Entwicklung der Anlagemärkte
Obwohl China die am heftigsten betroffene Region um die Millionenstadt Wuhan mit fast 50 Millionen Menschen weitgehend abriegelte, waren Ende Januar bereits 213 Tote und fast zehntausend Infizierte zu beklagen. Allerdings zeigten die Vorsichtsmaßnahmen der chinesischen Regierung auch eine Wirkung, denn fast 99 Prozent der Infektionen sind in China aufgetreten. Das beruhigte zwar die Aktienmärkte in den entwickelten Ländern, warf aber gleichzeitig die Frage auf, wie stark der Wachstumseinbruch in China ausfallen würde. Das Minus an den Märkten blieb dadurch erst einmal überschaubar, denn die besseren Konjunkturdaten aus den USA, der Eurozone und China und die Unterzeichnung des chinesischen-amerikanischen Phase-1-Handelsdeals überwogen die "Bären" am Markt.

DAX Entwicklung

So verlor der S&P 500 Index gerade einmal 0,2 Prozent und die amerikanischen Technologiewerte im NASDAQ 100 Index konnten nach guten Apple-Zahlen um 3,0 Prozent zulegen und verbuchte damit sogar ein neues Rekordhoch. Die Börsen in Europa und Asien waren durch die Virus-Angst stärker betroffen. So gab der Eurostoxx50 Index um -2,8 Prozent, der DAX Index -2,0 Prozent und der britische FTSE 100 Index sogar -3,4 Prozent nach. Auch der japanische NIKKEI 225 Index notierte mit -1,9 Prozent niedriger als im Vormonat. Dagegen waren Chinas Aktienmärkte wegen des Neujahrsfests in der letzten Januarwoche geschlossen, was dafür sorgte, dass die Verluste des SSE Composite Index mit 2,4 Prozent moderat ausfielen. Auch die Konjunkturdaten aus Europa und Asien waren tendenziell schwächer. Frankreichs und Italiens Wirtschaft schrumpfte im letzten Quartal 2019 und drückte das Wachstum im Euroraum auf gerade mal 0,1 Prozent. Dagegen lag Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent noch knapp in positivem Bereich.

Dagegen konnten sichere Staatsanleihen und Gold von der gestiegenen Unsicherheit profitieren. So ging die Rendite der zehnjährigen US-Staatspapiere um 0,41 Prozent kräftig zurück und lag mit 1,51 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit September 2019. Die deutsche zehnjährige Bundesanleihe verzeichnete mit einem Renditerückgang von 0,25 Prozent ebenfalls einen deutliche Kursanstieg. Während die Preise chinasensitiver Rohstoffe wie Öl oder Kupfer prozentual zweistellig gefallen sind, stieg dagegen der Goldpreis um 4,7 Prozent auf ein Siebenjahreshoch. Nach dem man sich über den sehr guten Start ins neue Börsenjahr freuen konnte, schlug der Coronavirus zu und plötzlich waren die Wirtschaftsnachrichten voll mit Meldungen über die möglichen Auswirkungen des Virus auf das globale Wirtschaftswachstum.

Welche Auswirkungen können durch 2019-nCOV (CORONAVIRUS) auf die Anlagemärkte entstehen
Im Rahmen der aktuellen Datenlage kann von einem weiterhin moderaten positiven Ertrag von Aktien und Unternehmensanleihen gerechnet werden. Die Markt-Trends werden allerdings vorerst primär vom Nachrichtenfluss im Zusammenhang mit 2019-nCov (Coronavirus) bestimmt werden. Im Folgenden finden Sie ein paar mögliche Szenarien:
Man sollte zwischen kurz- und mittelfristigen Effekten unterscheiden. Damit mittelfristig von 2019-nCov ein negativer Effekt ausgehen würde, müsste das produktive Potenzial der Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen werden, d.h. das Virus müsste zu einer hohen Zahl von Todesfällen führen. Aus jetziger Sicht ist ein solches Szenario als wenig realistisch einzuschätzen. Nimmt man beispielsweise die Spanische Grippe von 1918 - 1920 als Vergleich, so wurde damals die Weltbevölkerung um geschätzte 3 Prozent reduziert. Allerdings waren zu jener Zeit weder Viren identifiziert, noch standen Tests zur Verfügung und es fehlte ein wesentliches Verständnis zu Ansteckungsmechanismen.

Für eine Volkswirtschaft können Epidemien kurzfristig zu einer Belastung werden. Ein Beispiel dafür ist der Anfang 2003 aufgetretene SARS-Virus, was damals zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führte. Da wesentliche Teile der chinesischen Wirtschaft derzeit lahmgelegt sind, wird die Wirtschaftsleistung dort im laufenden Quartal sehr schwach ausfallen. Auch die Weltwirtschaft wird durch die Störungen der Lieferketten und eine reduzierte Reisetätigkeit chinesischer Touristen belastet. Demgegenüber führt das abklingen einer Epidemie zu einer raschen Erholung der Wirtschaft, da viele der zuvor aufgeschobenen Käufe nachgeholt werden oder bestimmte Produkte wieder in ausreichenden Masse zur Verfügung stehen.

Aufgrund der Ende Januar erkennbaren Merkmale von 2019-nCov, der Verfügbarkeit von Tests und der Tatsache, dass die Gesundheitssysteme weltweit in Alarmbereitschaft und vorbereitet sind, sollte das Coronavirus keine lange anhaltenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre dann gegeben, wenn auch außerhalb von China, hauptsächlich in Europa und den USA, die wirtschaftliche Aktivität merklich eingeschränkt würde. In diesem Fall könnten die Finanzmärkte vergleichsweise stark in Mitleidenschaft gezogen werden und die Notenbanken würden zu Stimulierungsmaßnahmen greifen. Beispielsweise hätte besonders die amerikanische Federal Reserve System (Fed) genügend Spielraum die Zinsen deutlich senken. So wäre eine V-förmige Erholung von Wirtschaft und Finanzmärkten - wenngleich verzögert - auch in diesem Fall wahrscheinlich.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale mit Warnhinweisen eher auf dem Rückzug. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum sich langsam wieder stabilisiert. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre demgegenüber charakterisiert durch eine langsame konjunkturelle Aufhellung in China und in den USA.

Allerdings wird das Coronavirus kurzfristig eher für eine gegensätzliche Richtung sorgen, so dass die Fortschritte im Handelskonflikt erst einmal nicht zur Geltung kommen werden.
Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch Teileinigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen weiter an der geopolitischen Lage und nun zusätzlich der weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend weiter untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und sich die Marktstimmung langsam aufhellt.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.
Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.
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  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
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Montag, 23. März 2020

Geldanlagen im 4. Quartal 2019 - Das Jahr 2019 war ein Feuerwerk an den Börsen

Für Geldanleger war das Jahr 2019 so positiv wie selten zuvor. Auch wenn es zwischenzeitlich zu kurzzeitigen Turbulenzen kam, haben die Anlagemärkte deutliche Gewinne verzeichnen können. Positiv stimmt insbesondere, dass sich die Märkte nicht durch politische Unruhen, wie beispielsweise dem Handelsstreit zwischen der USA und China oder dem Brexit nicht nachhaltig haben beeinflussen lassen. Das Jahr 2019 war somit ein starkes Börsenjahr. Auf der Seite der großen Flops ist so gut wie nichts zu sehen. Bis auf Erdgas oder Stahl im Rohstoffbereich gab es wenig Verlierer auf dem Börsenparkett.

Ein Feuerwerk brennt ab
25,3 Prozent: Das ist der stolze Zuwachs, den der DAX Index den Anlegern beschert hat. Und auch andere Märkte liegen auf der gleichen Linie. Der US-amerikanische S&P 500 Index beispielsweise liegt sogar bei satten 28,9 Prozent. Dieses Bild zeigt sich auch an anderen Märkten. Der japanische NIKKEI 225 Index legte mit über 18 Prozent ebenfalls deutlich zu. Auch der isolierte Blick auf das vierte Quartal zeigt, wie stark die Dynamik an den Börsen war. Allein in den letzten drei Monaten legte beispielsweise der DAX Index um mehr als 6 Prozent zu und reiht sich so in die Liste der erfolgreichen Börsen ein.

Ausgewählte Märkte im Überblick

Verluste aus 2018 wettgemacht
Der Jahresrückblick belegt: 2019 war ein mehr als erfolgreiches Jahr für Anleger. Doch was sind die Gründe dafür?
  • Erstens: 2018 war insbesondere im vierten Quartal geprägt von starken Kursrückgängen. Ausgehend von diesen teils massiven Verlusten entstand eine gute Ausgangslage für 2019.
  • Zweitens: Eine genauere Analyse der Kursverluste im vierten Quartal 2018 zeigt, dass diese politisch getrieben waren. Brexit, Handelsstreit USA und China oder die Situation in Italien - das sind nur die wichtigsten Beispiele die zur negativen Übertreibung an den Börsen geführt haben.
Die tatsächliche Situation auf der realwirtschaftlichen Seite rechtfertigte diese massiven Rückgänge nicht. Folgerichtig haben sich die Börsen seit Beginn des Jahres 2020 erholt. Mehr noch: Die Verluste wurden überkompensiert. Pessimisten die für 2020 ein extrem schweres Jahr vorhersagten wurden eines Besseren belehrt.

Federal Reserve System (Fed): „Sehr gute Wirtschaftslage!“
Besonders positiv zu werten ist der Umstand, dass die Märkte eines deutlich gezeigt haben: Sie haben sich in 2019 zum großen Teil von den politischen Rahmenbedingungen emanzipieren können. Der Grund dafür ist einfach. Sowohl beim Brexit als auch beim Handelskonflikt wurden die Kriegstrompeten lauter geblasen als notwendig. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hingegen waren nach wie vor intakt, zumal es auf beiden Gebieten insbesondere im zweiten Halbjahr Fortschritte bzw. Anzeichen für eine Lösung gab. Wie gut die Rahmenbedingungen in Wirklichkeit sind, erläuterte die amerikanische Notenbank Federal Reserve System (Fed). Auf der Pressekonferenz am 11. Dezember 2019 lenkte Fed-Chef Jerome Powell das Augenmerk auf die sehr gute Wirtschaftslage des weltweit wichtigsten Marktes. Stabiles Wachstum und florierender Arbeitsmarkt - das sind nur zwei Parameter, die Powell in seiner Präsentation ansprach.

Sein Fazit: Der Leitzins bleibt im Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent. Zuvor hatte die Federal Reserve System (Fed) dreimal hintereinander den Leitzins jeweils um 25 Basispunkte gesenkt, um eine Abkühlung der US-Wirtschaft zu verhindern und einen Puffer für den Fall einer Zuspitzung des Handelskrieges mit China aufzubauen. Eine Rezession der US-Wirtschaft sei äußerst unwahrscheinlich, das Wachstum überzeugend.

Europäische Zentralbank (EZB): Wenig Spielraum für neue Chefin
Ob der Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas an der Niedrigzinspolitik ändern wird, bleibt zwar abzuwarten. Fakt ist aber, dass die neue Chefin Christine Lagarde nur wenig Spielraum hat. Zwar ist die Wirtschaftslage in der EU nicht schlecht. Aber die Inflationsrate verharrt auf unerwünscht niedrigem Niveau und die Meinungsverschiedenheiten mit dem Handelspartner USA nehmen stetig zu. Folgerichtig sehen Experten hier eine Zunahme des sogenannten „Quantitative Easing“ sowie ein Festhalten an niedrigen Zinsen. Lagarde ist sich bewusst: Ihre Arbeit ist stark geprägt durch Brüssel und andere europäische Hauptstädte.

Entwicklung Goldpreis

Bei den Rohstoffen gibt es in 2019 bei Gold und Erdöl starke Zuwächse
Das vierte Quartal bescherte auch den meisten Rohstoffen einen Zugewinn. Der Preis für Erdöl (Sorte Brent) stieg von unter 60 USD auf aktuell knapp 67 USD. Gold konnte mit knapp 3 Prozent ebenfalls zulegen. Interessant ist hier aber der Blick auf das gesamte Jahr 2019: Erdöl legte um satte 27 Prozent zu. Der Goldpreis stieg um rund 19 Prozent. Primär erfolgte der Zuwachs im dritten Quartal, als die Verunsicherungen an den Märkten kurzzeitig zuzunehmen schienen.

Fazit
2019 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr für Anleger. Im Gegensatz zu Haussephasen in der Historie sehen wir aktuell eine intakte wirtschaftliche Situation. Was bedeutet das für Anleger? Die Weltwirtschaft hat noch ausreichend Wachstumsdynamik, um im Jahr 2020 zumindest moderat und ohne Rezession zu wachsen. Und noch eine gute Nachricht: Die Börsen haben verstanden, dass politische Querelen nichts an der ökonomischen Situation ändern, und die ist derzeit - global gesehen - gut. Deshalb bleibt die bisherige Aussage weiter bestehen: Ein sinnvoll diversifiziertes Portfolio ist die beste Grundlage für 2020. Qualitätsaktien sowie Dividendentitel werden auch in den nächsten Quartalen zu den bevorzugten Anlagen gehören - unabhängig von politischen Kurzzeitausfällen.

Quartalsbericht Q4 2019

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Dienstag, 17. März 2020

Anlagekommentar Januar 2020 - An der Handelsfront breitet sich Entspannung

Im Handelsstreits zwischen den USA und China ist derzeit eine endgültige Lösung nicht in Sicht. Es gab immerhin zwischenzeitlich Annäherungen auf dem Weg zur erhofften Lösung dieses schwelenden Konflikts. Ein Streitende wäre mehr als wünschenswert. Zumal dieser Zwist nicht isoliert zu betrachten ist, zu interdependent ist das Handeln rund um den Globus. Indes lautet die zentrale Frage, warum den Beteiligten eine Einigung so schwerfällt. Im Kern geht es darum, wo das künftige Machtzentrum im Kanon der führenden Volkswirtschaften liegt und wer an der Spitze zukunftsweisender struktureller Trends steht. Bahnt sich hier ein Wechsel an der Spitze an? Ein paar Gedankenspiele gibt es dazu in diesem Beitrag.

Entwicklung der Anlagemärkte
Eine Reihe positiver politischer Entwicklungen und starke Konjunkturdaten aus den USA und China sorgten an den globalen Aktienmärkten im Dezember 2019 für neue Rekordstände. Dies hatte zur Folge, dass es eine kräftige Erholung der Rohstoffpreise gab und die Kreditrisikoaufschläge reduzierten sich. In den USA konnte der S&P 500 Index um 2,9 Prozent zulegen und der technologielastige NASDAQ Composite Index schaffte mit 3,5 Prozent Zuwachs. Dies hatte neue Allzeithochs für beide Indizes zur Folge. Mit einem Anstieg um 2,7 Prozent haben die britische Aktien im FTSE 100 Index auf den höchsten Wahlsieg der konservativen Partei in Großbritannien seit der dritten Amtszeit Margaret Thatchers 1987 und die Verabschiedung des Brexit-Abkommens im Parlament reagiert. In Europa konnte der Eurostoxx50 Index um 1,1 Prozent zulegen, wogegen der DAX Index nur einen geringen Zuwachs von 0,6 Prozent erreichte und damit der schwächste Markt der Eurozone war. In Asien konnte der NIKKEI 225 Index mit +1,6 Prozent ebenfalls überzeugen. Das Börsenjahr 2019 war wirklich ein sehr außergewöhnliches, denn man sieht nicht so oft, dass mehr als 20 Prozent Jahresperformance an den meisten wichtigen Weltbörsen Zuwachs erreicht werden.

DAX Entwicklung


Bei den Rentenpapieren haben die Renditen für langlaufende Staatsanleihen auf die Erfolgsmeldungen merklich angezogen, wodurch die Kurse entsprechend nachgaben. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg auf 1,92 Prozent, was den höchsten Stand seit Juni 2019 bedeutete. Die deutschen zehnjährigen Staatsanleihen rentierten dagegen zum Monatsende bei -0,19 Prozent. Bei den Unternehmensanleihen wurden Verluste weitgehend vermieden, da sich die Kreditaufschläge auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2017 einengten. Vieles spricht dafür, dass die Renditen vor allem in Kontinentaleuropa für einige Zeit auf sehr tiefem Niveau bleiben. Dennoch erscheinen die Renditen von Staatsanleihen zu niedrig im Vergleich zu den Konsens-Schätzungen für Wachstum und Inflation für 2020. Die geldpolitischen Rahmenbedingungen werden insgesamt positiv für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte bleiben, wobei die Leitzinsen 2020 entweder in den meisten Industrieländern stabil oder in den führenden Schwellenländern rückläufig sein dürften.

Staatsanleihen USA und Deutschland im Vergleich

Kopf-an-Kopf-Rennen um den Kampf einer weltweiten Vormachtstellung und technologischen Führungsanspruch
Die Zeiten sind vorbei, in denen China nur als verlängerte Werkbank des Westens betrachtet wurde. China möchte künftig Taktgeber im Konzert der Großen sein. Auf dem Weg zur angestrebten Weltmarktführerschaft hat man vor, mit einer Industriestrategie die Technologielücke zu den westlichen Unternehmen zu schließen. Die chinesische Führung verfolgt dabei einen ehrgeizigen Masterplan „Made in China 2025“, der das Land weltweit an die Spitze führen soll. China soll als Inbegriff höchster Qualitätsansprüche gelten. Die chinesischen Machthaber hatten bereits vor mehr als zwei Jahren angekündigt, im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) das Land zu einer Großmacht aufzubauen. Der technische Fortschritt läuft seitdem quasi auf Hochtouren und die chinesischen Unternehmen operieren dabei mit einer riesigen Menge von Daten. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass China deshalb einen Vorsprung im Bereich der Anwendung von KI-Technologien herausgeholt hat, denn diese datengetriebenen Geschäftsmodelle bergen enormes Potenzial.
Dagegen ist die USA, derzeit immer noch die Heimat der weltweit stärksten Wachstumsfirmen, nun zunehmend in einem Wettlauf mit China geraten. Die Mehrheit aller Weltklassenpatente kommt zwar immer noch aus den USA, doch welches Land kann künftig für sich reklamieren, die Führungsnation bei den digitalen Schlüsseltechnologien zu sein? Die USA werden ihre Vormachtstellung nicht kampflos aufgeben und der aktuelle Präsident Donald Trump setzt deshalb ganz auf die Devise „Amerika first“. Deshalb ist es für die derzeitige amerikanische Regierung verpflichtend, das die nationalen Interessen der USA im Zentrum ihrer Handelspolitik stehen müssen. In diesem Kontext spielt Europa eine unglückliche Rolle, denn die europäische Wirtschaft wird im Handelskonflikt eher zerrieben. So läuft Europa mit seiner Wirtschaft Gefahr, den Anschluss an die Weltspitze noch mehr zu verlieren.

Für Geldanleger hat dies zur Folge, dass man sein Anlageportfolio möglichst global aufzustellen sollte und dabei auch zukunftsträchtige strukturelle Trends berücksichtigen muss. Die Wertsteigerung findet eben vor allem in diesen innovativen Wachstumsfeldern mit langfristig überdurchschnittlichem Potenzial statt. Wir befinden uns mitten in einer ökonomischen Transformationsphase, aus der neue Gewinner entstehen werden.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale derzeit immer noch mit Warnhinweisen bestückt. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum und der Konjunkturzyklus zu Ende gehen. Ein realistisches Worst-Case-Szenario wäre demgegenüber charakterisiert durch eine beschleunigte konjunkturelle Verlangsamung in China und eine milde Rezession in den USA. Die schwächere Industriekonjunktur ist sowohl auf branchenspezifische Faktoren, wie eine schwache Automobilnachfrage in China als auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen US-Zollpolitik zurückzuführen.
Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch Teileinigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen an der geopolitischen Lage, sowie den aktuellen Daten für die US-Wirtschaft, die auf eine deutliche Verlangsamung hin deuten und da die US-Zinskurve mittlerweile ausreichend invertiert. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und die Marktstimmung bereits recht schwach ist.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:
  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
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Freitag, 28. Februar 2020

Anlagekommentar Dezember 2019 - An den Aktienmärkten herrschte zum Jahresende 2019 Feierlaune

Die letzten Wochen des Jahres 2019 zeigten Anzeichen für eine gewisse, allerdings noch nicht wirklich überzeugende Stabilisierung der globalen Industriedynamik. Eine erste zaghafte Erholung der Frühindikatoren, welche auf ein baldiges Ende der globalen industriellen Rezession hinweisen. Auch der anhaltende Optimismus über einen kleinen Handelsdeal zwischen den USA und China sorgte an den etablierten Aktienmärkten für Jahreshochs. Auch klaren Verhältnisse nach der Wahl in Großbritannien sorgen für Optimismus, so dass nun endlich auf einen geordneten Brexit hin gearbeitet werden kann und die bisherige britische innenpolitische Hängepartie vorbei ist. Das Börsenjahr 2019 wird als eines der besten in die jüngere Geschichte eingehen. Denn mehr als 20 Prozent Jahresperformance an den meisten wichtigen Weltbörsen wird nicht so oft gesehen.

Entwicklung der Anlagemärkte
Die gute Stimmung an den Börsen sorgte dafür, dass die amerikanischen Indizes neue Rekordstände markieren konnten. So konnte der Dow Jones Industrial Average Index erstmals in der Börsengeschichte auf über 28.000 Punkte steigen. Auch bei den kleineren Titeln ging der Aufschwung nicht vorbei, so dass der S&P 500 Index um 3,4 Prozent anzog, der Russell 3000 Index der 3.000 größten börsennotierten US-Unternehmen stieg um 3,8 Prozent und erreichte auch ein neues Rekordhoch. Beim technologielastigen NASDAQ Composite Index ging es sogar 4,5 Prozent aufwärts. Geprägt war der Handel zudem von einem Favoritenwechsel, bei dem Wachstumstitel zu Lasten von Substanzwerten wieder hoch im Kurs standen. An Europas Aktienbörsen waren die Ansteige nicht ganz so hoch. Der deutsche DAX Index notierte mit 2,9 Prozent Zuwachs und der Eurostoxx50 Index konnte um 2,8 Prozent zulegen. Am chinesischen Aktienmarkt ging es nach schwachen Fundamentaldaten dagegen beim SSE Composite Index erst einmal abwärts und in Japan konnte der NIKKEI 225 Index um 1,9 Prozent zulegen.

DAX Entwicklung

An den Rentenmärkten sind die Renditen auf langlaufende Staatsanleihen angestiegen. Nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell der US-Konjunktur eine gute Verfassung attestierte, sind die Erwartungen gestiegen, dass die Federal Reserve System (Fed) den Leitzins im nächsten Jahr konstant halten wird. Bei den zehnjährigen deutschen Staatspapieren lag der Zinssatz bei -0,36 Prozent und die amerikanischen zehnjährigen Staatspapiere kamen auf eine Rendite von 1,78 Prozent.

Szenarien für die Anlagemärkte im Jahr 2020
Das Wirtschaftswachstum ist in der Regel mit positiven Börsen verbunden. Ein deutlicher Anstieg der Inflation oder Deflationsrisiken wären für die Aktienmärkte negativ, wobei man beides als wenig wahrscheinlich erachten kann. Darüber hinaus korrelieren die Börsen mit der Industriekonjunktur. Neben den wirtschaftlichen Trends beeinflussen Unsicherheiten, wie beispielsweise die US-Zollpolitik, Brexit, politische Unruhen in Hongkong oder die US-Wahlen im November nächsten Jahres die Kapitalmärkte. Prognosen von Unsicherheiten sind allerdings weit anspruchsvoller als von wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Im Basisszenario kann man von einem weiterhin verhaltenen globalen Wirtschaftswachstum und einer sich leicht erholenden Industriekonjunktur ausgehen. Vorausgesetzt ist dabei ein geordneter Brexit und keine weiteren Erhöhungen der US-Importzölle. Trotz wenig Wachstum bei den Unternehmensgewinnen spricht das Basisszenario für leicht positive Börsen. Ein positiveres Szenario, insbesondere für die europäischen Märkte, würde eine solide Erholung der Industrienachfrage zur Bedingung haben. Für negative Szenarien wären eine markante Konjunkturschwäche in China oder eine Rezession in den USA als Auslöser zu nehmen.

Politik wird weiter die Anlagemärkte regieren
Die Geldpolitik der Notenbanken bleibt expansiv und sollte die Aktienmärkte insgesamt unterstützen. Besonders die Federal Reserve System (Fed) ist in den USA aufmerksam und begleitet den Konjunkturpfad sehr genau. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist diese scharfe Beobachtung deutlich geringer ausgeprägt. Ein weiterer Zinsschritt wäre nur eine negative Überraschung, während die Zentralbank in der aktuellen Phase die unerwünschten Nebenwirkungen ihrer Politik stärker betont und damit gleichzeitig den Ruf nach fiskalischen Maßnahmen begleitet. Was aber auch immer die Europäische Zentralbank (EZB) plant: Derzeit ist Liquidität mehr als üppig vorhanden, nur der Wille deshalb mehr zu konsumieren oder zu investieren hingegen kaum. Da fällt einem das Sprichwort des ehemaligen deutschen Wirtschaftsministers Karl Schiller ein: "Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie schon selbst.“ Deshalb werden uns die Negativzinsen auch noch weiter quälen.

Ein Blick auf die aktuellen Anlagestrategien
Wenn man die wichtigsten Faktoren, welche die Risiko-Anlagen beeinflussen betrachtet, sind die Signale derzeit schon mit Warnhinweisen bestückt. Die gesamtwirtschaftlichen Daten, insbesondere die Inflation und die Arbeitsmarktdaten, liefern mittlerweile leichte Hinweise darauf, dass das Wirtschaftswachstum und der Konjunkturzyklus zu Ende gehen. Seit dem Herbst des vergangenen Jahres 2018 neigt die Konjunktur weiter zur Schwäche, was vor allem durch das verarbeitende Gewerbe verursacht wurde. Die schwächere Industriekonjunktur ist sowohl auf branchenspezifische Faktoren, wie eine schwache Automobilnachfrage in China als auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der aktuellen US-Zollpolitik zurückzuführen. Dass die wirtschaftliche Dynamik ihren Höhepunkt hinter sich hat und ein deutlicher Abschwung in Sicht sein könnte, wird durch gewisse Abschnitte der US-Zinskurve signalisiert. Deshalb legen die weiter anhaltenden handelspolitischen Unsicherheiten und die US-Zinskurve eine gewisse Vorsicht nahe.
Obwohl die Anlagemärkte zurzeit weiter durch eine möglicherweise kurz bevorstehende (Teil-) Einigung des Handelskonfliktes gestützt werden, sollte die Risiko-Allokation entsprechend der Anlagestrategie umsichtig bleiben. Zwar spricht für Aktienanlagen weiterhin ein fortgesetztes, wenn auch moderates Wachstum der Wirtschaft und der Unternehmensgewinne, da die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen weitgehend die aktuellen Kurse widerspiegeln, dennoch kann es kurzfristig zu Abwärtsbewegungen an den Märkten kommen. Dies liegt zum einen an der geopolitischen Lage, sowie den aktuellen Daten für die US-Wirtschaft, die auf eine deutliche Verlangsamung hin deuten und da die US-Zinskurve mittlerweile ausreichend invertiert. Aufgrund dieser Faktoren sollten Risikoanlagen vorübergehend untergewichtet bleiben, auch wenn die Risiken mittlerweile an den Märkten teilweise eingepreist sein dürften und die Marktstimmung bereits recht schwach ist.

Weiterhin sorgen die Dividendenwerte für gute Erträge und der regionale Fokus im Aktienbereich bleibt weiter auf Europa und den USA gerichtet. Die Schwellenländermärkte leiden derzeit unter der amerikanischen Wirtschafts- und Währungspolitik, bleiben aber langfristig weiterhin als Beimischung interessant. Der Fokus bleibt hierbei weiterhin auf Asien als die am besten positionierte aufstrebende Region gerichtet. Als interessantes langfristiges Thema zur Depotbeimischung kann der Fokus auf eine „Alternde Gesellschaft“ gelegt werden und über unterschiedliche Anlagemöglichkeiten abgebildet werden. Auch globale Immobilienaktienfonds können zur Depotdiversifikation beitragen, denn stabile Dividendenzahlungen durch regelmäßige Mieterträge und die Partizipation an aussichtsreichen Langfristtrends zeichnen diesen Anlagebereich aus. Da die Renditen für Staatsanleihen in Europas Kernländern bei kurzen bis mittelfristigen Laufzeiten oft negativ sind, bleibt das Umfeld für Anleihen-Investoren weiter eine Herausforderung. Auch nach dem die Kreditaufschläge in der letzten Zeit zurückgegangen sind, bleiben die Unternehmensanleihen weiterhin die bessere Ertragsperspektive als die Staatsanleihen. In diesem Umfeld sollten Unternehmensanleihen aus dem gesamten Euroraum weiter den Vorzug bekommen.

Anlagemärkte Entwicklung

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jährlichen Rechenschaftsberichte. Diese sind Grundlage für die steuerliche Behandlung der Fondserträge. Die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. die Verwaltungsvergütung) wurden berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag und Depotkosten) sind ggfs. nicht berücksichtigt. Bei Fremdwährungen kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches Beratungsgespräch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse und Bedürfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung übernommen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen:
Die Entwicklungen bzw. Endbeträge und Volatilitäten werden auf EUR-Basis berechnet.
Grundlage für die Berechnung der Volatilität: Monatliche Returns, logarithmiert, annualisiert. Eventuelle Ausschüttungen bei Investmentfonds werden wieder angelegt. Die Wertentwicklung basiert auf 100 Prozent des Kapitaleinsatzes, die Wertentwicklungen p.a. und Volatilitäten werden aus dem gesamten der Auswertung zugrundeliegenden Zeitraum (wie angegeben) bestimmt.

Externe Quellen:
  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
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Mittwoch, 19. Februar 2020

Der Investmentfondsmarkt ist in Bewegung - Darauf sollte man als Anleger bei Neuerscheinungen achten

Blickt man in die Vergangenheit, dann kann man festhalten, dass die Finanzmärkte schon seit Jahren in Bewegung sind. Ob Subprime-Krise, geopolitische Krisen oder andere Auslöser - Gründe gibt es viele. Das alles ist nicht ohne Folgen für die Anleger. Sie leiden seit Jahren unter der Niedrigzinsphase und eine klassische Risikominimierung im Portfolio ist heutzutage unter akzeptablen Bedingungen kaum noch möglich. Was über Jahrzehnte galt, hat heute seine Bedeutung verloren: Klassische Anleihen mit hoher Bonität können keine Hilfestellung mehr bieten.

Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter reagieren darauf mit vielen Neuerscheinungen
Ist dies Aktionismus oder nur eine sinnvolle Reaktion auf die vom Markt vorgegebenen Rahmenbedingungen? Die Netfonds AG hat recherchiert, dass allein seit 2017 über 1.500 neue Fonds aufgelegt wurden. Die Mehrheit der Neuemissionen sind Aktienfonds, aber auch in anderen Bereichen gab es signifikante Neuerscheinungen. Beispielsweise im Bereich der sogenannten alternativen Strategien. Wer in Investmentfonds anlegen möchte, hat eine schier unendliche Auswahl. Mit allen Nebenklassen zählt beispielsweise die Datenbank von Morningstar bereits über 60.000 Fonds. Aber auch ohne Nebenklassen geht die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Fonds in Richtung 20.000. Auf den ersten Blick könnte man bei der bereits hohen Anzahl an existierenden Fonds annehmen, dass der Markt schon gesättigt ist. Jedoch offenbaren sich auf den zweiten Blick gute Gründe für weitere Fondsauflagen.

Neu aufgelegte Fonds nach Anlageklassen

Die Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter müssen flexibel bleiben
Der Hauptgrund für die Vielzahl der derzeitigen Neuerscheinungen ist, dass Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter flexibel auf die sich verändernde Marktsituationen reagieren müssen. In den vergangenen zehn Jahren hat die Zentralbankenpolitik der niedrigen Zinsen dazu geführt, dass in diesem Bereich verstärkt nach Alternativen gesucht wird. Darüber hinaus gibt es weitere Gründe. Gewinnen bestimmte Märkte an Wichtigkeit, wie das beispielsweise mit China oder anderen Emerging Markets in den vergangenen 15 Jahren der Fall war, ist es nur die logische Konsequenz, dass hier mehr Investmentfonds aufgelegt werden. Auch ist zu beobachten, dass Fonds häufig bereits im Ausland existieren und erst im Nachhinein in Deutschland zum Vertrieb zugelassen werden. Häufig handelt es sich dabei um solche Fonds, die ihre Expertise bereits unter Beweis stellen konnten. Die Erwartungen an neue Fonds sind hoch und man sollte sich immer Fragen, ob nur ein aktueller Modetrend verfolgt wird oder neue Marktgegebenheiten erschlossen werden.

Manche Anbieter verfolgen fragwürdige Trends oder Modeerscheinungen
Nicht selten folgen Fondsgesellschaften einem Trend. Läuft ein Thema besonders gut in den Medien oder fließen hier überdurchschnittlich viele Gelder ein, weil die Renditezuwächse stark sind, neigen Gesellschaften häufig dazu, mit eigenen Produkten nachzuziehen. Angesichts des großen Wettbewerbs im Markt ist das nachvollziehbar. Für Anleger ist hier Vorsicht geboten. So hat die Berliner Ratingagentur Scope bereits 2014 nachgewiesen, dass die meisten Fondsauflagen immer dann stattfinden, wenn der zugrunde liegende Markt bereits "heißgelaufen" ist.

Aktienfonds sind bei Neuemissionen klar in der Mehrzahl
Was hat sich seit 2017 im Markt für Investmentfonds getan? Welche Produkte wurden aufgelegt? Die Auswertung der Netfonds AG zeigt, dass es insgesamt rund 1.500 neue Fonds gibt. Davon entfallen 39 Prozent auf die Kategorie Aktien. Ein Fünftel dieser 39 Prozent geht auf das Konto der weltweit anlegenden Aktienfonds ohne eindeutige Stilausrichtung (Blend). Das ist nicht verwunderlich, denn solche Aktienfonds stellen insgesamt auch bei den bereits bestehenden Investmentfonds die Mehrheit. Rund ein Viertel (377) entfällt auf Anleihenfonds. Hier fällt auf, dass ein signifikant hoher Anteil (rund 100 Fonds) dem Bereich „High Yields“ zuzuordnen ist. Angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase ist das ein logischer Schritt – die Fondsgesellschaften reagieren auf sich verändernde Marktgegebenheiten.

Interessant ist auch ein Blick auf die Mischfonds. Sie machen rund 19 Prozent der Neuauflagen aus. 45 Prozent der aufgelegten Mischfonds entfallen auf defensive beziehungsweise moderate Strategien. Nicht minder interessant ist auch die Tatsache, dass es bei sogenannten „alternativen Strategien“ (zum Beispiel marktneutrale Strategien, Long/Short, Volatilität …) ebenfalls eine deutliche Zunahme gibt. 198 Produkte wurden in diesem Bereich aufgelegt. Das zeigt, dass die Nachfrage nach alternativen Auszahlungsprofilen zugenommen hat. Erwartungsgemäß stellen Fonds, die eine Kombination verschiedener Strategien durchführen („Multistrategy“), die größte Position. Bemerkenswert ist, dass es bei Immobilienfonds sieben neue Produkte gibt. Das hört sich zunächst einmal nicht nach viel an. Bedenkt man jedoch, dass hier ohnehin nicht viele Fonds auf dem Markt vorhanden sind, relativiert sich die Zahl.

Global ausgerichtete Investments sind deutlich in der Überzahl
Welche geografischen Bereiche wurden am stärksten berücksichtigt? Von den rund 1.500 neu aufgelegten Fonds entfallen 60 Prozent auf die Kategorie „global“. 16 Prozent legen ihren Investitionsschwerpunkt auf Europa (und einzelne europäische Länder). Und 13,7 Prozent der neuen Produkte decken Schwellenländer ab.

Börsenzyklus und Verhalten Anleger

Und wie sieht es in der Zukunft aus?
Das kann man natürlich nicht vorhersagen. Aber eine interessante Erkenntnis ist, dass die Ratingagentur Scope im Jahr 2013 berechnet hat, dass rund 60 Prozent aller neu aufgelegten Fonds die ersten fünf Jahre nicht überleben. Die Besten setzen sich eben durch, könnte man meinen. Da es hier jedoch Ersparnisse für die Altersversorgung oder anderer persönlich wichtiger Dinge geht, sollte man sich nicht von Modeerscheinungen oder anderen fragwürdigen Trends blenden lassen. Bei der Geldanlage geht es weniger um Marketing, sondern um Fakten und richtige Strategien. Vor 10 Jahren hat man beispielsweise über Afrikafonds kaum gesprochen, heute werden sie zur Anlage empfohlen. Entscheidend ist deshalb immer die persönliche Anlagestrategie. Ein Afrikafonds diente damals, wie auch heute nicht als Basisanlage im Portfolio. Aber bei einem größeren Anlagevolumen, war es damals wie auch heute eine gute Beimischung.

Fazit
Eine Geldanlage ist immer nur so gut, wie sie zur Anlagestrategie passt. Man muss für sich definieren, wo man hin möchte. Ratschläge am Stammtisch über den "Geheimtipp" sind da meistens nicht zielführend. An der Börse geht es immer rauf und auch wieder runter. Dies ist ein Naturgesetz. Die meisten Anleger steigen ein, wenn der Markt oben ist und bekommen kalte Füße, wenn der Markt fällt. Dazu kommt, dass zu Hochzeiten an der Börse keine Gewinne realisiert werden und diese für den nächsten Einbruch als Einstiegskapital bei günstigen Kursen wieder zur Verfügung steht. Ein Modetrendfonds kann kurzfristig bei richtiger Verwendung durchaus als "Renditebringer" eingesetzt werden. Wer auf einen konstanten und langfristigen Erfolg setzt, sollte sich dagegen für Fonds interessieren, die schon einmal einen Börseneinbruch und eine Börsenhochphase erlebt haben. Es gibt ausreichend Investmentfonds die seit 10, 20 oder 30 Jahren einen guten Ertrag erwirtschaften und gezeigt haben, dass sie in guten und schlechten Zeiten eine ansprechende Leistung abgeliefert haben.

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Bildnachweis

Quelle: Netfonds AG